Halbstrauch-Ehrenpreis

Art der Gattung Ehrenpreis (Veronica) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Halbstrauch-Ehrenpreis (Veronica fruticulosa), auch Strauchiger Ehrenpreis genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ehrenpreis (Veronica) innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Halbstrauch-Ehrenpreis

Halbstrauch-Ehrenpreis (Veronica fruticulosa)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Tribus: Veroniceae
Gattung: Ehrenpreis (Veronica)
Art: Halbstrauch-Ehrenpreis
Wissenschaftlicher Name
Veronica fruticulosa
L.
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Beschreibung

Habitus und Blüten
Blütenstand und zygomorphe Blüte

Vegetative Merkmale

Der Halbstrauch-Ehrenpreis ist ein Halbstrauch der Wuchshöhen von 10 bis 20 Zentimeter erreicht. Die Zweige sind drüsig behaart.[1]

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. An blühenden Zweigen stehen sechs bis zwölf Blattpaare. Der Blattstiel ist relativ kurz. Die einfache, fast kahle Blattspreite ist bei einer Länge von bis 25 Millimetern schmal-eiförmig.[1]

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli.[1] Der endständige, traubige Blütenstand enthält meist 8 bis 15 Blüten. Der Blütenstiel ist drüsig, abstehend behaart.[1]

Die zwittrige Blüte ist zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenkelch ist drüsig, abstehend behaart. Die Blütenkrone ist blass-rosafarben mit dunkleren Adern.[1]

Die zweiteilige Kapselfrucht ist 5 bis 7 Millimeter lang und enthält viele Samen. An der drüsig, samtig behaarten Kapselfrucht sind der beständige Kelch und der Griffel vorhanden.[1]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[2]

Vorkommen

Für den Halbstrauch-Ehrenpreis gibt es Fundortangaben in Spanien, Frankreich, Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, Italien, Slowenien, Bulgarien und in der Ukraine vor.[3]

Der Halbstrauch-Ehrenpreis gedeiht in Mitteleuropa in sonnigen Steinschuttfluren der alpinen und subalpinen Höhenstufe auf mäßig frischen, lockerem Kalkschutt, auch in Felsspalten. Er ist eine Charakterart der Pflanzengesellschaften des Verbands Thlaspeion rotundifolii, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Potentillion caulescentis vor. In Deutschland steigt er im bayerischen Allgäu südöstlich des Saloberggipfels bis zu einer Höhenlage von 2000 Metern auf.[4] Auf der Schwäbischen Alb kommt er seit etwa 1896 am Fuchseck eingebürgert vor.[2][5]

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).[1]

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Veronica fruticulosa erfolgte 1762 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2. Auflage, Band 1. S. 15.[3]

Literatur

  • The European Garden Flora. Volume VI, Part IV, Cambridge Univ. Press, 2000, ISBN 0-521-42097-0, S. 334–338.
  • Hans Ernst Heß, Elias Landolt, Rosemarie Hirzel: Flora der Schweiz und angrenzender Gebiete. Band 3, Birkhäuser, 1972, ISBN 978-3-0348-7656-8 (Reprint), S. 192.

Einzelnachweise

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