Handball-Gauliga Südwest

deutsche Feldhandball-Liga in der Zeit des Nationalsozialismus From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Handball-Gauliga Südwest (ab 1939: Handball-Bereichsklasse Südwest) war eine der obersten deutschen Feldhandball-Ligen in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie bestand von 1933 bis 1941.

Geschichte

Vorgänger der Handball-Gauliga Südwest war die Süddeutsche Feldhandball-Meisterschaft, welche vom Süddeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verband (SFuLV) ausgetragen wurde. Dessen Sieger qualifizierte sich für die von der Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik organisierte Deutsche Feldhandballmeisterschaft. Im Zuge der Gleichschaltung wurden der SFuLV und die anderen bestehenden regionalen Feldhandball-Verbände in Deutschland wenige Monate nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 aufgelöst. An deren Stelle traten anfangs 16 Handball-Gauligen, deren Sieger sich für die nun vom Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen organisierte Deutsche Feldhandballmeisterschaft qualifizierten. Das Verbandsgebiet des SFuLV wurde dabei aufgeteilt, Vereine aus der Saarpfalz und Main-Hessen spielten fortan in der Gauliga Südwest.

Die Feldhandball-Gauliga Südwest startete 1933 mit zwei Staffeln zu je acht Teilnehmern. Zur kommenden Spielzeit wurde der Spielbetrieb auf eine Gruppe mit zehn Teilnehmern verkleinert. Kriegsbedingt gab es in der Spielzeit 1939/40 erneut zwei Staffeln. Insgesamt sechs Mannschaften konnten die Gaumeisterschaft im Verlauf des Bestehens gewinnen, wobei es nur dem Polizei SV Darmstadt und der SA-KSG Frankfurt gelang, diese mehr als einmal zu gewinnen. Bei den Deutschen Feldhandballmeisterschaften gewann Polizei SV Darmstadt gleich in der ersten Spielzeit 1933/34 überraschend die Meisterschaft. In den kommenden Spielzeiten konnte an diesen Erfolg nicht mehr angeknüpft werden, die Vertreter Südwests schieden regelmäßig in den ersten Runden aus.

1941 wurde der Sportbereich Südwest kriegsbedingt aufgelöst und die Vereine den neuen, kleineren Gauligen Westmark und Hessen-Nassau zugeteilt.

Meister der Handball-Gauliga Südwest 1934–1941

Rekordmeister

Rekordmeister der Gauliga Südwest sind der Polizei SV Darmstadt und die SA-KSG Frankfurt, die die Meisterschaft insgesamt jeweils zwei Mal gewinnen konnte.

Weitere Informationen Verein, Titel ...
Verein Titel Jahr
Polizei SV Darmstadt / MSV Darmstadt 2 1934, 1936
SA-KSG Frankfurt 2 1940, 1941
SV Darmstadt 98 1 1935
VfR Schwanheim 1 1937
VfL 1880 Haßloch 1 1938
TSG 1861 Ludwigshafen 1 1939
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Tabellen

1933/34

Weitere Informationen Pl., Verein ...
Staffel Main-Hessen
Pl. Verein Sp. Tore Punkte
1.Polizei SV Darmstadt14 137:4826–20
2.TSV 1883 Herrnsheim14 103:6622–60
3.VfR Schwanheim14 103:8216–12
4.SV Darmstadt 9812 89:8214–10
5.TG Offenbach 188513 62:86010–16
6.SV Wiesbaden13 58:7108–18
7.TG 1847 Rüdesheim13 43:9906–20
8.TSG Fechenheim 186012 45:9204–20
Staffel Saarpfalz
Pl. Verein Sp. Punkte
1.TV 1881 Friesenheim1422–60
2.FC Pfalz Ludwigshafen1219–50
3.VfR Kaiserslautern1215–90
4.SpVgg Merzig1214–10
5.VT Oggersheim1009–11
6.TV 1861 Kaiserslautern1209–15
7.TV Malstatt1006–14
8.TV Neunkirchen1200–24
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Legende
Qualifikation Finale
Absteiger
Finale

Da beide Staffelsieger jeweils ein Spiel gewannen und eine Addition der Ergebnisse nicht vorgesehen war, kam es am 8. April 1934 zu einem Entscheidungsspiel in Worms.

Weitere Informationen Gesamt, Hinspiel ...
Gesamt Hinspiel Rückspiel3. Spiel
TV 1881 Friesenheim
(Staffelsieger Saarpfalz)
14:24 Polizei SV Darmstadt
(Staffelsieger Main-Hessen)
6:3 2:10 6:11
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1934/35

Weitere Informationen Pl., Verein ...
Pl. Verein Sp. S U NTore Diff. Punkte
1. SV Darmstadt 98 18 14 2 2 157:111 +46 30:60
2. Polizei SV Darmstadt (M) 18 13 2 3 155:810 +74 28:80
3. SV Wiesbaden 18 9 4 5 085:690 +16 22:14
4. TV 1883 Herrnsheim 18 10 1 7 115:870 +28 21:15
5. TV 1880 Haßloch (N) 18 10 0 8 100:980 +2 20:16
6. VfR Schwanheim a 18 7 2 9 098:950 +3 16:20
7. VfR Kaiserslautern 18 6 1 11 084:132 −48 13:23
8. TV 1881 Friesenheim 18 5 2 11 078:113 −35 12:24
9. FC Pfalz Ludwigshafen 18 3 3 12 098:142 −44 09:27
10. SV Offenbach 18 4 1 13 086:119 −33 09:27
Quelle: Darmstädter Tagblatt Nr. 91/1935[1], Stand: Saisonende
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a 
Zog sich nach der Spielzeit aus der Gauliga zurück.
Weitere Informationen (M), (N) ...
Legende
Qualifikation Deutsche Feldhandball-Meisterschaft 1934/35
Absteiger
(M) Titelverteidiger
(N) Aufsteiger
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1935/36

Weitere Informationen Pl., Verein ...
Pl. Verein Sp. Tore Punkte
1.Polizei SV Darmstadt b14135:69026–20
2.TSV 1883 Herrnsheim14113:75019–90
3.TV 1880 Haßloch14096:95015–13
4.SV Ingobertia St. Ingbert (N)14100:10615–13
5.SV Darmstadt 98 (M)14099:90014–14
6.FSV Frankfurt (N)14068:89010–18
7.SV Wiesbaden14048:66009–19
8.VfR Kaiserslautern14050:11904–24
9.TV 1881 Friesenheimzurückgezogen
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b 
Umbenennung 1936 in MSV Darmstadt, nahm mit diesem Namen bereits an der diesjährigen Deutschen Meisterschaft teil.
Weitere Informationen (M), (N) ...
Legende
Qualifikation Deutsche Feldhandball-Meisterschaft 1935/36
Absteiger
(M) Titelverteidiger
(N) Aufsteiger
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1936/37

Die Abschlusstabelle ist nur teilweise überliefert. Folgende Mannschaften nahmen teil (Reihenfolge nach unvollständigem Zwischenstand):

1937/38

Weitere Informationen Pl., Verein ...
Pl. Verein Sp. Tore Punkte
1.VfL 1880 Haßloch16134:89026–60
2.TSG 1861 Ludwigshafen16106:10218–14
3.MSV Darmstadt16125:12517–15
4.SC Viktoria Griesheim (N)16118:12315–17
5.Polizei SV Frankfurt (N)16122:12915–17
6.TSV 1883 Herrnsheim16093:10714–18
7.SV Darmstadt 9816120:12113–19
8.RSV Germania Pfungstadt16087:10013–19
9.VfR Schwanheim16084:96013–19
Quelle: Darmstädter Tagblatt Nr. 146/1938[2]
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Weitere Informationen (M), (N) ...
Legende
Qualifikation Deutsche Feldhandball-Meisterschaft 1937/38
Absteiger
(M) Titelverteidiger
(N) Aufsteiger
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1938/39

Weitere Informationen Pl., Verein ...
Pl. Verein Sp. Tore Punkte
1.TSG 1861 Ludwigshafen18148:87032–40
2.GfL Griesheim18181:12730–60
3.Polizei SV Frankfurt c18142:13022–14
4.GfL Darmstadt (N)18148:13819–17
5.RSV Germania Pfungstadt18102:10119–17
6.VfL 1880 Haßloch (M)18105:14516–20
7.TSV 1883 Herrnsheim c18080:99014–22
8.MSV IR 115 Darmstadt c18089:87012–24
9.SV Darmstadt 9818113:13111–25
10.TuRa Ludwigshafen (N)18082:14505–31
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c 
Zog sich nach der Spielzeit aus der Gauliga zurück.
Weitere Informationen (M), (N) ...
Legende
Qualifikation Deutsche Feldhandball-Meisterschaft 1938/39
Absteiger
(M) Titelverteidiger
(N) Aufsteiger
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1939/40

Weitere Informationen Pl., Verein ...
Staffel I
Pl. Verein Sp. Tore Punkte
1.SA-KSG Frankfurt (N)1074:3018–20
2.GfL Pfungstadt0979:5414–40
3.GfL Griesheim0767:5806–80
4.GfL Darmstadt0942:8406–12
5.SV Darmstadt 980638:5304–80
6.SV Wiesbaden (N)0949:7002–16
Staffel II
Pl. Verein Sp. Punkte
1.VfL 1880 Haßloch917–10
2.GfL Oggersheim (N)908–10
3.VfL Friesenheim (N)707–70
4.Wormatia Worms (N)606–60
5.TuRa Ludwigshafen805–11
6.TSG 1861 Ludwigshafen (M)703–11
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Weitere Informationen (M), (N) ...
Legende
Qualifikation Finale
Absteiger
(M) Titelverteidiger
(N) Aufsteiger
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Finale

Weitere Informationen Gesamt, Hinspiel ...
Gesamt Hinspiel Rückspiel
VfL Haßloch
(Sieger Staffel II)
11:19 SA-KSG Frankfurt
(Sieger Staffel I)
6:10 5:9
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1940/41

Weitere Informationen Pl., Verein ...
Staffel I
Pl. Verein Sp. Tore Punkte
1.SA-KSG Frankfurt1088:5116–4
2.TG Dietzenbach1068:6313–7
3.VfR Schwanheim1055:4612–8
4.TV Mombach1078:7811–9
5.TG Offenbach1063:7708–12
6.GfL Pfungstadt1049:8200–20
Staffel II
Pl. Verein Sp. Tore Punkte
1.VfL 1880 Haßloch14 248:6727–10
2.TSG 1861 Ludwigshafen14 128:7522–6
3.VfR Frankenthal14 119:9918–10
4.VfL Schifferstadt14 130:11918–10
5.VfL Friesenheim14 61:10708–200
6.IG Farben Ludwigshafen14 90:13607–21
7. TSG Rheingönheim 14 73:139 07–21
8. VfL Speyer 14 88:190 05–23
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Rückzug vom Spielbetrieb während der Saison: GfL Darmstadt, SV Arheiligen und GfL Griesheim in Staffel I und GfL Oggersheim in Staffel II

Finale

Weitere Informationen Gesamt, Hinspiel ...
Gesamt Hinspiel Rückspiel
SA-KSG Frankfurt
(Sieger Staffel I)
24:17 VfL Haßloch
(Sieger Staffel II)
15:11 9:6
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Quellen

Einzelnachweise

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