Hans Grothe (Kunstsammler)
deutscher Bauunternehmer und Kunstsammler
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Hans Grothe (* 1930 in Homberg, heute Duisburg; † 26. Mai 2019) war ein deutscher Bauunternehmer und Kunstsammler.
Leben
Hans Grothe wurde im Jahr 1930 im damals preußischen Homberg geboren, das seit der Gemeindegebietsreform 1975 Teil der Stadt Duisburg ist. Der Vater war als Hilfsarbeiter bei der Zeche Rheinpreußen tätig. Er nahm ein Ingenieurstudium an der Universität Trier auf, hörte in dieser Zeit aber auch Vorlesungen in Kunstgeschichte. Grothe arbeitete als Hypotheken-Akquisiteur bei einer Frankfurter Bank. Später übernahm er selbst eine Bank und wurde Verwalter eines großen Immobilienbesitzes.

Im Jahr 1973 begann Grothe seine Tätigkeit als Kunstsammler. Damals kaufte er die Ausstellung „Original & Fälschung“ des Künstlers Sigmar Polke. Im Laufe von 40 Jahren entstand eine Sammlung von rund 800 Werken. Darunter waren neben Polkes Arbeiten, Kunstwerke von Joseph Beuys, Gerhard Richter, Blinky Palermo, Georg Baselitz, Markus Lüpertz, A. R. Penck, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Günther Förg und Rosemarie Trockel. Grothe erwarb die Arbeiten als Querschnitt aus dem künstlerischen Schaffen und versuchte möglichst vollständige Œeuvres anzukaufen.
Bereits seit Anfang der 1980er Jahre schloss Grothe einen Dauerleihvertrag mit dem Kunstmuseum Bonn, das die Werke in der Folge regelmäßig der Öffentlichkeit präsentierte. Im Jahr 2005 wurde ein Großteil der Sammlung an die Erben des Wella-Konzerns, Sylvia und Ulrich Ströher, verkauft. In der Folge wanderten die Werke in das Museum Küppersmühle in Duisburg. 2012 präsentierte Grothe die ihm verbliebenen Werke von Anselm Kiefer in der Bundeskunsthalle in Bonn. Hans Grothe starb im Jahr 2019 mit 88 Jahren.[1][2][3][4]
Literatur
- Heinz-Norbert Jocks: Hans Grothe. Über Spiel, Risiko und Geld. In: Kunstforum, Bd. 209/2011, S. 108–127 Digitalisat.