Hagstaffelweiher
Naturschutzgebiet in Baden-Württemberg
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Der Hagstaffelweiher ist ein Weiher zwischen den Konstanzer Teilorten Wallhausen und Dettingen im baden-württembergischen Landkreis Konstanz, der inklusive seines schützenswerten Umfelds mit Verordnung vom 14. September 1988 als Naturschutzgebiet (NSG-Nummer 3.165) ausgewiesen wurde.
Naturschutzgebiet „Hagstaffelweiher“
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Blick nach Nordwesten (Februar 2024) | ||
| Lage | Konstanz, Landkreis Konstanz, Baden-Württemberg, Deutschland | |
| Fläche | 7,619 ha | |
| Kennung | 3.165 | |
| WDPA-ID | 163476 | |
| Geographische Lage | 47° 44′ N, 9° 8′ O | |
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| Einrichtungsdatum | 14. September 1988 | |
| Verwaltung | Regierungspräsidium Freiburg | |
Es handelt sich um einen ursprünglich künstlich angelegten Weiher mit einem heute kaum mehr in der Natur als solcher erkennbaren Staudamm am Südende und einem Wehr als Abfluss. Bevor das Gebiet unter Schutz gestellt wurde, erfolgte eine Bewirtschaftung des Gewässers als Fischweiher.
Lage
Schutzzweck
Wesentlicher Schutzzweck ist „die Erhaltung eines verlandenden mesotrophen Sees mit naturnaher, gut zonierter Vegetation bis hin zu den trockenen Hängen der Drumlins als wichtiges Brut-, Rast- und Nahrungsgebiet vieler Vögel, das durch seine Unzugänglichkeit einen unersetzlichen Rückzugsraum für seltene und gefährdete Pflanzen und Tiere bildet.“[3]
Biotoptypen
Folgende Biotoptypen sind im Hagstaffelweiher bezeichnet:
- 13.81 – Offene Wasserfläche eines naturnahen Weihers
- 13.82 – Verlandungsbereich eines naturnahen Weihers
- 13.91 – Naturferner Bereich eines Sees, Weihers oder Teichs
- 33.41 – Fettwiese mittlerer Standorte
- 33.43 – Magerwiese mittlerer Standorte
- 34.12 – Tauch- oder Schwimmblattvegetation der Stillgewässer
- 34.20 – Vegetation einer kies-, Sand- oder Schlammbank
- 34.51 – Ufer-Schilfröhricht
- 34.53 – Rohrkolben-Röhricht
- 34.54 – Teichbinsen-Röhricht
- 34.58 – Teichschachtelhalm-Röhricht
- 34.60 – Großseggen-Ried
- 34.61 – Steifseggen-Ried
- 35.11 – Nitrophytische Saumvegetation
- 35.32 – Goldruten-Bestand
- 35.44 – Sonstige Hochstaudenflur
- 36.50 – Magerrasen basenreicher Standorte
- 42.20 – Gebüsch mittlerer Standorte
- 42.23 – Schlehen-Liguster-Gebüsch mittlerer Standorte
- 42.31 – Grauweiden- und Ohrweiden-Feuchtgebüsch
- 43.11 – Brombeer-Gestrüpp
- 50.0 – Wälder
- 59.44 – Fichten-Bestand
- 59.50 – Parkwald
Flora und Fauna
Folgende, seltene und teils vom Aussterben bedrohte Arten (Auswahl) sind im Naturschutzgebiet Hagstaffelweiher beschrieben:
Flora
- Binsengewächse
- Stumpfblütige Binse (Juncus subnodulosus)
- Enziangewächse
- Echtes Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea)
- Korbblütler
- Berg-Aster (Aster amellus)
- Laichkrautgewächse
- Spiegelndes Laichkraut (Potamogeton lucens)
- Lippenblütler
- Hain-Salbei (Salvia nemorosa)
- Orchideen
- Helm-Knabenkraut (Orchis militaris)
- Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)
- Rohrkolbengewächse
- Schmalblättriger Rohrkolben (Typha angustifolia)
- Sauergrasgewächse
- Steife Segge (Carex elata)
- Schachtelhalmgewächse
- Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile)
- Seerosengewächse
- Weiße Seerose (Nymphaea alba)
- Weidengewächse
- Lavendel-Weide (Salix eleagnos)
- Binsengewächse
Fauna
- Amphibien
- Bergmolch (Ichthyosaura alpestris), Erdkröte (Bufo bufo), Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea), Grasfrosch (Rana temporaria), Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus) und Teichmolch (Triturus vulgaris)
- Insekten
- Fledermaus-Azurjungfer (Coenagrion pulchellum) und Vierfleck (Libellula quadrimaculata)
- Vögel
- Amsel (Turdus merula), Dorngrasmücke (Sylvia communis), Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus), Fitis (Phylloscopus trochilus), Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla), Grünspecht (Picus viridis), Mehlschwalbe (Delichon urbica), Pirol (Oriolus oriolus), Rauchschwalbe (Hirundo rustica), Singdrossel (Turdus ericetorim), Sperber (Accipiter nisus), Sumpfmeise (Parus palustris), Wacholderdrossel (Turdus pilaris) und Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)
- Amphibien
Zusammenhang mit anderen Schutzgebieten
Mit dem Naturschutzgebiet Hagstaffelweiher sind das Landschaftsschutzgebiet „Bodanrück“ (3.35.009), das Vogelschutzgebiet „Bodanrück“ (8220-402) sowie das FFH-Gebiet „Bodanrück und westl. Bodensee“ (8220-341) als zusammenhängende Schutzgebiete ausgewiesen. (Stand: Juli 2017)
Siehe auch
Weblinks
- Verordnung, Datenauswertebogen und Karte im Steckbrief des Naturschutzgebietes im Schutzgebietsverzeichnis der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
- Das NSG Hagstaffelweiher in der World Database on Protected Areas (englisch)

