Hans J. Tümmers

deutscher Betriebswirt, Politikwissenschaftler und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Hans Jörg Tümmers (* 8. Juni 1944 in Ravensburg) ist ein deutscher Betriebswirt, Politikwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]

Hans J. Tümmers (Mitte, Wahlkampf 1998)

Leben und Wirken

Hans J. Tümmers legte 1964 seine Reifeprüfung am Wirtschaftsgymnasium in Villingen ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre, Politikwissenschaft und Romanistik an der Universität Erlangen-Nürnberg und absolvierte dort 1970 die Prüfung zum Diplom-Kaufmann. Von 1970 bis 1973 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Romanische Sprachen und Auslandskunde dieser Universität (Standort: Nürnberg) tätig. Im Jahre 1973 wurde er Dozent, später Professor für Wirtschaftsfranzösisch und Frankreichkunde an der Fachhochschule Reutlingen. 1980 promovierte er an der Universität Augsburg bei Theo Stammen mit einer Dissertation über "Das 'Centre National des Républicans Sociaux'. Eine gaullistische Partei unter der IV. Republik".[2] Von 1995 bis 2000 war er Professor an der Universität Straßburg und Direktor der dortigen EM Strasbourg Business School. Von 2000 bis zu seiner Emeritierung 2012 war Tümmers Präsident des Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT). 2000 wurde er Honorarprofessor der Universität Hohenheim und erhielt 2017 als Auszeichnung die Ehrennadel dieser Hochschule.[3]

Tümmers beschäftigt sich vor allem mit der Europäischen Integration, dem politischen System Frankreichs sowie der Ausbildung des Führungsnachwuchses sowie der regionalen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich.

1998 trat Tümmers als Kandidat der CDU bei der Wahl des Oberbürgermeisters von Freiburg im Breisgau an und erreichte 16,5 Prozent der Stimmen. Damit platzierte er sich hinter Amtsinhaber Rolf Böhme (SPD) und Walter Witzel (Bündnis 90/Die Grünen).[4]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Europäisches Studienprogramm für Betriebswirtschaft. London – Reims – Reutlingen. Modellversuch im Hochschulbereich. Abschlußbericht. Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, Reutlingen 1985.
  • Europäische Integration und Hochschulstudium. Ein Beispiel: Europäisches Studienprogramm für Betriebswirtschaft London – Madrid – Reims – Reutlingen. In: Michael Bosch/Gerd Schulten (Hrsg.): Identität und Solidarität. Aspekte europapolitischer Bildungsarbeit. Zehn Jahre Europa Zentrum Tübingen (= Forum Politik, Bd. 5). Dadder, Saarbrücken-Scheidt 1988, S. 181–196, ISBN 3-926406-21-6.
  • Europäischen Führungsnachwuchs entwickeln. In: André Papmehl/Ian Walsh (Hrsg.): Personalentwicklung im Wandel. Weiterbildungs-Controlling, Coaching, Personalportfolios. Gabler, Wiesbaden 1991, S. 279–290, ISBN 3-409-13804-8.
  • (mit Daniel Wachter u. Josef Nolte): Die Auswirkungen der regionalen Zusammenarbeit der "Vier Motoren" (Regionen Rhône-Alpes , Lombardei, Barcelona und Baden-Württemberg) auf Südwürttemberg in den Bereichen Wirtschaft, Dienstleistungen, Kultur. In: Europa der Regionen. Die Rolle der ländlichen Räume. Arbeitsgemeinschaft Ländlicher Raum im Reg.-Bez. Tübingen 1993, S. 14–26.
  • (Hrsg., mit Günther Haensch): Frankreich. Politik, Gesellschaft, Wirtschaft. 3. neubearb. Aufl. Beck, München 1998, ISBN 3-406-43345-6.
  • Das politische System Frankreichs. Ein Einführung. Beck, München 2006, ISBN 3-406-52839-2.
  • Deutschlands Wirtschaftsfakultäten und die Globalisierung – Abschied vom deutschen Bildungsmodell? In: Hans J. Tümmers (Hrsg., mit André Papmehl): Die Arbeitswelt im 21. Jahrhundert. Herausforderungen, Perspektiven, Lösungsansätze. Springer Gabler, Wiesbaden 2013, ISBN 3-658-01415-6, S. 75–93.
  • Agenda 2020. Ein neuer Sozialpakt für Deutschland. In: Ebd., S. 3–17.
  • Der schwarze Koffer. Schicksale von Juden in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs am Beispiel der Geschichte der Familie Rosenzweig aus Pińczów in Polen. Hartung-Gorre Verlag, Konstanz 2023, ISBN 978-3-86628-781-5.

Einzelnachweise

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