Handelskrankenkasse

Krankenkasse From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Handelskrankenkasse (kurz hkk, Eigenschreibweise hkk Krankenkasse) ist eine bundesweit geöffnete deutsche Krankenkasse aus der Gruppe der Ersatzkassen. Sie ist Träger der gesetzlichen Krankenversicherung und Mitglied im Verband der Ersatzkassen (vdek). Die Historie der 2008 aus einer freiwilligen Vereinigung hervorgegangenen Krankenkasse reicht bis in das Jahr 1904 zurück.

Geschichte

Ein Krankenschein von ca. 1992

Die Krankenkasse wurde unter dem Namen Handelskrankenkasse am 1. Januar 1904 in Bremen von Ladeninhabern, Vertretern der Handelskammer und kaufmännischen Angestellten als eingetragene Hilfskasse gegründet und wurde später auch mit dem Namenskürzel hkk bezeichnet. 1906 schloss sie sich dem Verband kaufmännischer Krankenkassen Deutschlands mit Sitz in Barmen an, der 1936 zum Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK, heute vdek) umfirmiert wurde. Die Handelskrankenkasse war eine reine Angestelltenkrankenkasse, so dass nur Angestellte und Auszubildende in kaufmännischen Berufen aufgenommen wurden. Die Handelskrankenkasse war Anfang der 1990er Jahre nach eigenen Angaben die beitragsgünstigste aller Angestellten-Ersatzkassen im Bundesgebiet.

Durch die Eingliederung der Innungskrankenkasse Weser-Ems entstand am 1. Januar 2008 eine fusionierte Krankenkasse mit dem neuen Namen hkk.[3] Seit dem 1. Juli 2014 ist der offizielle Satzungsname wieder Handelskrankenkasse (hkk).

Finanzen

Rund 1.600 Mitarbeiter betreuen 2026 ein Haushaltsvolumen von rund 3,8 Mrd. Euro in der Krankenversicherung und rund 1,2 Mrd. Euro in der Pflegeversicherung.[2]

Der kassenindividuelle Zusatzbeitrag entwickelte sich folgendermaßen:

Weitere Informationen Zeitraum, Zusatzbeitrag ...
Zeitraum Zusatzbeitrag
1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2021 0,39 %
1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 0,69 %
1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2024 0,98 %
1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025 2,19 %
Ab 1. Januar 2026[4] 2,59 %
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Struktur und Größe

Haus der Handelskrankenkasse, Hauptverwaltung

Die hkk mit Hauptsitz in Bremen zählt mit mehr als einer Million Versicherten – davon über 790.000 beitragszahlende Mitglieder – zu den zehn größten bundesweit geöffneten Krankenkassen.

Die Handelskrankenkasse betreibt zehn Geschäftsstellen in Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Allgemeine Beratungsangebote werden darüber hinaus in bundesweit rund 2.100 Servicepunkten des Landwirtschaftlichen Versicherungsvereins Münster, LVM (Kooperationspartner private Krankenzusatzversicherung), erbracht. In einigen Geschäftsstellen befinden sich die Beratungseinrichtungen von Handelskrankenkasse und LVM in unmittelbarer Nachbarschaft.

Am 1. Juli 1981 erwarb die Krankenkasse das Haus der Handelskrankenkasse, das die Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft „Hansa“ 1915 als Kontorhaus baute und das kriegszerstört bis 1953 wieder aufgebaut wurde.

Versichertenentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Versichertenzahl ...
JahrVersichertenzahl
1990ca. 100.000
2003167.103[5]
2007181.000 (31.12.)[6]
2008311.429 (01.01.)*
2010325.511[7]
2015397.624[8]
2016485.892[9]
2017553.056[10]
2018600.373[11]
2019647.058[12]
2020693.904[13]
2021801.962[14]
2022888.237[15]
2023919.189[16]
2024930.531[17]
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*2008: Fusion mit der IKK Weser-Ems

Organe

Der Vorstand besteht aktuell aus einem hauptamtlich tätigen Alleinvorstand.[1] Seit Januar 2000 ist dies Michael Lempe. Zudem ist Lutz Trey seit 2010 Vertreter des Vorstands.[18] Ab Januar 2026 besteht der Vorstand aus zwei hauptamtlichen Vorständen, die sich gegenseitig vertreten.[19] Vorständin wird Jessica Probst mit der Zuständigkeit für die Bereiche „Operative Leitung“ und „Personal“.[20]

Über die Zusammensetzung des Verwaltungsrates als Selbstverwaltungsorgan der hkk wird alle sechs Jahre in einer Sozialwahl entschieden. Seit 2017 besteht der Verwaltungsrat aus achtzehn Personen mit jeweils neun Vertretern der Versicherten und der Arbeitgeber. Zuvor bestand er aus jeweils zwölf Vertretern.

Literatur

Commons: Handelskrankenkasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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