Hans Hajek

deutschböhmischer Schriftsteller und Journalist From Wikipedia, the free encyclopedia

Johann Evangelist Ferdinand „Hans“ Hajek (* 1. Mai 1889 in Neu-Daubitz (Nová Doubice), Bezirk Rumburg, Königreich Böhmen; † 5. Juni 1970 in Eberbach, Baden-Württemberg) war ein deutschböhmischer Schriftsteller und Journalist.

Leben und Wirken

Hans Hajek wurde als Sohn eines tschechischen Vaters und einer deutschen Mutter in Nordböhmen geboren. Seine Eltern waren Ferdinand Hajek (1835–1920), Oberförster des Fürsten Kinsky, und seine Ehefrau Gertrud (1853–?), Tochter des Dresdner Kaufmanns Rudolf Hermann Panse.[1] Er studierte Philosophie sowie Neuphilologie an den Universitäten Berlin und Wien, wo er 1918 zum Dr. phil. promoviert wurde. Anschließend war er als Redakteur bei der „Tschechoslowakischen Zeitung“ in Warnsdorf (Varnsdorf) und als Volkshochschullehrer tätig. Von 1927 bis 1932 arbeitete er für den Berliner Radiosender Deutsche Welle GmbH.

Hajeks erste, am 20. April 1918 in Freiburg in Schlesien (Świebodzice) geschlossene Ehe, wurde laut Eintrag im Standesamt von Doubice am 7. Juli 1941 geschieden.[1] Daraufhin heiratete er am 16. September 1941 die Sozialarbeitswissenschaftlerin Gerda Hajek-Simons (1892–1984), eine ehemalige Professorin für Sozialpädagogik an der Pädagogischen Akademie Frankfurt am Main, die als Sozialistin 1933 aus politischen Gründen aus dem Staatsdienst worden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er ab 1951 Dozent am Seminar für Sozialberufe der Arbeiterwohlfahrt in Mannheim, das von seiner Ehefrau geleitet wurde.[2]

Schriftstellerisch betätigte sich Hajek zunächst in Zeitschriften, bevor er 1911 – damals in Wien lebend – im Auftrag des „Deutschen Nordböhmerbundes“ gemeinsam mit Johann Pilz (1885–1958) die Anthologie Sprossende Saat herausgab, deren 80 Autoren einen Überblick über die deutschsprachige Literatur aus Böhmen bieten sollten.[3][Anm. 1] Während der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlichte er landwirtschaftliche Berufsratgeber in Heinrich Beenkens Verlag der Reichs-Elternwarte, einer pädagogischen Zeitschrift, die von der Reichselternschaft im Nationalsozialistischen Lehrerbund herausgegeben wurde. Ihr Redakteur Wilhelm Möller-Crivitz (1899–?) fungierte als Herausgeber von Hajeks Schriften Landwirtschaftliche Berufe für Mädel (1941) und Landwirtschaftliche Berufe für Jungen (1941).

Schriften (Auswahl)

  • mit Johann Pilz (Hrsg.): Sprossende Saat. Eine Anthologie deutschböhmischer Dichter. Clausius-Verlag, Wandsbeck 1911.
  • Adalbert Stifter. Eine Studie (= Sudetendeutsche Größen. Band 3). E. Strache, Warnsdorf 1925.
  • Für alle Tage. Redensarten und Sprichwörter aus allen deutschen Landen zusammengebracht, zum innerlichen wie äußerlichen Gebrauch. Hoffmann & Campe, Hamburg 1940.
  • Die unendliche Kette. Anthologie. Hoffmann & Campe, Hamburg 1940.
  • Landwirtschaftliche Berufe für Mädel. Was kann unser Mädel werden? Hrsg.: Wilhelm Möller-Crivitz. Verlag der „Reichs-Elternwarte“ (Heinrich Beenken), Berlin 1941.
  • Landwirtschaftliche Berufe für Jungen. Was kann unser Junge werden? Hrsg.: Wilhelm Möller-Crivitz. Beenken, Berlin 1941.
  • Der Zeitspiegel. Eine Sammlung deutscher Anekdoten. Kraft, Karlsbad/Leipzig 1943.
  • (Hrsg.): Friedrich Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie (= Philosophische Bibliothek. Band 230). Meiner, Leipzig 1948 (mit Einleitung und Begriffsregister).
  • Zwerge unter Riesen (= Kindernöte. Heft 18). Verlag „Öffentliches Leben“, Frankfurt am Main/Göttingen 1951.
  • (Hrsg.): Das bůch von gůter spise. Aus der Würzburg-Münchener Handschrift (= Texte des späten Mittelalters. Heft 8). E. Schmidt, Berlin 1958 (kritische Ausgabe).[Anm. 2]

Literatur

Anmerkungen

Einzelnachweise

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