Gülbin Ünlü
türkische bildende Künstlerin
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Leben
Gülbin Ünlü studierte von 2012 bis 2018 an der Akademie der Bildenden Künste Malerei, Zeichnung, Bildhauerei und Performance. Das Studium bei Markus Oehlen, Simon Starling u. a. schloss sie mit einem Diplom ab. In nur wenigen Jahren schaffte sie es mit ihren „hybriden Bildpolitiken, spekulativen Erinnerungsräumen und affektiven Architekturen“ (BBK[2]) in die Ausstellungen renommierter Museen, wie in das Haus der Kunst, die Villa Stuck oder in das Lenbachhaus. Tanja Beuthien beschreibt 2022 im Art Magazine die aktuelle künstlerische Technik von Ünlü als Mash-up-Art, die verschiedenen Medien miteinander kombiniert.[3] Gülbin Ünlü vergleicht ihre Vorgehensweise mit dem Sampling, was nicht verwundert, denn sie wirkt auch als Musikerin, DJ und war auch schon auf der Bühne der Münchner Kammerspiele[4] zu sehen.
Ünlü verknüpft sowohl analoges, als auch digitales Material: Fotografie, Video, Installation, Musik, Malerei. Ihre Werke können zu Skulpturen, Installationen oder Performances werden, die verschiedenen Medien greifen ineinander und verschränken sich. Eine von der Künstlerin entwickelte Bildtechnik könne als ein Hybrid aus Druck und Malerei bezeichnet werden.
Gülbin Ünlü ist das Kind einer kunstliebenden Familie ehemaliger Gastarbeiter der dritten Generation. Dass sie, aus der Arbeiterschicht herkommend, einmal eine Kunstakademie besuchen würde, war für Ünlü, nach eigener Aussage, zunächst nicht vorstellbar. Jürgen Moises schreibt in seinem Porträt der Künstlerin, dass sie ihre postmigrantische Biografie nie ausstellt, „sondern allenfalls kritisch in Stellung bringt. Wie etwa bei ihrer Taubenschlag-Installation „Streetlife live“, für die sie für ein paar Stunden echte Tauben in der Villa Stuck „wohnen“ ließ. Deren vormalige Anwesenheit konnte man per Video und Sound noch sehen und hören. Im Nebenraum hatte sie Taubenspikes auf einer Bank angebracht. Als Anspielung auf die „Hostile Architecture“. Grundlegend war für beides ihre Erkenntnis, dass Tauben genauso wie die Gastarbeiter früher mal nützlich und irgendwann nur noch als störend galten. Diesen postmigrantischen Außenseiterblick, den wird man, sagt sie (Gülbin Ünlü), eigentlich nie los. Für ihre Kunst ist er aber ohne Frage eine Bereicherung.“[5]
Gülbin Ünlü lebt und arbeitet in München.
Einzelausstellungen (Auswahl)
- 2021 ohne Titel, Kunstpavillon Munich[6]
- 2025 ultrahappy, Villa Stuck, München
- 2025 Papiere, Kunstverein Leverkusen
- 2025 normal, Jahn & Jahn, Lissabon
- 2025 really?, Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, Augsburg[7]
- 2025 fragmentornament, Kunstverein Wilhelmshöhe Ettligen
- 2024 future is the winner, Galerie Jahn und Jahn, München
Gruppenausstellungen (Auswahl)
- 2019 Meze Evi, Museum Villa Stuck, Munich
- 2019 Art Berlin, Flughafen Tempelhof, Berlin
- 2019 Tacker, Galerie der Künstler, Munich
- 2019 Freie Radikale, BBK, Munich
- 2019 Wieder Sehen, Kunstarkaden, Munich
- 2020 Denkraum Deutschland II, Pinakothek der Moderne, Munich
- 2020 Die ersten Jahre der Professionalität 39, Galerie der Künstler, Munich
- 2020 Kruzitürkn, Kösk, Munich
- 2021 #etwaslaeuftfalsch #qualcosanonva @ Triennale Milano
- 2021 dÜstopia, Artothek & Bildersaal Munich (Solo)
- 2021 Alexander Kluge scheisse wer war denn noch dabei, Ruine München, Various Others Munich
- 2021 Leihweise 2021 - Neuerwerbungen der Artothek, Artothek Munich
- 2022 Klassenfragen, Berlinische Galerie, Berlin
- 2022 minds are magnets, Canal Street Research Association, New York City, (US)
- 2022 Plakatkampagne, Pinakothek der Moderne in Cooperation with Residenztheater Munich
- 2023 New Positions, Art Cologne, Köln
- 2023 Werke in Fenstern, Fäden der Kunst, Leipzig
- 2023 Gläserne Barrieren, Galerie im Saalbau, Berlin
- 2023 Plakatkampagne 2023, in Kooperation mit Residenztheater, Pinakothek der Moderne, München
- 2024 Bayerischer Kunstförderpreis Bildende Kunst 2023, Galerie der Künstler*innen, München
- 2024 new lands - yeni toprak, Arkas Sanat Alacati, Izmir, Turkey
- 2025 Nostralgia, Haus der Kunst, München (sitespecific Installation)[8]
- 2025: shifting the Silence, Lenbachhaus München[9]
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2021 Junge Kunst und neue Wege Bayerisches Staatministerium für Wissenschaft und Kunst
- 2021 Stipendium für Bildende Kunst der Landeshauptstadt München
- 2022 Förderpreis für bildende Kunst der Landeshauptstadt München
- 2023 Stipendium der Stiftung Kunstfonds (NeustartPLUS)
- 2023 Bayerischer Kunstförderpreis
- 2023 New Positions, Art Cologne, Köln
- 2024 Zeitsicht Art Award, Augsburg
- 2026 Villa Romana Preis
Lehrtätigkeiten
- 2024 Interimsprofessur für Malerei an der AdBK.
Publikationen
- Gülbin Ünlü, Hammann von Mier Verlag, München 2022, ISBN 978-3947250462
Weblinks
- Website von Gülbin Ünlü
- Gülbin Ünlü in der Galerie Jahn und Jahn
- Artikel zu Gülbin Ünlü im Kunstmagazin ARTLINE
- Texte und Fotos zur Ausstellung Nostralgia im Haus der Kunst
- Porträt vom 5. Juni 2025 im BR-Magazin Capriccio, abgerufen am 7. März 2026
- Jutta Czeguhn: Bilder in Bodenhaltung, in: Süddeutschen Zeitung vom 19. März 2021.
