Göttin (Brandenburg an der Havel)

Stadtteil von Brandenburg an der Havel, Brandenburg, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Göttin [gœˈtiːn] ist ein Ortsteil in Brandenburg an der Havel in Brandenburg. Der Ortsteil Göttin gehört zum Stadtteil Neustadt.

Die Dorfkirche
Schnelle Fakten Stadt Brandenburg an der Havel ...
Göttin
Koordinaten: 52° 22′ N, 12° 33′ O
Postleitzahl: 14776
Vorwahl: 03381
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Geografische Lage

Göttin liegt 6 Kilometer südlich von Brandenburg an der Havel. Durch den Ort führt die Straße von Brandenburg nach Krahne. Südlich von Göttin befindet sich die Zauche, eine dünnbesiedelte Hochfläche. Durch den Ort fließt die Plane, allerdings wurde dieser Teil der Plane künstlich angelegt.

Geschichte

14. und 15. Jahrhundert

Die schriftliche Überlieferung nannte 1304 einen Johannis fabri de Gothin, 1351 die Form Gettin, 1375 die Schreibungen Goetin, Gotyn und Gottin und 1669 die Bezeichnung Göttin. Grundherrlich war Göttin vor 1351 bis 1872 der Familie von Rochow zu Golzow bzw. zu Reckahn unterstellt; zwischen 1414 und 1416 war der Besitz zeitweise vom Kurfürsten eingezogen worden.

Göttin war 1351 als Dorf erwähnt worden. 1375 verfügte es über 29 Hufen, darunter eine Pfarrhufe und vier Hufen des Lehnschulzen; außerdem besaß es einen Krug und vier Kossäten. 1450 wurden 30 Hufen genannt, darunter erneut die Pfarrhufe; 1451 verfügte ein Mönch über vier freie Hufen, außerdem gab es einen Kossäten und die Schäferei.[1]

16. Jahrhundert

1541 wurden 60 Kommunikanten gezählt.[1] Der Pfarrer erhielt acht Scheffel Roggen, zwei Scheffel Gerste und vier Scheffel Hafer von der Kirchenhufe, dazu den Kornzehnten und zwei Wiesen. 1558 wurde ihm ein halber Wispel Roggen zugesprochen, den zuvor der Rat der Neustadt Brandenburg von der Schmöllner Hufe abzugeben hatte. Außerdem besaß er ein Drittel des Fleischzehnten. Eine Wiese namens Plaunow galt als Teil des Pfarrbesitzes, war jedoch von Storbeck zu Brandenburg in Acker verwandelt worden. Der Küster erhielt 15 Scheffel Roggen Scheffelkorn, Ostereier und drei Brote aus jedem Haus. Der Kirchenzehnt umfasste 1541 Abgaben vom Heiligen Mann, 1558 den Fleischzehnten und drei Schafe.[2]

17. Jahrhundert

Im Jahr 1608 existierte ein Rittersitz der Familie von Rochow. 1624 wurden acht Hufner, zwei Kossäten, ein Hirte und sein Knecht erwähnt. Das Dorf umfasste 25 Hufen, wovon vier der Herrschaft und eine dem Pfarrer gehörten. Ein Hufner und ein Kossät mit zusammen vier Hufen fielen an die Herrschaft zurück. 1652 lebten vier Hufner, drei Kossäten und insgesamt sieben Personen im Ort.[1] Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort teilweise zerstört, von acht Hufnern und zwei Kossäten waren nach dem Krieg noch vier Hüfner vorhanden. 1682/1683 wurden 21 Sandhufen genannt, darunter eine wüste Hufe in der adeligen Kollekte und sieben wüste Hufen der Untertanen; zwei Kossätenhöfe waren verzeichnet, einer davon wüst.[1]

18. Jahrhundert

1745 besaß Göttin sieben Bauern und eine Wassermühle mit zwei Gängen. 1772 umfasste das Dorf acht Bauern, vier Kossäten und einen Müller. 1773 wurde die Bevölkerung mit 156 Personen angegeben, darunter ein Verwalter, ein Schulmeister, sieben Bauern, vier Kossäten, fünfzehn Einlieger, zwei Hirten, ein Leineweber, ein Müller, ein Schäfer, ein Ziegelstreicher, 32 Frauen, eine Witwe sowie zahlreiche Kinder und Dienstboten.[1] Eine Schule wurde 1777 von dem Schulreformer Friedrich Eberhardt von Rochow gegründet, das Schulgebäude wurde 1910 neu erbaut.

19. Jahrhundert

Im Jahr 1801 bestand Göttin aus Dorf und Gut mit acht Ganzbauern, sieben Büdnern, vier Einliegern, einem Krug und einer Wassermühle sowie 20 Morgen Gemeinholz. Es besaß 22 Bauerhufen und acht Lehnhufen und zählte 29 Feuerstellen. 1837 wurden Rittergut und Dorf mit 26 Wohnhäusern erwähnt. 1858 besaß das Dorf vier öffentliche Gebäude, 33 Wohn- und 76 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Maschinenspinnerei und eine Wassermühle; der Gutsbezirk verfügte über sechs Wohn- und vierzehn Wirtschaftsgebäude einschließlich einer Ziegelei. Die Gemeinde besaß im Gemeindebezirk 1929 Morgen, darunter 65 Morgen Gehöfte, 940 Morgen Acker, 395 Morgen Wiese, 229 Morgen Weide und 310 Morgen Wald. Der Gutsbezirk umfasste im selben Jahr 2003 Morgen mit 29 Morgen Gehöften, 934 Morgen Acker, 194 Morgen Wiesen, 117 Morgen Weiden und 729 Morgen Wald. Neben der Gemeinde existierte ein Rittergutsbezirk, der 1885, 1895 und 1905 die Wohnplätze Paterdamm und Rosdunk umfasste. Beide Wohnplätze sowie das Gut Göttin gehörten 1871 zum Gutsbezirk Reckahn.[1]

20. Jahrhundert

Im Jahr 1900 umfasste das Dorf 70 Häuser und der Gutsbezirk 17 Häuser. 1928 wurde der Gutsbezirk Göttin mit der Gemeinde Göttin vereinigt. 1931 bildete Göttin eine Landgemeinde mit den Wohnplätzen Paterdamm und Rosdunk; in Göttin gab es 120 Wohnhäuser mit 184 Haushaltungen. Im Jahr 1939 existierten elf land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit 20 bis 100 Hektar, 11 Betriebe mit 10 bis 20 Hektar, 12 Betriebe mit 5 bis 10 Hektar und 68 Betriebe mit 0,5 bis 5 Hektar.

Die Bodenreform von 1946 enteignete 22 Hektar, darunter 9 Hektar Acker, 6 Hektar Wiese, 4,5 Hektar Wald und 2,5 Hektar Gewässer. Am 1. Juli 1950 wurde der Ort in den Stadtkreis Brandenburg eingemeindet, davor gehörte Göttin zum Kreis Zauch-Belzig. Im Jahre 1952 wurde der Ort dem Landkreis Brandenburg zugeordnet. 1957 gehörte der Wohnplatz Paterdamm erneut zu Göttin. 1955 entstand die erste LPG des Typs III, die 1957 dreizehn Mitglieder und 139 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche umfasste und 1960 mit der LPG Typ III Reckahn zur Groß LPG Reckahn Göttin verschmolz. 1960 wurde zusätzlich eine LPG Typ I mit 13 Mitgliedern und 38 Hektar gegründet, die später ebenfalls an die Groß LPG angeschlossen wurde. 1973 gehörte Göttin der Meliorationsgenossenschaft Unter Havel an.[1] Am 6. Dezember 1993 kam der Ort endgültig zum Stadtkreis Brandenburg.[3]

Bauwerke

Das Haus Brandenburger Straße 65

In Göttin befinden sich fünf Baudenkmale:[4]

  • Die Dorfkirche Göttin wurde 1870 als Ersatz für einen Vorgängerbau errichtet. Die Kirche befindet sich in der Ortsmitte, um die Kirche befindet sich der Kirchhof. Vom Vorgängerbau ist der Turm erhalten geblieben, dieser stammt wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert. Das Schiff ist ein rechteckiger Saal mit halbrunder Apsis und einem Satteldach. Im Inneren befindet sich ein Altarretabel, das Gemälde zeigt die Grablegung Christi. Die Kanzel, die Westempore und das Orgelprospekt sind aus der Bauzeit.
  • Auf dem Kirchhof befinden sich mehrere Grabmale aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Es ist das Grabmal J. Hinnenburg, das Grabmal C. F. Hinnenburg, das Grabmal Familie Hinnenburg, das Grabmal J. Baewert und das Grabmal L. Baewert.
  • In der Brandenburger Straße 65 befindet sich die ehemalige Maschinenspinnerei, heute befindet sich hier eine Tischlerei. Erbaut wurde das Gebäude in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hier stand davor eine Wassermühle aus dem 17. Jahrhundert.
  • In der Göttiner Schulstraße 3 steht eine Stallscheune aus dem 18. Jahrhundert. Es ist ein eingeschossiger Fachwerkbau.
  • In der Göttiner Schulstraße 5 steht ein Wohnhaus aus dem Jahr 1909 mit einer klassizistischen Fassade. Es ist ein traufständiger, eingeschossiger Bau mit fünf Achsen.

Denkmäler

Denkmal der Weltkriege

Zwischen Göttiner Schulstraße und Krahner Straße befindet sich ein Denkmal, welches an die Toten beider Weltkriege erinnert.

Verkehr

Der Haltepunkt Göttin lag an der Brandenburgischen Städtebahn.

Literatur

Commons: Göttin (Brandenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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