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Gučetić

Adelsgeschlecht From Wikipedia, the free encyclopedia

Gučetić[2] (italienisch Gozze) war ein kroatisches Adelsgeschlecht aus der Republik Dubrovnik. In den Dokumenten erschien es auch als de Gozze, de Goçe, de Gotiis, de Goxe, de Goze, Goce, Gocha, Goçio, Gocius, Gocze, Gočetik, Gotius, Gotze, Gucetik usw. Da das Adelsgeschlecht zu den am weitesten verbreiteten in Dubrovnik gehörte, waren viele Mitglieder des Adelsgeschlechts Politiker, Diplomaten, Wissenschaftler, Bischöfe, Händler, Seeleute, Künstler oder Schriftsteller. Mehrere von ihnen wurden zum Knez (Fürst oder Rektor), d. h. Staatsoberhaupt der Republik, gewählt.[3]

Gučetić
StaatRepublik Dubrovnik
Gründung13. Jahrhundert
EthnizitätKroatisch
Aktuelles
Oberhaupt
Srdjan Gozze-Gučetić[1]

Geschichtlicher Überblick

Das Adelsgeschlecht stammt von der Familie Ovčarević (italienisch Pecorario) aus Zahumlje ab. Vuk Ovčarević (Lupus Pecoralis) initiierte im 8. Jahrhundert, der Tradition zufolge, eine Migration der Bevölkerung von Zahumlje nach Dubrovnik.[4] So entstand eine kroatische Mehrheit im damals byzantinischen, bzw. romanischen Dubrovnik. Vuk Ovčarević starb im Jahr 815 und hinterließ seinen Sohn Nikola, von denen die Familie Gučetić abstammt. Vuks Nachkomme Marin Vitalov (gestorben 1310) erlangte im Jahr 1270, während des VII. Kreuzzugs, bei der Belagerung einer Stadt in Nordafrika Berühmtheit, wo er erfolgreich eine Art Katapult namens Gocko einsetzte, nach dem die gesamte Patrizierfamilie den neuen Namen Gučetić/Gozze annahm.

Die dokumentierte Genealogie der Gučetićs beginnt mit Gebrüder Ivan (gestorben 1281), Klement (erwähnt 1278–1304) und Matej (erwähnt 1253–1278). Ende des 13. Jahrhunderts trieb Ivans Sohn Pasko (erwähnt 1278–1291) den Handel mit der Stadt Kotor (Cattaro) und dem serbischen Staat Raszien und legte damit den wirtschaftlichen Grundstein für die Macht der Familie. Er war Pächter des Salzmarktes von Kotor. Mitglieder seiner Familie zeichnete sich insbesondere durch die Organisation groß angelegter Salztransporte zur Mündung des Flusses Drim aus. Paskos Sohn Junije (erwähnt 1293–1333) war Mitglied des Dubrovniker Senats (Consilium rogatorum), und des Kleinen Rates. Paskos Enkel Petar (erwähnt 1319–1349) reiste als städtischer Syndikus nach Konstantinopel und Smyrna um Getreide für seine Heimatstadt zu beschaffen.[5]

Obwohl das Geschlecht bis zum Ende des 14. Jahrhunderts überlebte, war sie Mitte des 14. Jahrhunderts im öffentlichen Leben Dubrovniks relativ wenig präsent. Etwas später stellten die Nachkommen Klements die größte Gruppe aller Patrizierfamilien Dubrovniks dar. Alle Mitglieder der Familie, die Ende des 20. Jahrhunderts noch lebten, stammten von ihm ab. Seine Enkel Pasko und Klement spielten eine bedeutende Rolle im politischen und wirtschaftlichen Leben. Pasko (erwähnt 1310–1352) war als Kaufmann in Raszien tätig und wurde 1325 zum ersten ständigen Konsularvertreter Dubrovniks am Hofe Nemanjićs ernannt. Als angesehener Diplomat befand sich Klement (erwähnt 1312–1345) im Jahr 1326 am Hofe König Roberts von Anjou in Neapel. Neben seiner Tätigkeit im öffentlichen Dienst arbeitete er auch als Geschäftsmann im Mittelmeerraum.

Klements Sohn Marin (gestorben 1369) zählte zu den angesehensten Mitgliedern seiner Familie. Er war erfolgreich im Handel und in der Politik tätig. 1349 wird er als Mitglied des Kleinen Rates erwähnt, 1350 as Senator und 1351 als Richter. Marins Sohn Klement wird 1379 als Schiffskommandant erwähnt, und später war er ein erfolgreicher Salzhändler. Während Schlacht des ungarisch-türkischen Konflikts bei Nikopolis im Jahr 1396, begleitete er König Sigismund von Luxemburg, und als Diplomat reiste er in den 1390er Jahren nach Bosnien zu König Tvrtko I. und König Dabiša.[6]

Im 15., 16. und 17. Jahrhundert gehörten zu Adelsgeschlecht Gučetić mehrere Dichter und Dramatiker, von denen die bedeutendsten Ivan Gučetić (1451–1502),[7] Sabo (Savko) Gučetić (1531–1603) und Ivan (Dživo) Gučetić (1625–1667) waren. Viele Familienmitglieder wählten das Priestertum und religiöse Berufe; unter ihnen der Generalvikar Bazilije Gučetić (c. 1460–1528), der franziskanische Provinzial Bernardin Gučetić (gestorben 1569) und Ambroz Gučetić (1563–1632), Bischof von Ston.

Das bedeutendste Mitglied seines verzweigten Geschlechts war Nikola Vitov Gučetić (1549–1610), ein Philosoph, Theologe, Wissenschaftler, Schriftsteller und Universalgelehrter, der Autor zahlreicher philosophischer, politikwissenschaftlicher, naturwissenschaftlicher, psychologischer, pädagogischer und ästhetischer Texte war, mit denen er sich an den wissenschaftlichen, religiösen und politischen Debatten seiner Zeit beteiligte und sich dabei vor allem auf die antike Platons und Aristoteles’ Philosophie stützte.[8]

Nach der Auflösung der Republik Dubrovnik im Jahr 1808 erhielten Mitglieder der Familie vom österreichischen Kaiser und kroatisch-ungarischen König Franz I. von Habsburg-Lothringen den Grafentitel. Einige von ihnen, wie Pavao, Lukša, Vladislav und Frano, besetzten wichtige politische und diplomatische Ämter. Das Adelsgeschlecht hat bis in die jüngste Zeit überlebt; so lebte beispielsweise Ende des 20. Jahrhunderts in Jugoslawien ein Jurist namens Vuko Gozze Gučetić, der Autor von Fachbüchern war.[9]

Galerie

Siehe auch

Einzelnachweise

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