Hans Johow
deutscher Schiffbauingenieur
From Wikipedia, the free encyclopedia
Hans Johow (* 5. März 1856 in Oldisleben, Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach; † 10. November 1893 in Berlin) war ein deutscher Schiffbauingenieur, der in der Fachwelt durch die Veröffentlichung von Johows Hilfsbuch für den Schiffbau bekannt wurde.
Leben
Hans Johow wurde am 5. März 1856 in Oldisleben unter dem Namen Oscar Heinrich Baum geboren. 1857 adoptierten ihn Reinhold Johow (später Richter am Berliner Kammergericht) und dessen Ehefrau Marie Johow geb. Hallervorden unter dem Namen Hans Heinrich Oscar Johow.
Eine kurze praktische Ausbildung erhielt er von 1873 bis 1874 im Zeichenbüro der Stettiner Maschinenbau-AG „Vulcan“. Von 1875 bis 1879 studierte er Schiffbau an der Gewerbeakademie Berlin, die während dieser Zeit auf die Technische Hochschule (Berlin-)Charlottenburg überging. Anschließend leistete er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger ab, seiner eigenen Aussage nach bei der „Küsten- und Festungsartillerie“, anscheinend in Cuxhaven.
Im Januar 1881 erfolgte sein Dienstantritt als Marine-Ingenieur-Aspirant in der Kaiserlichen Werft Kiel. 1886 wurde er als Schiffbau-Ingenieur der Kaiserlichen Werft geführt, und ein Jahr später erfolgte seine Aufnahme in die Royal Institution of Naval Architects (RINA) in London. Hans Johow heiratete am 26. Oktober 1888 in Belum im Amt Neuhaus (Elbe) die Haustochter Meta Wisch, die dort am 8. Dezember 1867 geboren wurde. Beruflich wurde er am 24. März 1890 zum Marine-Schiffbau-Ingenieur 1. Klasse befördert und 1891 zum Marine-Baumeister ernannt. Neben seiner Tätigkeit in der Kaiserlichen Werft in Kiel lässt sich Hans Johow als Dozent an der damaligen Marine-Akademie Kiel nachweisen.[1]
Am 21. Januar 1892 wurde Hans Johows Abschiedsgesuch seitens der Kaiserlichen Werft Kiel stattgegeben, die Versetzung in den Ruhestand war verbunden mit der Gewährung einer gesetzlichen Pension. Im Alter von nur 37 Jahren starb Hans Johow am 10. November 1893 in Berlin.
Johows Hilfsbuch für den Schiffbau
Die erste Auflage seines Hilfsbuchs erschien 1884 im Berliner Verlag von Julius Springer. Die späteren Auflagen (2. Auflage 1902, 3. Auflage 1910) wurden unter der Kurzbezeichnung Johow-Krieger bekannt, da sie von Eduard Krieger und anderen Autoren ergänzt wurden. Die 4. und 5. Auflage (1920 und 1928) wurden von Ernst Foerster unter der Kurzbezeichnung Johow-Foerster weitergeführt. Dieses Werk hatte sich inzwischen zum Standardwerk entwickelt, war im Umfang erheblich gewachsen und erschien daher in zwei Bänden. Bemerkenswert erscheint, dass Johow seine erste Auflage bereits im Alter von 28 Jahren verfasst hatte.
1888/1889 erschien sein zweites Fachbuch Die Kreuzer-Korvette „Problem“. Eine nautisch technische Studie; es erschien im Verlag Lipsius & Tischer (Kiel und Leipzig) und wurde nicht so bekannt wie sein Hilfsbuch. Im Vorwort zur kommentierten Neuausgabe dieses Werks heißt es: „Erstaunlich ist, dass er die Berechnungen teilweise bis in die vierte Stelle nach dem Komma durchgeführt hat“. Der Grund für diese Neuausgabe ist der dortigen „Einführung“ zu entnehmen, wo es heißt: „Aus unserer Sicht dokumentiert die Studie die damalige Arbeit eines Schiffbauingenieurs mit den ihm zu Verfügung stehenden Mitteln“.
Schriften
- Die Kreuzer-Korvette „Problem“. Eine nautisch-technische Studie. Lipsius & Tischer, Kiel / Leipzig 1889. (Digitalisat bei der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin).
- Reprint, herausgegeben von H. Haaker, Carsten Johow und Jobst Lessenich im Verlag Fines Mundie, Saarbrücken 2009, ISBN 978-3-937246-11-6.
- Hilfsbuch für den Schiffbau. Julius Springer, Berlin 1884.
- (bearbeitet von Ernst Foerster): Johows Hilfsbuch für den Schiffbau. 2 Bände, 5., neu bearbeitete Auflage, Julius Springer, Berlin 1928.