Hangar rojo

Film von Juan Pablo Sallato From Wikipedia, the free encyclopedia

Hangar rojo (internationaler englischsprachiger Titel The Red Hangar) ist ein Historienfilm, ein Filmdrama und das Spielfilmdebüt von Juan Pablo Sallato. Der in Schwarzweiß gedrehte Film mit Nicolás Zárate, Boris Quercia, Marcial Tagle, Catalina Stuardo und Aron Hernández basiert auf dem Buch Disparen a la bandada. Crónica secreta de los crímenes en la FACH contra Bachelet y otros von Fernando Villagrán. Die Hauptfigur Capitán Jorge Silva muss sich in der auf eine Nacht und einen Tag beschränkten Geschichte, den ersten Stunden des Militärputsches in Chile am 11. September 1973, zwischen militärischem Gehorsam, Loyalität und eigener Verantwortung entscheiden. Der Film wird aus der Binnenperspektive der chilenischen Luftwaffe erzählt, als eine Militärakademie zu einem Gefangenenlager wird. Die Koproduktion von Chile, Argentinien und Italien feierte im Februar 2026 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin ihre Premiere und soll im Oktober 2026 in die chilenischen Kinos kommen.

TitelHangar rojo
ProduktionslandChile, Argentinien, Italien
OriginalspracheSpanisch
Erscheinungsjahr2026
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Hangar rojo
Produktionsland Chile, Argentinien, Italien
Originalsprache Spanisch
Erscheinungsjahr 2026
Länge 81 Minuten
Stab
Regie Juan Pablo Sallato
Drehbuch Luis Emilio Guzmán
Produktion Juan Ignacio Sabatini, Juan Pablo Sallato
Musik Matteo Marrella, Alberto Micheli
Kamera Diego Pequeño
Schnitt Sebastián Brahm, Valeria Hernández
Besetzung
  • Nicolás Zárate: Capitán Jorge Silva
  • Boris Quercia
  • Marcial Tagle: Coronel Mario Jahn
  • Catalina Stuardo
  • Aron Hernández
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Handlung

Während sich der Militärputsch in ganz Chile ausbreitet und Soldaten die Regierung von Salvador Allende mithilfe der USA gestürzt haben, erhält Capitán Jorge Silva am 11. September 1973 einen Befehl, der sein Leben verändern wird. Als ehemaliger Leiter des Luftwaffengeheimdiensts soll er in der Luftwaffenakademie, in der er Kadetten ausbildet, ein Haft- und Folterzentrum einrichten. Er agiert erst zurückhaltend, wegen der Vorgeschichte mit seinem neuen Vorgesetzten Coronel Mario Jahn, ein fanatischer Antikommunist, mit dem er noch eine Rechnung offen hat, muss er sich fügen. Als immer mehr Gefangene auf Lastwagen in das Internierungslager gebracht werden, droht die Lage außer Kontrolle zu geraten.[1][2][3]

Produktion

Die im Film erzählte Geschichte basiert auf realen Ereignissen und auf dem Buch Disparen a la bandada. Crónica Secreta de los crímenes en la FACH con Bachelet y otros von Fernando Villagrán über die Geschichte von Offizieren und Unteroffizieren, die sich 1973 dem Militärputsch in Chile widersetzten.[2][4] In einer deutschen Übersetzung lautet der Titel Disparen a la bandada, einer Chronik der Verbrechen der chilenischen Luftwaffe (FACH).[2] Die Adaptation des Buchs für den Film übernahm Luis Emilio Guzmán.[2]

Regie führte Juan Pablo Sallato. Bei Hangar rojo handelt es sich um sein Spielfilmdebüt.[1][2] Zuvor machte sich der chilenische Regisseur als Dokumentarfilmer einen Namen, zeichnete für Ojos Rojos sowie die Dokuserien Adictos al Claxon, La Cultura del Sexo und Libre verantwortlich.[3][1]

Nicolás Zárate spielt Capitán Jorge Silva und Marcial Tagle dessen neuen Vorgesetzten Coronel Mario Jahn, der als Marionette der Vereinigten Staaten die Menschenrechtsverbrechen maßgeblich initiiert.[2] In weiteren Rollen sind Boris Quercia, Catalina Stuardo und Aron Hernández zu sehen.

Die Dreharbeiten fanden im argentinischen Mendoza statt. Der historische Schauplatz der Diktaturverbrechen, der Hangar in Los Cerrillos, existiert nicht mehr. Aus dem ehemaligen Flughafengelände der chilenischen Luftwaffe wurde ein öffentlicher Park, und das Terminal ist heute ein Museum für zeitgenössische Kunst.[2] Als Kameramann fungierte Diego Pequeño.

Die Premiere des Films war am 13. Februar 2026 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin, wo er in der Sektion Perspectives gezeigt wurde.[1] Am 7. März 2026 soll der Film in die spanischen Kinos kommen. Ebenfalls im März 2026 wird er beim Festival de Málaga gezeigt und im April 2026 beim Miami Film Festival.[5] Der Kinostart in Chile ist im Oktober 2026 geplant.[4]

Rezeption

Kritiken

Janis Asprion schreibt in seiner Kritik für uncut.at, Hangar rojo liefere ein elegantes, wenn auch ein wenig oberflächliches Argument für eine der wichtigen Thesen unserer Zeit, dass sich die Geschichte an die großen Namen erinnert, sie jedoch von vielen kleinen erschaffen, erkämpft und ausgeführt wird. Protagonist Jorge Silva biete viel Projektionsfläche für das Publikum, um sich in seine Schuhe zu begeben und zu hinterfragen, wie mensch selbst handeln würde, sobald Silvas Situation ihn zu einer Entscheidung zwischen Pflicht und Moral zwingt. Regisseur Juan Pablo Sallato fange seine Geschichte in einem satten Schwarz-Weiß ein, und die Kamera falle vor allem durch ihre extrem geringe Tiefenschärfe auf. Die Weise, mit der Hangar rojo die Geschichte eines realen Menschen erzählt und geprägt von visueller Klaustrophobie, der Handlung, die sich nur über wenige Tage erstreckt, und der emotionalen Distanz, lasse den Film auch nach dem Abspann noch im Kopf nachhallen und überzeuge als Erlebnis, das den Kinosaal in ein erschütterndes Gedankenexperiment verwandelt.[6]

Auszeichnungen

Festival de Málaga 2026

  • Nominierung als Bester Spielfilm im Offiziellen Wettbewerb[7]

Miami Film Festival 2026

  • Nominierung für den Jordan Ressler First Feature Award[8]

Literatur

  • Fernando Villagrán: Disparen a la bandada. Crónica secreta de los crímenes en la FACH contra Bachelet y otros.

Einzelnachweise

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