Günther Gumprich
deutscher Marineoffizier
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Günther August Gumprich (* 6. Januar 1900 in Stuttgart; † 17. Oktober 1943) war ein deutscher Marineoffizier.
Leben
Gumprich trat im Alter von 16 Jahren am 4. Juli 1916 inmitten des Ersten Weltkrieges als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Nach Ausbildung auf der Marineschule und der Freya bis November desselben Jahres diente er anschließend bis März 1918 auf der Kronprinz Wilhelm, wo auch seine Beförderung zum Fähnrich zur See (Patent vom 26. April 1917)[1] erfolgte. Bis Kriegsende diente er dann noch auf der Bayern, wo er am 18. September 1918 noch das Patent zum Leutnant zur See erhielt. Gumprich wurde schließlich als einer von wenigen Marineoffizieren in die neu gegründete Reichsmarine übernommen und wurde dort am 1. April 1922 zum Oberleutnant zur See befördert. Seine Beförderung zum Kapitänleutnant erhielt er am 1. April 1929.[2] Im Oktober 1931 wurde er Kommandeur des Torpedoboots Seeadler und führte es bis September 1932.[3] Am 1. Mai 1935 wurde er zum Korvettenkapitän in der jetzt umbenannten Kriegsmarine ernannt.[4] Er wirkte 1936 als Chef der 3. Torpedobootsflottille in Wilhelmshaven.[4] Von Oktober 1937 bis Juni 1941 war er Referent im Oberkommando der Wehrmacht.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Gumprich am 1. Juni 1940 Kapitän zur See und löste am 30. November 1941 Otto Kähler als Kommandanten des Hilfskreuzers Thor ab. Von einem französischen Hafen aus machte er sich auf die Reise nach Japan. Unter seinem Kommando konnte der Hilfskreuzer zehn Frachter und Tanker aufbringen oder versenken, darunter die englische Indus,[5] wobei 23 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Auch erbeutete die Thor das australische Passagierschiff Nankin mit 162 Passagieren und 180 Besatzungsangehörigen. Nachdem das Schiff in Yokohama angekommen war, kam es am 30. November 1942 auf dem dort vor Anker liegenden Versorgungstanker Uckermark zu einer Explosion, durch die auch die Thor in Brand geriet und ausbrannte. Gumprich wurde dann dem deutschen Marineattaché in Tokio, Konteradmiral Paul Wenneker, als Gehilfe zur Seite gestellt.
Am 2. März 1943 löste Gumprich Hellmuth von Ruckteschell als Kommandanten des in Japan angekommenen Hilfskreuzers Michel ab. Auf einer Feindfahrt zerstörte die Michel unter seinem Kommando drei norwegische Frachter und Tanker, wobei zahlreiche Besatzungsmitglieder starben. Dabei geriet die Michel am 29. September nachts in einen von Zerstörern eskortierten alliierten Konvoi auf dem Weg nach Hawaii. Gumprich gelang es, sich behutsam aus dem Konvoi zu lösen, ohne enttarnt zu werden. Da es keine im Pazifik operierenden deutschen Versorger mehr gab, sah sich Grumprich gezwungen, nach Japan zurückzukehren, um dort neuen Treibstoff zu bunkern. Auf dem Weg nach Yokohama wurde die Michel in der Nacht zum 17. Oktober vom US-amerikanischen U-Boot Tarpon entdeckt. Über Wasser fahrend, folgte die Tarpon der Michel und begab sich in Schussposition. Um 1:56 Uhr schoss sie vier Torpedos ab, von denen zwei die Michel trafen. Diese stoppte, fuhr dann jedoch weiter und lief direkt auf das U-Boot zu, welches jedoch abtauchte und hinter der Michel wieder auftauchte, um einen zweiten Torpedofächer zu schießen. Einer der Torpedos traf die Michel am Heck, löste eine heftige Explosion aus und ließ die Michel in wenigen Minuten untergehen. Von den 373 Offizieren und Mannschaften an Bord starben 263, darunter auch Gumprich.
Günther Gumprich wurde mit dem Komturkreuz des Ordens der Krone von Italien, dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (31. Dezember 1942), dem Deutschen Kreuz in Gold, dem Kriegsabzeichen für Hilfskreuzer und dem Orden des Heiligen Schatzes III. Klasse ausgezeichnet.
Literatur
- Walter Lohmann, Hans H. Hildebrand: Die deutsche Kriegsmarine, 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. Band 3, Podzun, 1956, S. 107.
- Walter Riccius: Günther Gumprich 1900–1943. In: Ders.: Die Institution der Marineattachés. Deutsche Marineattachés von Beginn bis 1945. Verlag Dr. Köster, Berlin 2023, ISBN 978-3-96831-040-4, S. 118.