Hans-Heinrich Hoppe
deutscher Phytomediziner und Hochschullehrer für Integrierten Pflanzenschutz an der Universität Kassel und der Georg-August-Universität Göttingen
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Hans-Heinrich Hoppe (* 26. August 1939 in Bremerhaven; † 11. November 2025 in Stotel) war ein deutscher Phytomediziner und Hochschullehrer für Integrierten Pflanzenschutz an der Universität Kassel und der Georg-August-Universität Göttingen.[1][2]
Biografie
Hoppe verbrachte die Jugend im Dorf Stotel südlich von Bremerhaven auf dem elterlichen Bauernhof. Nach dem Schulbesuch in Stotel und Bremerhaven absolvierte er eine landwirtschaftliche Lehre und arbeitete kurzzeitig als diplomierter Landwirt. Im Jahr 1964 erwarb er am Städtischen Abendgymnasium Bremerhaven die Hochschulreife, um noch im selben Jahr sein Agrarstudium in Göttingen aufzunehmen. An der Fakultät für Agrarwissenschaften führten ihn seine wissenschaftlichen Interessen an das Institut für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz unter der Leitung von Walter Heinrich Fuchs und später Rudolf Heitefuß. In diesem Institut schloss er 1968 seine Diplomarbeit und 1971 seine Doktorarbeit ab. Seine Forschungsschwerpunkte lagen im Bereich der physiologischen Phytopathologie sowie bei den Wirkungen und Nebenwirkungen von Herbiziden und führten 1978 zu seiner Habilitationsschrift: Untersuchungen zum Wirkmechanismus von herbiziden Phenoxy-Phenoxy-Propionsäure-Derivaten.
Hoppe war neben seiner Dozententätigkeit in Göttingen auch in an der Universität Kassel tätig und nahm deren Ruf am 1. September 1982 auf die Professur für Phytopathologie und Integrierten Pflanzenschutz an. Nach zwölf Jahren in Witzenhausen nahm er den Ruf als Professur an der Universität Göttingen an, wo er 1994 Leiter des Instituts für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz wurde. Er war dort außerdem Sprecher des Graduiertenkollegs „Landwirtschaft und Umwelt“. In der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft war er langjähriges Mitglied.[3] Im Jahr 1999 ging Hoppe aus persönlichen Gründen in den Vorruhestand und zog sich auf seinen Hof in Stotel zurück, wo er sich der Pferdezucht widmete.
Forschungsschwerpunkte
Als Wissenschaftler verband Hoppe Methodik mit praktischer Anwendung. Ein Schwerpunkt seiner Forschung war Leptosphaeria maculans (Wurzelhals- und Stängelfäule bei Raps), insbesondere seine Untersuchungen zu Virulenzspektren und Abwehrmechanismen bei Rapspflanzen. Weitere Forschungsgebiete waren Pilzkrankheiten bei Erbsen und die Diagnose bakterieller Erkrankungen bei Maniok, verschiedenen Hülsenfrüchten und Nachtschattengewächsen.
Publikationen (Auswahl)
- Monografien
- Untersuchungen über den Phosphatid- und Glykolipidstoffwechsel und das Permeabilitätsverhalten von Phaseolus vulgaris nach Infektion mit Uromyces phaseoli var. typica. Univ. Göttingen, Landwirtschaftl. Fak., Diss. 1971.
- H. Hartleb, R. Heitefuss, H-H. Hoppe, H.J. Aust, P. Bartos, W. Barz: Resistance of crop plants against fungi: 64 tables. G. Fischer, Jena Stuttgart 1997, ISBN 978-3-437-35338-3.
- Fachartikel
- H.-H. Hoppe, R. Heitefuß: Permeability and membrane lipid metabolism of Phaseolus vulgaris infected with Uromyces phaseoli I. Changes in the efflux of cell constituents. In: Physiological Plant Pathology. Band 4, 1974, ISSN 0048-4059, S. 5–10.
- H.-H. Hoppe, R. Heitefuß: Untersuchungen zur Regulation des Kohlenhydratstoffwechsels in Weizenpflanzen nach Infektion mit Puccinia graminis tritici. In: Phytopathologische Zeitschrift. Band 86, 1976, ISSN 0031-9481, S. 37–55.
- H.-H. Hoppe: Veränderungen der Membranpermeabilität, des Kohlenhydratgehaltes, des Lipid-gehaltes und der Lipidzusammensetzung in Keimwurzelspitzen von Zea mays L. nach Behandlung mit Diclofop-methyl. In: Zeitschrift für Pflanzenphysiologie. Band 100(5), 1980, ISSN 0176-1617, S. 415–426.
- H.-H. Hoppe, H. Zacher: Inhibition of FattyAcid Biosynthesis in Isolated Bean and Maize Chloroplasts by Herbicidal Phenoxy-phenoxypropionic Acid Derivaties and Structurally Related Compunds. In: Pesticide Biochemistry and Physiology. Band 24, 1985, ISSN 0048-3575, S. 298–305.
Nachrufe
- Birger Koopmann: Obituary Prof. Dr. Hans-Heinrich Hoppe (1939–2025). J Plant Dis Prot 133, 22 (2026). https://doi.org/10.1007/s41348-026-01220-7 (englisch)
- Birger Koopmann: Nachruf für Prof. Dr. Hans-Heinrich Hoppe (1939 – 2025). In: Journal für Kulturpflanzen. Band 77, Nr. 01, 12. Dezember 2025, S. 203, doi:10.5073/JFK.2025.01.23. (deutsch)
- Birger Koopmann: Nachruf Prof. Dr. Hans-Heinrich Hoppe (1939-2025), Universität Göttingen
- Universität Kassel
Weblinks
- Literatur von und über Hans-Heinrich Hoppe im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Hans-Heinrich Hoppe bei Google Scholar
- Chronologie des Institutes an der Universität Göttingen, mit Bild von Hoppe
- Publikationen 1953 -1989 des Instituts für Pfanzenpathologie und Pflanzenschutz, mit mehreren von Hoppe