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Günther Deschner

deutscher Historiker, Publizist und Dokumentarfilmer From Wikipedia, the free encyclopedia

Hans Günther Deschner (* 14. Mai 1941 in Fürth, Bayern; † 11. Januar 2023[1]) war ein deutscher Journalist, Historiker, Publizist und Dokumentarfilmer, der sich vorwiegend mit der Zeit des Nationalsozialismus und Fragen des Nahen Ostens, insbesondere der Ethnie der Kurden, befasste. Er war Mitarbeiter und Redakteur in rechtsextremen und neurechten Medien.

Biografie

Deckblatt der Nürnberger Dissertation von 1968

Günther Deschner wurde als Sohn des Handwerkers Johann Friedrich Deschner und dessen Frau Anna in Fürth geboren. Nach dem Besuch der Grundschule in Fürth und Nürnberg und dem Abitur an der Dürer-Oberrealschule in Nürnberg 1960 studierte er Geschichte und Politische Wissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Während des Studiums beschäftigte sich Deschner vorwiegend mit Religions- und Geistesgeschichte, Osteuropäischer Geschichte, Politikwissenschaft und Publizistik. Zudem besuchte er Vorlesungen in Neuerer Geschichte und Geographie. Während eines Studienaufenthalts in Belgien erarbeitete Deschner große Teile seiner Dissertation über „Gobineau und Deutschland“. Der Einfluß von Gobineaus „Essai sur l’inégalité des races humaines“ auf die deutsche Geistesgeschichte 1853–1917, mit der er im Februar 1968 an der Philosophischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg bei Hans-Joachim Schoeps promoviert wurde (Zweitgutachter war Franz Ronneberger).

Anschließend war Deschner Lektor und Redakteur in mehreren Zeitungs- und Buchverlagen. Als Journalist schrieb er bis 2005 meist in der Tageszeitung Die Welt, in der er zeitweise Ressortleiter der Kultur war, daneben in kleineren Periodika wie criticón. Zuletzt schrieb er für das Wochenblatt Junge Freiheit.

Von 1976 bis 1981 war Deschner als Verwaltungsrat Mitglied des Vorstandes des Vereins für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA).[2] In den 1980er Jahren gehörte Deschner der Redaktion von Nouvelle École, dem Organ der rechtsextremen französischen Organisation GRECE an.[3] Deschner firmierte im Oktober 1987 als Chefredakteur des „unabhängigen Nachrichtenmagazins PLUS“, einem Projekt des Verlegers Dietmar Straube, das darauf abzielte, die angebliche „Alleinherrschaft“ des Magazins Der Spiegel zu brechen und zu verhindern, „dass Augstein weitere Rufmordkampagnen tätigt.“[4][5] 1990 gründete Deschner seinen eigenen Medienverlag Media D, wo er einige Filme produzierte.

Von der Gründung im Dezember 2009 bis Februar 2011 war Günther Deschner Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Zuerst! („Das Magazin für deutsche Interessen“). Seine Mitarbeit in dem vom rechtsextremen Verleger Dietmar Munier herausgegebenen Magazin sah Deschner als Fortführung seiner bisherigen politischen Positionen an:

„Ich und meine Kollegen haben in der Welt nicht anders geschrieben, als wir heute schreiben. Wenn man das heute möglicherweise als zu rechts empfinden sollte, kann man sagen, nicht wir haben uns weiter nach rechts bewegt, sondern das Parteiensystem und die Medienlandschaft haben sich weiter nach links bewegt.[6]“

In seinem Buch Die Kurden. Volk ohne Staat beschreibt Deschner den politischen, historischen und wirtschaftlichen Zustand der Kurden. Seit 1972 hat er Kurdistan mehrfach bereist und das Bestreben kurdischer Parteien und Bewegungen nach Unabhängigkeit verfolgt. Er führte Gespräche mit Mustafa Barsani, dem Chef der Patriotischen Union Kurdistan (PUK) Dschalal Talabani, sowie dem jetzt inhaftierten ehemaligen Führer der PKK Abdullah Öcalan. Stets seien – so seine Bilanz – die Kurden wie Bauern auf dem Schachbrett der regionalen wie auch internationalen Politik benutzt worden.[7] Die AfD-Politikerin Irmhild Boßdorf ist eine Tochter von Deschner.[8]

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

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