Hans-Joachim Hennig
deutscher Maler und Grafiker
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Leben
Hennig war der älteste Sohn des Arztes Wolfgang Franz Erich Hennig und der Hausfrau Alice Helene Kaprolat. Er wuchs auf in Rotenbek am Sachsenwald bei Hamburg, Parchim, Gebesee und Suhl. Bereits als Kind malte und zeichnete er eifrig. Der Zeichenlehrer Brömse an der Internatsschule in Neudietendorf ermutigte ihn zur künstlerischen Betätigung und zu zwei Bewerbungen für ein Studium der Malerei an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee, die allerdings erfolglos blieben. In Suhl besuchte Hennig einen Malkurs von Hans Hattop.
Am Krankenhaus in Meiningen absolvierte er 1963–1965 eine Facharbeiterausbildung zum Krankenpfleger. Nach dem Grundwehrdienst war er 1967–1969 als Mitarbeiter am Kulturhaus in Suhl tätig. Von 1969 bis 1973 studierte er an der Karl-Marx-Universität Leipzig Kulturwissenschaften. Danach arbeitete er bis 1977 in der Abteilung Kultur – Bildung des FDGB in Leipzig. Von 1977 bis 1990 war er im Amt für industrielle Formgestaltung in Dresden tätig. Nach der Auflösung dieser Einrichtung wirkte er bis 1993 im Kulturverein „reiter e. V.“ in Dresden mit. Während dieser Zeit nimmt er eine intensive künstlerische Arbeit auf und wird Mitglied im Künstlerbund Dresden.
Aus seiner Ehe mit der Kunstwissenschaftlerin Gitta-Kristine Hennig, geb. Albert, gingen ein Sohn, Sebastian Hennig, der sich ebenfalls als bildender Künstler und zudem als Publizist betätigt, und eine Tochter, Adele, hervor. Hennig nutzte seit 2010 ein Atelier im Gebäude der vormaligen Eberhard Päßler KG an der Micktener Windmühle.
Werk
Hennig hat schon in seiner Jugend und während des Militärdienstes gemalt und gezeichnet. Doch das eigentliche künstlerische Werk entstand erst seit der Wende 1990, als die Freistellung von der geregelten Erwerbstätigkeit ihm Zeit für die künstlerische Arbeit ließ. In den letzten fünfundzwanzig Jahren seines Lebens entwickelte er von der Abstraktion zum Gegenstand fortschreitend seinen eigenwilligen Stil. Neben Malerei, Grafik und Zeichnungen gestaltete Hennig in den neunziger Jahren auch Happenings und fertigte Materialcollagen und Installationen.

Ausstellungen
Einzelausstellungen
- 1993: Nach dem Semikolon, Sächsischer Landtag, Dresden
- 1994: Einbildung, Kunstverein Alte Feuerwache Loschwitz
- 1996: Kulturkonsum Grundstraße, Dresden
- 1997: Zeitvertreib, Jazzkeller Baba Ryba Dresden
- 1999: Seitenansicht, Goetheinstitut Dresden
- 2001: Nachbild, Buchhandlung Lesezeichen Dresden
- 2002: Verschiedene Motive, Weinkabinett, Dresden
- 2003: Ähnliche Landschaften, Galerie Süd Leipzig
- 2004: In der Umgegend, Galerie am Damm Dresden[1]
- 2005: Privatgelände, Kulturrathaus Dresden
- 2005: Landpartie, Schloss Neschwitz
- 2006: Leichte Brise, Bunte Stube Ahrenshoop
- 2008: Es leuchten die Sterne, grünland, Dresden
- 2010: schöne Stellen, Alte Wasserkunst Bautzen
- 2011: Ossa di seppia, Buchhandlung Lesezeichen
- 2013: Galerie ApART, Marcilhac sur Célé (Fr)
- 2015: Winterstraße, Buchhandlung Lesezeichen[2]
- 2018: tagtraum, Kunstgalerie KG 13, Dresden[3]
Ausstellungsbeteiligungen
- 1993: Südwärts, Bogota (Kolumbien) und Quito (Ekuador)
- 1994: Zeitblick, Residenzschloss Dresden
- 1999: Reise zu Puschkin, Internationales Begegnungszentrum Dresden
- 2000: 1. Biennale Neues Aquarell, Kunststation Kleinsassen
- 2001: Inspiration Moritzburg, Schloss Moritzburg
- 2004: Zu Fünft, Käthe-Kollwitz-Haus Moritzburg
- 2005: 100 Sächsische Grafiken, Chemnitz
- 2005: Landesbühnen Sachsen Radebeul
- 2009: Risse in der Zeit, Bundespatentgericht München
- 2011: Pontifical, kunstraum gad Berlin
Literatur
- Julia Rose: Der Mensch, die Erlebnisse und die Kunst. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 19. August 1993.
- Birgit Hilbig: Wuchtige Schwünge und zarte Fabelwesen. In: Sächsische Zeitung, 28. Februar 1996.
- Ingrid Roßki: Maler, Kunsthistoriker und Hausbesetzer. In: Sächsische Zeitung, 18. Juni 1999.
- Heinz Weißflog. Hermetische Bilder. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 7. November 2003.
- Lisa Werner-Art: Zu fünft – zwischen Mensch und Landschaft. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 22. Januar 2005.
- Heinz Weißflog: Zwiesprache von Natur und Kunst. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 24. Mai 2005.
- Wolfgang Zimmermann: Tiefseefische in Konfettilandschaft. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 31. Oktober 2005.
- Volkmar Billig: Bilder in denen sich die Spuren der Epoche spiegeln. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 27. Mai 2017.[4]
- Klaus Nicolai: Beiläufig, ganz nebenbei in die Tiefe gehen. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 9. Juni 2018.