Hans Günter Ulrich

deutscher evangelischer Theologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Hans Günter Ulrich (* 1942 in Stettin; † 19. März 2026[1]) war ein deutscher evangelischer Theologe und Hochschullehrer.

Leben

Ulrichs Kindheit war durch Krieg, Verlust des Vaters und Neuanfang geprägt. Schule und Abitur 1962 absolvierte er am humanistischen Gymnasium in Kitzingen. Nach einer kurzen Vorbereitungszeit in Neuendettelsau studierte er ab 1963 Evangelischen Theologie und Alte Sprachen in Heidelberg. Dort wurde er von Hans-Georg Gadamer und Karl Löwith beeinflusst und geprägt. Ab 1965 setzte er sein Studium in Göttingen fort, wo er 1968 das Fakultätsexamen ablegen konnte. Hier wurden Ernst Wolf und Gerhard Sauter wichtige Bezugspersonen. Von 1970 bis 1973 war er wissenschaftlicher Assistent von Dietrich Ritschl in Mainz. 1973 wurde er promoviert zum Dr. theol. mit einer Arbeit, die den Titel Anthropologie und Ethik bei Friedrich Nietzsche. Interpretationen zu Grundproblemen theologischer Ethik trug. Nach der Habilitation in Bonn 1981 wurde er Professor für systematische Theologie in Erlangen-Nürnberg. Die Habilitationsschrift Eschatologie und Ethik. Die theologische Theorie der Ethik in ihrer Beziehung auf die Rede von Gott seit Friedrich Schleiermacher wurde erst 1988 publiziert.[2] Den Lehrstuhl hatte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 inne.[1]

Ulrich starb im März 2026 nach kurzer, schwerer Krankheit.[1]

Schriften (Auswahl)

  • Anthropologie und Ethik bei Friedrich Nietzsche. Interpretationen zu Grundproblemen theologische Ethik. München 1975, ISBN 3-459-01012-6 (nach der Dissertation von 1973).
  • Eschatologie und Ethik. Die theologische Theorie der Ethik in ihrer Beziehung auf die Rede von Gott seit Friedrich Schleiermacher. München 1988, ISBN 3-459-01763-5.
  • als Herausgeber: Evangelische Ethik. Diskussionsbeiträge zu ihrer Grundlegung und ihren Aufgaben. München 1990.
  • Freiheit im Leben mit Gott. Texte zur Tradition evangelischer Ethik. München 1993.
  • Wie Geschöpfe leben. Konturen evangelischer Ethik. Münster 2005; 22007, ISBN 978-3-8258-5510-9.
  • als Herausgeber mit Ulrich Duchrow: Religionen für Gerechtigkeit in Palästina-Israel. Jenseits von Luthers Feindbildern. Berlin 2017, ISBN 978-3-643-13767-8.

Literatur

  • Gerard den Hertog, Stefan Heuser, Marco Hofheinz, Bernd Wannenwetsch (Hrsg.): „Sagen, was Sache ist.“ Versuche explorativer Ethik. Festgabe zu Ehren von Hans G. Ulrich. Leipzig 2017, ISBN 3-374-05289-4.
  • Marco Hofheinz unter Mitarbeit von Kai-Ole Eberhardt (Hrsg.): Die Tradierung von Ethik im Gottesdienst. Symposiumsbeiträge zu Ehren von Hans G. Ulrich. Berlin 2019, ISBN 978-3-643-14109-5

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI