Günter Reichert (Künstler)
deutscher Metallgestalter
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Günter Reichert (* 16. Januar 1934 in Naumburg; † 16. November 2009) war ein deutscher Metallgestalter.
Leben und Werk
Reichert war der Sohn eines Naumburger Kunstschmieds, und er absolvierte von 1948 bis 1951 ebenfalls eine Lehre als Kunstschmied. Danach arbeitete er bis 1958 in Werkstätten in Dresden, Hannover, Ebersberg und Augsburg. Von 1953 bis 1955 besuchte er den Abendunterricht an der Werkkunstschule Hannover und 1955/1956 die Städtische Gewerbeschule für Kunst- und Bauschlosser in München. 1958 erwarb er den Meistertitel. Von 1958 bis 1965 arbeitete er in der Werkstatt seines Vaters. 1961 wurde er als Kunstschaffender im Handwerk anerkannt. Ab 1965 arbeitete er in Friedrichroda, bis 1974 als selbstständiger Kunstschmied und dann freischaffend als Metallgestalter. Er beteiligte sich 1977 und 1981 an den Stahlgestalter-Symposien im VEB Chemieanlagenbau Staßfurt und von 1983 bis 1988 jährlich am Schmiede-Symposium im VEB Stahlverformungswerk Ohrdruf im Tobiashammer. In den 1970er Jahren fertigte Reichert eine Reihe von expressiven Grabzeichen aus Metall.
Reichert war von 1971 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. 1971 wurde er als Mitglied eines Kollektivs mit dem Architekturpreis des Rats des Bezirks Erfurt geehrt.
Selbstreflexion
„Ein Kunstwerk wird nie vollkommen eindeutig sein, jeder Betrachter bringt Eigenes dazu, und etwas Geheimnisvolles wird immer bleiben.“[1]
Werkbeispiele
- Zaine, Metallskulptur; seit 2024 in öffentlichen Raum Schmalkaldens[2]
- Kommunionbank, 1962, St. Josef, Mühlhausen/Thüringen[3]
- Gittertor, 1969, Schmiedeeisen, Wittumspalais, Weimar
- Leben, 1973, Metall-Skulptur, Hauptfriedhof Erfurt[4]
- Brunnenstock, 1970er Jahre, Metall, Teil des Marmorbrunnens in der Orangerie Gotha[5]
- Relief, 1979, Kupfer
- Schale, 1980, Stahl
- Gegenspiel, 1981, Edelstahl[6]
- Denkmal für die 135 Opfer des Luftangriffs auf Friedrichroda, 1989, Metall-Stele mit Inschrift 6. FEBRUAR 1945 DIE TOTEN MAHNEN ZUM FRIEDEN und 135 kleine Stelen/Metallnägel, Friedhof Friedrichroda[7]
- Europa-Säule, Vario III, 1990, Edelstahl, teilweise bemalt, Höhe 200 cm, Durchmesser 50 cm, Immanuel-Kant-Park, Duisburg[8]
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen
- 1984: Eisenach, Thüringer Museum
- 1986: Gotha
- 1987: Schmalkalden
- 1994: Gotha, Schlossmuseum; Hagen, Westfälisches Freilichtmuseum („Arbeiten aus Stahl. Retrospektive“)
- 1996: Sondershausen, Schlossmuseum („Statisch bewegt. Stahlarbeiten und Grafik“)
Postum
- 2010: Erfurt, ega-Park (mit Hans Reiche)
- 2019: Bad Tabarz, Kunstwerk in der Zimmerbergstraße 18 („Bewegung in Form und Stahl“)[9]
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR
- 1972/1973, 1982/1983 und 1987/1988: Dresden, VII., IX. und X. Kunstausstellung der DDR
- 1975, 1979 und 1985: Erfurt, Bezirkskunstausstellungen
- 1981/1982 und 1986/1987: Halle, Staatliche Galerie Moritzburg (1. und 2. Zentrale Ausstellung „Metallgestaltung in der DDR“)
- 1989: Berlin/West, Kongresshalle („Metallkunst aus der Deutschen Demokratischen Republik“)
Literatur
- Joachim Schöne: Kunstschmiedearbeiten von Günter Reichert. In: Amtsblatt der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens. 20/1980 (Beilage Werkbericht).
- Hans Kurt Boehlke: Der Kunstschmied Günter Reichert in Friedrichroda. In: Friedhof und Denkmal. Zeitschrift für Sepulkralkultur. 28/1983, S. 26–39.
- Fritz Kämpfer, Klaus G. Beyer: Kunsthandwerk im Wandel. Aus dem Schaffen dreier Jahrzehnte in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin 1984, OCLC 12723301.
- Rüdiger Weise: Ein Metallgestalter aus Thüringen. In: Metallverarbeitung. 4/1985, S. 118–120.
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 752.
Weblinks
- Günter Reichert auf instagram.com