Günther-Klaus Schönfeld

deutscher Generalarzt des Heeres der Bundeswehr From Wikipedia, the free encyclopedia

Günther-Klaus Schönfeld (* 20. Dezember 1926 in Hartmannsdorf) war ein deutscher Generalarzt des Heeres der Bundeswehr.

Leben

Schönfeld wurde als Sohn eines Kaufmanns geboren und von Oktober 1943 bis Januar 1944 Luftwaffenhelfer in Chemnitz. Nach dem Reichsarbeitsdienst trat er am 1. Mai 1944 als Reserve-Offizier-Bewerber beim Grenadier-Ersatz-Bataillon in Teplitz-Schönau in die Wehrmacht ein. In jenem Bataillon diente er bis Oktober 1944. Im Januar 1945 wurde er Fahnenjunker-Unteroffizier und Gruppenführer in einem Grenadier-Regiment im Vogtland. Im Mai 1945 geriet er in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.[1][2]

Schönfeld studierte von 1946 bis 1947 Musik an der Staatlichen Hochschule für Musik – Mendelssohn-Akademie in Leipzig. Am 21. November 1947 immatrikulierte er sich im Fach Humanmedizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle (Saale). Am 4. Mai 1951 wurde er wegen des Vorwurfs der Boykotthetze verhaftet und in die Strafvollzugsanstalt Magdeburg-Sudenburg eingeliefert. Vorgeworfen wurde ihm die Verbrennung eines Stalin-Plakats. In erster Instanz wurde er am 3. Oktober 1951 von der 1. Strafkammer des Landgerichts Halle aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nach Revision der DDR-Staatsanwaltschaft wurde er in zweiter Instanz am 3. April 1952 vom Oberlandesgericht Halle erneut freigesprochen und einen Tag später aus der Haft entlassen.[3] Er setzte daraufhin sein Studium an der Freien Universität Berlin fort. Am 5. Februar 1954 erfolgte die Approbation zum Arzt und am 11. Mai 1954 die Promotion zum Doktor der Medizin mit einer Dissertation zum Thema „Untersuchungen über den Zustand nach Uterusexstirpation und supravaginaler Uterusamputation“.[4] Von Mai 1954 bis Juli 1955 war er Assistenzarzt am Krankenhaus Am Urban in Berlin, von August bis Dezember 1955 selbständig mit Praxisvertretungen in Berlin und von Januar bis Dezember 1956 Assistenzarzt im Fachbereich Chirurgie am Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin.[1][2]

Am 3. Dezember 1956 trat Schönfeld als Stabsarzt in die Bundeswehr ein und war bis Oktober 1957 Arzt in der Annahmeorganisation des Heeres in Wiesbaden und München. Danach war er bis Mai 1963 Truppenarzt beim Pionierbataillon 4 in Ingolstadt, wo er 1962 zum Oberstabsarzt befördert wurde, bis September 1965 Truppenarzt an der Kampftruppenschule II in Munster, von Oktober 1965 bis August 1968 Kompaniechef einer Sanitätskompanie im Versorgungsbataillon 96 in Munster, danach bis März 1971 Brigadearzt der Panzerbrigade 33 in Lingen (Ems), wo er zum Oberfeldarzt ernannt wurde, bis Januar 1973 Lehrstabsoffizier, Hörsaalleiter und Inspektionschef an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München, wo er 1972 Oberstarzt wurde, und bis September 1975 Divisionsarzt der 7. Panzergrenadierdivision in Unna.[1][2]

Im Oktober 1975 wurde Schönfeld Kommandeur des Sanitätskommandos 1 und Korpsarzt des I. Korps in Münster,[5.1] im Oktober 1979 Referatsleiter in der Inspektion des Sanitäts- und Gesundheitswesens II im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn und im September 1982 Leitender Sanitätsoffizier im Supreme Headquarters Allied Powers Europe der NATO in Mons in Belgien.[5.2]

Im April 1985 wurde Schönfeld zum Generalarzt ernannt und Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München.[5.3] Mit Ablauf des März 1987 wurde er in den Ruhestand versetzt.[6]

Schönfeld war verheiratet, evangelisch und hatte zwei Kinder, die beide ebenfalls Mediziner wurden.[2]

Auszeichnungen

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

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