Haliscomenobacter hydrossis

Art der Gattung Haliscomenobacter From Wikipedia, the free encyclopedia

Haliscomenobacter hydrossis ist eine Bakterienart. Sie gehört zu der Familie der Lewinellaceae.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Haliscomenobacter hydrossis
Systematik
Abteilung: Bacteroidetes
Klasse: Sphingobacteriia
Ordnung: Sphingobacteriales
Familie: Lewinellaceae
Gattung: Haliscomenobacter
Art: Haliscomenobacter hydrossis
Wissenschaftlicher Name
Haliscomenobacter hydrossis
van Veen et al. 1973
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Erscheinungsbild

Die Art ist Gram-negativ. Es handelt sich um dünne Stäbchen im Bereich von 0,4 bis 0,5 µm und 3 bis 5 µm. Die Zellen bilden manchmal dünne Fäden mit Abzweigungen, die deutlich kürzer als die Hauptfäden sind. Die Länge kann bis zu 300 μm betragen. Sie bilden keine Ruhestadien. Geißeln sind nicht vorhanden, es erfolgt keine Bewegung. Auch ein "gliding motility" wurde nicht beobachtet. Gutes Wachstum erfolgt bei Temperaturen von 8 bis 30 °C, optimales Wachstum bei 25 bis 27 °C. Manchmal werden einzelne Zellen beobachtet.[1] Die Fähigkeit, eine Hülle zu bilden, scheint für den Typstamm allerdings verloren gegangen zu sein. Während der stationären Wachstumsphase werden auch atypische Verzweigungen gebildet. Die Seitenzweige sind im Vergleich zum Hauptfilament kürzer. Die Verzweigung unterbricht offenbar die Hauptscheide, wobei vermutlich die Zellen in diesen Bereichen eine neue Scheide bilden. Carotinoide werden produziert, wodurch rosa gefärbte Kolonien entstehen.

Für H. hydrossis, das in Kultur relativ schwer zu halten ist, werden strenge Wachstumsanforderungen angegeben. Für das Wachstum sind Vitamin B12, Thiamin, Kalzium (>20 mg l−1), Magnesium (>5 mg l−1) und Phosphor (0,05–0,2 g l−1) erforderlich. Ein überdurchschnittliches Wachstum wurde unter relativ nährstoffarmen Bedingungen beobachtet, während es durch höhere Konzentrationen von Ammoniak (>2 g/l), Hefeextrakt oder Pepton gehemmt wurde. Eine Speicherung von Polyhydroxyalkanoat (PHA) findet nicht statt, aber es wird eine Anreicherung von Kohlenhydrat-Speicherpolymeren vermutet. In axenischer Kultur wird jedoch eine relativ geringe Speicherung beobachtet, selbst bei Vorhandensein von überschüssiger Glukose.[1]

Wachstum und Stoffwechsel

Die Art ist aerob und chemo-organotroph. Sauerstoff dient als Elektronenakzeptor. Mehrere organische Stoffe können als Energiequelle und für das Wachstum genutzt werden. Hierzu zählen Glucose, Fructose und Stärke. Als Stickstoffquelle können Ammoniumsalze, Nitrat sowie andere organische Stoffe genutzt werden. Das wichtigste zelluläre Polyamin ist Spermidin und die wichtigsten Menachinone sind MK-7 (70–90 %) und MK-6 (10–30 %).

Ökologie

Haliscomenobacter hydrossis kommt im Süßwasser und Abwasser vor. Starkes Vorkommen im belebten Schlamm der Abwasserreinigungsanlagen der Fleischindustrie, in Sümpfen wurde es in eher kleinen Mengen gefunden.

Systematik

Die Art wurde ursprünglich von Walter Migula in 1895 als Streptothrix hyalina beschrieben. Neben Haliscomenobacter hydrossis zählt noch "Candidatus Haliscomenobacter calcifugiens" zu der Gattung Haliscomenobacter. Die Familie wurde ursprünglich zu der Familie Saprospiraceae gestellt. Aktuell (2026) zählt sie zu der Familie Lewinellaceae, die im Jahr 2017 von Richard L. Hahnke und Mitarbeitern aufgestellt wurde. Die Familie gehört zu der Abteilung der Bacteroidetes. Neben Haliscomenobacter hydrossis zählt noch "Candidatus Haliscomenobacter calcifugiens" zu der Gattung.[2]

Einzelnachweise

Literatur

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