Gut Ruhrfeld
landwirtschaftlicher Hof und Reitanlage in den Ruhrwiesen östlich von Schwerte im Kreis Unna in Nordrhein-Westfalen
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Gut Ruhrfeld ist ein landwirtschaftlicher Hof und heutige Reitanlage in den Ruhrwiesen östlich von Schwerte im Kreis Unna in Nordrhein-Westfalen. Es liegt am Südufer des Mühlenstrangs zwischen den Stadtteilen Geisecke und Schwerte und ist ein Wegpunkt für Radfahrer und Spaziergänger auf dem Weg durch die Ruhrauen. Die Anlage wird heute vor allem für Pferdehaltung, Reitsport und Pferdezucht genutzt.[1]
Lage
Gut Ruhrfeld befindet sich in den flussnahen Auenlandschaften der Ruhrwiesen am südlichen Ufer des Mühlenstrangs, einem historischen Altarm der Ruhr. Der Hof liegt circa 1,2 km östlich der Schwerter Innenstadt und 2,8 km südwestlich des Gutshof Wellenbad. Es befindet sich ca. 500 m nordwestlich des früheren Ritterguts Haus Villigst, dem heutigen Sitz des Evangelischen Studienwerks. Gut Ruhrfeld ist Teil der Gemarkung Geisecke (051300)[2][3]
Geschichte
Auf der Niemeyerschen Karte von 1790 wird an der Stelle des heutigen Gut Ruhrfelds ein Gebäude verzeichnet, mit dem Vermerk „Müller im Weyden“.[4]
In den Katasterunterlagen von 1826 (Gemeinde Aplerbeck, Südfeld) ist an der Stelle des heutigen Gut Ruhrfelds ein „Hofraum, von Elverfeld, Ludwig, Freiherr auf dem Hause Villigst“ vermerkt.[5] Dies zeigt, dass der Hof zu dieser Zeit dem nahegelegenen Haus Villigst zugehörig war.
Die preußische Uraufnahme (1836–1850) verzeichnet ein Gebäude am heutigen Standort von Gut Ruhrfeld sowie einen Verbindungsweg vom Haus Villigst direkt dorthin, inklusive einer Ruhrbrücke nahe dem Rittergut. Außerdem sind die Ruhrwiesen als „Villigster Kämpen“ benannt.
Auf der preußischen Neuaufnahme (1891–1912) sind zwei Gebäude am Standort des heutigen Gut Ruhrfelds eingetragen, was auf eine weitere Ausbauphase oder Nutzungskontinuität im 19. Jahrhundert hindeutet.
Auf dem Messtischblatt 2579 von Hörde aus dem Jahr 1935 wird der Name Ruhrfeld vermerkt.[6]
Mittlerweile wird als Ortsname Gut Ruhrfeld in Karten angegeben. Ein Beispiel ist der Generalstadtplan von Dortmund von 1977.[7]
In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 war Gut Ruhrfeld von der durch die Zerstörung der Möhnetalsperre ausgelösten Möhnekatastrophe betroffen.
Bis zur Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen und dem zugehörigen Ruhrgebiet-Gesetz vom 1. Januar 1975 war Gut Ruhrfeld Teil der bis dahin unabhängigen Gemeinde Geisecke.[8]
Heute ist Gut Ruhrfeld ein landwirtschaftlicher Hof und eine Reitanlage, die Platz für rund 80 Pferde bietet. Seit über vier Generationen wird der Betrieb von der Familie Redix geführt, mit Pferdezucht, Reitsport und Ausbildung.[1]