Gérard Raulet

französischer Philosoph, Germanist und Übersetzer From Wikipedia, the free encyclopedia

Gérard Raulet (* 9. August 1949 in Epernay, Département Marne) ist ein französischer Philosoph, Germanist und Übersetzer.

Gérard Raulet (2018)

Leben

Gérard Raulet studierte bis 1969 an der École normale supérieure Lettres et sciences humaines in Saint-Cloud, ist ausgebildeter Deutschlehrer (agrégé d’allemand 1973), promovierte 1981 in Philosophie an der Universität Paris IV und habilitierte sich 1985 an der Universität Paris-Sorbonne (Paris IV).

Seit 1987 unterrichtete er an der Université de Haute Bretagne Rennes 2. Ab 1994 lehrte er an der Université Paris 12 Val-de-Marne und wechselte schließlich 1997 an die École normale supérieure Lettres et sciences humaines in Saint-Cloud. Von 1981 bis 1999 leitete er an der Fondation Maison des Sciences de l’Homme eine Forschungsgruppe zur Kultur der Weimarer Republik (Groupe de recherche sur la culture de Weimar) und seit 1999 einen Sonderforschungsbereich des Centre national de la recherche scientifique (CNRS) zur zeitgenössischen politischen Philosophie (Philosophie politique contemporaine).

Raulet war assoziierter Forscher am Centre Marc Bloch in Berlin und 2018/19 Senior fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften der Kunstuniversität Linz in Wien.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutsche Ideengeschichte und die Philosophische Anthropologie. Raulet veröffentlichte unter anderem Arbeiten über Walter Benjamin, Max Scheler, Ernst Bloch, Max Horkheimer und Karl Marx. Als Übersetzer hat er Werke von Herbert Marcuse, Ernst Bloch und Jürgen Habermas ins Französische übertragen[1].

Im Februar 2023 ist ihm der Wiesbadener Helmuth-Plessner-Preis zugesprochen worden.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

  • Olivier Agard (Hrsg.): Kritikfiguren. Festschrift für Gérard Raulet zum 65. Geburtstag (= Schriften zur politischen Kultur der Weimarer Republik, 17). Lang, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-631-65440-8.

Einzelnachweise

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