Hans Kühtz

deutscher Politiker (NSDAP), MdR From Wikipedia, the free encyclopedia

Hans Fritz Kühtz (* 15. Februar 1894 in Wiesenburg; † 8. August 1973 in Weilburg, Hessen)[1] war ein deutscher Politiker (NSDAP) und SS-Führer.

Hans Kühtz

Leben und Wirken

Frühe Jahre

Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Zerbst und Brandenburg legte Hans Kühtz das Abitur in Magdeburg ab. Bei Beginn des Ersten Weltkriegs trat er in das Fußartillerie-Regiment 4, Magdeburg, ein. Später wechselte er in das Regiment 8 in Metz.

Von Januar 1915 bis Ende 1918 kämpfte Kühtz an der Westfront. Im Krieg, aus dem er als Vizefeldwebel heimkehrte, wurde er unter anderem mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Weimarer Republik und NS-Zeit

Von 1919 bis 1921 absolvierte Kühtz eine kaufmännische Ausbildung. Danach verdiente er seinen Lebensunterhalt als selbständiger Kaufmann, Angestellter, Vertreter und kommissarischer Geschäftsführer einer Landkrankenkasse.

Politisch engagierte Kühtz sich seit 1919 in Kreisen der extremen Rechten: 1919 wurde er Mitglied des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes. 1920 trat er in die Deutschsoziale Partei, 1923 in die Deutschvölkische Freiheitsbewegung und 1925 in den Stahlhelm ein.

Zum 20. September 1926 trat Kühtz schließlich in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 44.033).[2] Seit 1930 war er außerdem Mitglied der SS (SS-Nummer 2.521), für die er seit Juni 1934 als hauptamtlicher SS-Führer tätig war. In der wurde er am 9. November 1934 wurde er zum SS-Standartenführer und am 30. Januar 1938 zum SS-Oberführer befördert.

Von April 1938 bis zum Ende der NS-Herrschaft im Frühjahr 1945 gehörte Kühtz knapp sieben Jahre lang dem nationalsozialistischen Reichstag als Abgeordneter für den Wahlkreis 10 (Magdeburg) an.

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er Kühtz in Meschede im Rheinland, wo er sich als Grubenarbeiter durchschlug. Im Landkreis Meschede wurde er Ende der 1940er Jahre auch einem Spruchkammerverfahren im Rahmen der Entnazifizierung unterzogen.

1950 zog Kühtz nach Wiesbaden, wo er den Adressbüchern der Stadt seinen Lebensunterhalt erst als Fabrikarbeiter und später als kaufmännischer Angestellter verdiente. 1968 siedelte er, seit 1966 verwitwet, nach Weilburg über, wo er 1973 im Kreiskrankenhaus verstarb.

Ehe und Familie

Kühtz heiratete am 5. November 1921 in Freienwalde (Oder) Karoline Ernestine Elisabeth Hager (* 15. Juni 1896 in Freienwalde (Oder); † 1966).[3]

Archivische Überlieferung

Kühtzs Spruchkammerakte hat sich im Landesarchiv erhalten (Abteilung Rheinland NW 1108/ SBE Hauptausschuss Landkreis Meschede NW 1108, Nr. 4816).

Literatur

  • Joachim Lilla, Martin Döring, Andreas Schulz: Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933–1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924. Droste, Düsseldorf 2004, ISBN 3-7700-5254-4.
  • Erich Stockhorst: 5000 Köpfe. Wer war was im 3. Reich. Arndt, Kiel 2000, ISBN 3-88741-116-1 (Unveränderter Nachdruck der ersten Auflage von 1967).
  • SS-Dienstalterliste vom Stand 1. Oktober 1934, Buchdruckerei Birkner, vorm. Hermes, München 1934, S. 10, Nr. 207.
  • Hans Kühtz in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten

Einzelnachweise

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