Hans Meyer (Ökonom)

Schweizer Ökonom und Nationalbankpräsident From Wikipedia, the free encyclopedia

Hans Meyer (* 20. April 1936; † 17. Juni 2026) war ein Schweizer Ökonom und von 1996 bis 2000 Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB).

Leben

Meyer stammt aus dem Kanton Aargau[1] und absolvierte ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen, 1965 promovierte er dort zum Dr. rer. oec.[2] Er trat im gleichen Jahr in den Dienst der SNB und war von 1972 bis 1977 deren Generalsekretär, bevor er 1985 Mitglied und 1988 Vizepräsident des Direktoriums wurde.[3][4] 1996 wurde er Nachfolger von Präsident Markus Lusser. Als Notenbankchef führte Meyer die Schweiz aus der Rezession der 1990er-Jahre und prägte mit einem neuen geldpolitischen Konzept, das eine Steuerung des Geldmarktzinses anstelle der Geldmenge vorsah, bis heute die Praxis der Notenbank.[3][5]

1997 entwickelte Meyer für viele damals überraschend die Idee einer Solidaritätsstiftung, gedacht als Antwort auf die Debatte um Nazigold und nachrichtenlose Vermögen. Dabei ging es ihm darum, aus seiner Sicht überschüssige Goldreserven für die Finanzierung einer Stiftung des Bundes zu nutzen.[6][3]

Ende 2000 trat Meyer altershalber zurück, Nachfolger wurde Jean-Pierre Roth. Nach seinem Rücktritt verzichtete Meyer auf öffentliche Ratschläge an seine Nachfolger und auch auf (lukrative) Mandate, was in Nachrufen für seine Integrität sprach.[3] Zudem wird sein Beitrag gewürdigt, die Schweiz nach einer Rezession wieder auf Wachstumskurs geführt zu haben.[7]

Meyer war verheiratet und Vater von zwei Töchtern.[6] Er starb am 17. Juni 2026 im Alter von 90 Jahren.[5]

Ämter, Kommissionen

Von 1977 bis 1984 war Meyer Vertreter der Schweiz im Rat der Gouverneure der Asiatischen und Interamerikanischen Entwicklungsbank. Von 1981 bis 1988 war er Mitglied des Verwaltungsrats der Telekurs AG, von 1983 bis 1988 Mitglied der Börsenkommission des Kantons Zürich. Von 1983 bis 1988 war er Leiter der Expertengruppe für Fragen des Zahlungsverkehrs, Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), von 1996 bis 2000 war er Mitglied des Verwaltungsrats der BIZ. Von 1996 bis 2000 war er Gouverneur im Gouverneursrat des Internationalen Währungsfonds.[2]

Literatur

Einzelnachweise

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