Gyula Bukovics

Architekt und militärischer Ingenieur From Wikipedia, the free encyclopedia

Gyula Bukovics von Kis-Alacska, auch Julius Bukovics, (* 4. Dezember 1841; † 1914) war ein Architekt und militärischer Ingenieur. Im Jahr 1867 war er Gründungsmitglied des Ungarischen Ingenieur- und Architektenvereins, 1887 Gründungsmitglied der Ungarischen Gesellschaft für Angewandte Kunst.

Familie

Gyula Bukovics von Kis-Alacska entstammte einer kleinadeligen Familie. Sein Vater, Károly Bukovics, stammte aus dem Komitat Sáros und war Mitglied der königlichen Leibgarde; während des Ungarischen Freiheitskampfes diente er als Hauptmann im 10. Husarenregiment. Von seinen Geschwistern war sein älterer Bruder Karl Bukovics ein Opernsänger in Wien, während sein jüngerer Bruder Emmerich Bukovics Direktor des Deutschen Volkstheaters in Wien war. Sein Sohn Miklós Bukovics (Budapest, 1871 – Waidhofen an der Ybbs, 1957) war als Architekt in Österreich tätig, seine Tochter Antonia Bukovics (1882–1970) war Schauspielerin.

Lebenslauf

Sein technisches Interesse erbte er von seinem Vater, der als Berufsoffizier im Militär diente. Auch er schlug zunächst eine militärische Laufbahn ein, nachdem er die Militäringenieurakademie in Kloster Bruck absolviert hatte. Sein starkes Interesse an der Architektur führte jedoch dazu, dass er sich 1866 pensionieren ließ, um als Architekt arbeiten zu können. Dafür musste er das Zunftrecht eines Baumeisters erwerben, das er zunächst 1867 in Prag und später 1871 in Pest erlangte.

Anfangs beschäftigte er sich ausschließlich mit Straßenbauarbeiten, später begann er an der Seite von Miklós Ybl, einem der bedeutendsten Architekten der Epoche, zu arbeiten und wurde dessen Büroleiter. In der ersten Hälfte der 1870er Jahre war er zudem bei der Pester Baugesellschaft tätig. Am 1. August 1876 eröffnete er schließlich ein eigenes Architekturbüro in der Hauptstadt.

Als Mitarbeiter von Miklós Ybl wurde sein architektonisches Schaffen stark von dessen Stil geprägt. Mit seinem Namen ist die Planung mehrerer bedeutender Gebäude in Budapest verbunden; er spielte auch eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Andrássy-Straße, insbesondere durch den Entwurf der repräsentativen Villen entlang der Straße. Die Unterschiede zwischen den Gebäuden hinsichtlich Schmuck und Materialverwendung ergaben sich aus den unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der Bauherren, wodurch der Architekt in seinen Entwürfen durch das jeweils verfügbare Budget eingeschränkt war.

Als sein Hauptwerk gilt das im italienischen Renaissancestil errichtete Gebäude des Ministeriums für Ackerbau, das in den Jahren 1885–1886 erbaut wurde. Ab 1897 lebte er bis zu seinem Tod in Wien.

Bauwerke

Literatur

Einzelnachweise

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