Hankyoreh
südkoreanische Tageszeitung
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Hankyoreh (koreanisch; im Deutschen etwa „Eine Nation“ oder „Koreas Ursprung“) ist eine südkoreanische Zeitung mit Sitz in Seoul. Sie wurde am 15. Mai 1988 im Kontext der Demokratiebewegung von über 200 aus politischen Gründen entlassenen Journalisten gegründet. Die Zeitung befindet sich seitdem ohne Mehrheitsaktionär überwiegend im Streubesitz der Mitarbeiter und Bürger.[1][2][3] Ihre politische Haltung gilt als linksliberal; im Gegensatz zu den drei großen konservativen Tageszeitungen des Landes (Chosun Ilbo, Dong-a Ilbo und JoongAng Ilbo).[3]
| Koreanische Schreibweise | |
|---|---|
| Koreanisches Alphabet: | 한겨레 |
| Revidierte Romanisierung: | Hangyeore |
| McCune-Reischauer: | Han’gyŏre |
Eine englischsprachige Online-Ausgabe erscheint als The Hankyoreh; zum Verlagsportfolio gehören außerdem die Wochenzeitschrift Hankyoreh21, die Filmzeitschrift Cine21 und eine Wirtschaftszeitschrift.[3]
Geschichte
Hintergrund der Gründung war der Protest gegen die militärische Diktatur und die Einschränkung der Pressefreiheit in den 1970er und 1980er Jahren; zahlreiche regimekritische Medienschaffende verloren ihre Anstellungen und schlossen sich zur Neugründung zusammen.[4][3] Hankyoreh entschied sich bei der Gründung bewusst gegen die in Korea traditionell verbreitete vertikale Schriftsetzung und setzte stattdessen auf horizontales Layout; diese heute übliche Gestaltung trug die Zeitung früh mit voran.[3]
Im Jahr 2010 kam es nach der Veröffentlichung eines Samsung-kritischen Artikels zum Entzug sämtlicher Werbeanzeigen durch den Konzern; die Redaktion ließ in der Folge die gesamte Belegschaft vorübergehend bezahlten Urlaub nehmen.[3]
Eigentümer- und Organisationsstruktur
Auflage und Reichweite
Digitale Distribution und Strategie
Die Verbreitung von Nachrichten in Südkorea erfolgt zu großen Teilen über die Such- und Portalplattformen Naver und Daum, die Inhalte der Medienhäuser frei zugänglich anzeigen und dafür Beteiligungen auszahlen. Hankyoreh kritisiert diese Plattformabhängigkeit und setzt strategisch stärker auf eigene Formate wie Hankyoreh TV auf YouTube; Ziel ist es, vermehrt Zuschauer statt Leser zu erreichen.[3]
Politische Ausrichtung
Die Zeitung gilt als linksliberal und versteht sich als Gegenstimme zu den konservativen Leitmedien des Landes; sie verfolgt eine unabhängige, konzernkritische Linie und berichtet regelmäßig zu Arbeits- und Sozialthemen sowie zu Demokratiedefiziten.[3]
Publikationen
Personalia
Weblinks
- Hankyoreh (koreanisch)
- The Hankyoreh (englisch)
- Hankyoreh21 – Wochenzeitschrift (koreanisch)
- Economy21 – Wirtschaftszeitschrift (koreanisch)
- Cine21 – Filmzeitschrift (koreanisch)
