Gärtner Pötschke
Unternehmen für Gartenbedarf
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Gärtner Pötschke war ein seit 1912 bestehendes Unternehmen für Gartenbedarf. Es war das fünftälteste Versandhaus in Deutschland. Mit einer Auflage von mehr als 1,3 Millionen war Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch das meistverkaufte deutschsprachige Gartenbuch. Das Unternehmen wurde 2025 endgültig geschlossen.
| Gärtner Pötschke | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1912 |
| Auflösung | 2025 |
| Auflösungsgrund | Insolvenz |
| Sitz | Kaarst, Deutschland |
| Mitarbeiterzahl | ca. 150 |
| Umsatz | ca. 42 Mio. Euro |
| Branche | Gartenbedarf, Versandhandel |
| Website | poetschke.de |
Geschichte
1912 gründete Harry Pötschke (1884 – 1970) in Mörsdorf, Thüringen, das Unternehmen Gärtner Pötschke, das 1934 nach Arnstadt umzog. Das Kerngeschäft beschränkte sich anfangs auf den Verkauf von Sämereien. Nachdem der Firmensitz in Arnstadt am 6. Februar 1945 bei einem Bombenangriff zerstört worden war, erfolgte 1949 der Wiederaufbau des Unternehmens an der Büttgener Straße in Kaarst. Von 1960 bis 1982 führte Werner Pötschke (1910 – 1999), der Sohn des Firmengründers, die Geschäfte. Bis August 2019 betrieb Cornelia Pötschke-Kirchhartz, die Tochter Werner Pötschkes, das Unternehmen in der 3. Generation. Ihr Mann Peter Kirchhartz war bis zu seinem Tod im August 2014 ebenfalls Mitglied der Geschäftsführung.[1]
Nach einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung im Jahr 2019[2] wurde Gärtner Pötschke durch die Weltbild-Gruppe übernommen[3] und als eigenständiges Unternehmen weitergeführt. Der Standort in Kaarst, die Arbeitsplätze der rund 150 Mitarbeiter sowie Name und Logo blieben erhalten.[4][5] Der Betrieb in Kaarst beschäftigte in der Hauptsaison etwa 200 Mitarbeiter.[6] Infolge der Insolvenz von Weltbild meldete Gärtner Pötschke Ende Juni 2024 erneut Insolvenz an.[7][8] Mitte September 2024 wurde das Insolvenzverfahren durch eine Übernahme des Unternehmens durch die Droege Group beendet und Gärtner Pötschke als eigenständiges Unternehmen weitergeführt.[9] Im Juni 2025 meldete die Gärtner Pötschke GmbH Insolvenz an.[10] Das Unternehmen wurde am 31. Dezember 2025 endgültig geschlossen.[11]
Produkte
Das Sortiment wurde im Laufe der Jahre immer weiter ausgedehnt, das ursprüngliche Kerngeschäft der Sämereien erweitert. Der Versandhandel entwickelte sich ursprünglich aus Gärtner Pötschkes Gartenbuch, das ab 1936 erschien und Katalog und Gartenratgeber in einem war. 1941 erschien erstmals Gärtner Pötschkes Siedlerbuch, das kein Katalog mehr war. Sein Nachfolger war ab 1964 Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch. Kataloge erschienen separat. Außerdem gab das Unternehmen Gärtner Pötschkes Praktischer Gartenratgeber heraus.
Der Der Grüne Wink[12] war ein Abreißkalender für 365 Tage im Jahr, Gärtner Pötschke trat darin als Cartoon jeden Tag auf, gab aktuelle Gartentipps, auch seine Frau und Enkel tauchten auf. Dabei war der Stil durch die drei Farben schwarz, grün und rot geprägt. Die comicartigen Figuren gab es in dieser Form seit 1939, typisch waren auch gedichtete Sprüche zum aktuellen Tipp, die Werner Pötschke ursprünglich selbst verfasste.
Die Sortennamen eigener Pflanzenzüchtungen (Aster novae-angliae Andenken an Alma Pötschke (1969), Rose Opa Pötschke und Rose Cornelia Pötschke) erinnert an die langjährige Familientradition.
Auszeichnung
Literatur
- Clemens Alexander Wimmer: Gärtner Pötschkes Gartenbuch, früher Gärtner Pötschkes Siedlerbuch. In: Zandera: Mitteilungen aus der Deutschen Gartenbaubibliothek 27 (2012) Nr. 1, S. 32–40, auf JSTOR Online
