Hagaz
Stadt in Eritrea
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Hagaz (Tigrinya: ሓጋዝ, arabisch حقاز) ist eine Stadt im Norden Eritreas. Sie liegt in der Region Anseba und ist die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts Hagaz.
Im Jahr 1997 wurde die Einwohnerzahl auf 11.861 geschätzt.[1]
| Hagaz | ||
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| Koordinaten | 15° 42′ N, 38° 16′ O | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Eritrea | |
| Provinz | Anseba | |
| ISO 3166-2 | ER-AN | |
| Einwohner | 11.861 | |
Geographie
Die Stadt befindet sich im Norden des Landes im Hochland Eritreas und liegt zwischen den Städten Agordat im Westen und Keren, der Hauptstadt der Region Anseba, im Osten.
Die Städte sind mit der Fernstraße P-2 verbunden, die bis in die Hauptstadt Asmara führt. Der Ort ist somit verkehrstechnisch gut angebunden.
Südlich von Hagaz fließt der Fluss Anseba, der allerdings nur während der Regenzeit zwischen Juni und September Wasser führt und den Rest des Jahres trocken liegt.[2]
Das Gebiet der Stadt erstreckt sich auf einer Fläche von circa 3,7 Kilometer Breite und 2,2 Kilometern Länge.
Geschichte
Die Stadt Hagaz, wie sie heute existiert, ist noch relativ jung und geprägt durch bewaffnete Konflikte und Hilfsmaßnahmen der katholischen Kirche in Eritrea.
Ursprünglich wurde der Ort hauptsächlich als Wasserquelle für die Region genutzt, bis 1925 ein Bahnhof auf der Eisenbahnstrecke zwischen Keren und Agordat eingerichtet wurde. Im Jahr 1935 wurde die Verbindung durch die Fernstraße ergänzt.
Während des eritreischen Unabhängigkeitskriegs wurde Hagaz zum Schauplatz einer Militäroperation der äthiopischen Armee unter Führung von Haile Selassie. Viele umliegende Dörfer wurden zerstört. Es kam zu Massakern in der Region.
Hagaz wurde daraufhin als nächstgrößere Siedlung zum Konzentrationspunkt für Vertriebene.
Im Jahr 1984 entschied sich die katholische Kirche Hagaz zum Zentrum für Hilfsmaßnahmen für von der damaligen Dürre betroffene Distrikte zu machen. Durch die bereitgestellten Handels- und Entwicklungshilfen wuchs die Bevölkerung der Stadt innerhalb eines Jahres von ungefähr 300 Familien auf mehr als 2000 Familien.
1989 wurde eine Pfarrschule gegründet und 1999 die überregional bekannte agrartechnologische Schule.
Infrastruktur
In Hagaz befindet sich eine agrartechnologische Schule, die die Menschen aus der Region, die zu einem Hauptteil in der Landwirtschaft tätig sind, in verschiedenen Disziplinen ausbildet, zum Beispiel: landwirtschaftliche Maschinen, Aufzucht von Nutzpflanzen und -tieren und Bodenschutz. Außerdem wird dort Wein, Joghurt und Käse produziert.
Die Universität wurde ursprünglich als katholische Bildungseinrichtung gegründet, wurde aber im Jahr 2022 im Zuge von Verstaatlichungen von katholischen Schulen enteignet und befindet sich nun in der Hand der Regierung.[3]
Hagaz verfügt über ein Krankenhaus.
Religion
Eine katholische Kirche, die den Heiligen Peter und Paul geweiht ist, wurde im Jahr 2003 gegründet und bildet seitdem einen Anlaufpunkt für Katholiken der Region, zusätzlich zu einem Gebetszentrum in der agrartechnologischen Schule.[4]
Außerdem gibt es eine sunnitische Moschee im Stadtzentrum.
