Hans Nöbl

österreichischer Skirennläufer, Skispringer, Nordischer Kombinierer, Skilehrer, Organisator und Unternehmer From Wikipedia, the free encyclopedia

Johann „Hans“ Nöbl (* 1909; † 1965 in Innsbruck)[1] war ein österreichischer Skirennläufer, Skispringer, Nordischer Kombinierer, Skilehrer, Organisator und Unternehmer sowie Skipionier in Südamerika, der bei drei Alpinen Skiweltmeisterschaften sowie bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1933 teilnahm.

Schnelle Fakten Karriere ...
Hans Nöbl
Voller Name Johann Nöbl
Nation Osterreich Cisleithanien/Osterreich/Osterreich/Osterreich/Osterreich Österreich
Geburtstag 1909
Beruf Fleischer
Sterbedatum 1965
Sterbeort Innsbruck, Osterreich Österreich
Karriere
Disziplin Abfahrt, Slalom, Alpine Kombination
 
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Hans Nöbl
Voller Name Johann Nöbl
Nation Osterreich Cisleithanien/Osterreich/Osterreich/Osterreich/Osterreich Österreich
Geburtstag 1909
Beruf Fleischer
Sterbedatum 1965
Sterbeort Innsbruck, Osterreich Österreich
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Hans Nöbl
Voller Name Johann Nöbl
Nation Osterreich Cisleithanien/Osterreich/Osterreich/Osterreich/Osterreich Österreich
Geburtstag 1909
Beruf Fleischer
Sterbedatum 1965
Sterbeort Innsbruck, Osterreich Österreich
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Leben

Hans Nöbl kam 1909 als viertes von fünf Kindern des Ehepaars Johann Nöbl und Clara Nöbl (geb. Gruber) auf die Welt. Seine Geschwister waren:[1]

  • Josepha Nöbl (* 1902; † 1902)
  • Margaretha „Greta“ Wopfner (geb. Nöbl; * 1902)
  • Dorothea „Dora“ Mathoy (geb. Nöbl;* 1905; 1996). Sie war ab 1934 mit dem Fahrschulbesitzer Ing. Franz Mathoy (1900–1982) verheiratet.
  • Hilde Nöbl (* 1912; † 2001). In ihrer Jugend war sie Leichtathletin und kurzzeitig Inhaberin des (aufgrund eines zu kurzen Speeres nicht anerkannten) Weltrekordes im Speerwurf. Später war sie eine bekannte Tiroler Künstlerin.

Nöbl wurde wie sein Vater Fleischer und wohnte in den 1930er-Jahren in der Schöpfstraße in Innsbruck.[2]

1950 heiratete er in Montevideo die Französin Andreé Muguet und wurde zu dieser Zeit Direktor des Fremdenverkehrs- und Sportwesens in Sestriere. Einige Jahre später gründete er die ersten Wasserski-Schulen Italiens in Rapallo und Sanremo.[1]

1960 wurde bekannt, dass Nöbl der Lebensgefährte von Soraya Esfandiary Bakhtiary, der geschiedenen Frau von Mohammad Reza Pahlavi, dem letzten persischen Schah, sei.[3]

Nöbl ist im Westfriedhof in Wilten begraben.[1]

Karriere

Alpine Karriere

Bei den ersten Schweizer Meisterschaften, die 1930 in Engelberg ausgetragen wurden, lag Nöbl hinter David Zogg und Fritz Steuri auf Rang drei. Auf die Siegerzeit hatte er 22,8 Sekunden Rückstand und auf den Zweiten 1,6 Sekunden. Der Vierte, Beni Führer, lag 4,8 Sekunden hinter Nöbl.[4] Bei den „Spring races“ in Arosa am 22. und 23. März 1930 belegte Nöbl im Slalom, der von seinem Landsmann Harald Reinl gewonnen wurde, den 13. Rang und war damit Vorletzter vor dem Schweizer Walter Prager. In der Abfahrt, gewonnen vom Schweizer David Zogg, hatte Nöbl 50 Sekunden Rückstand und lag auf Rang zehn, hier kamen 30 Läufer in die Wertung. Diese zwei Rennen führten zu Rang elf von 13 klassifizierten Läufern in der Alpinen Kombination; Nöbl ließ hier den Schweizer Cesare Chiogna und den Deutschen Hans von Weech hinter sich.[5]

Bei den ersten Alpinen Skiweltmeisterschaften, die 1931 in Mürren in der Schweiz ausgetragen wurden, belegte Nöbl in der Abfahrt den 22. von 25 Rängen mit einer Minute und 40,2 Sekunden Rückstand auf den Sieger, den Schweizer Walter Prager. Er lag elf Sekunden hinter dem Deutschen Peter Alexander von le Fort und 20,2 Sekunden vor dem Briten Bill Bracken. Nöbl war damit von den sechs Österreichern der am schlechtesten platzierte.[6] In den weiteren Bewerben, der Langen Abfahrt,[7] dem Slalom[8] und der Alpinen Kombination startete Nöbl nicht.[9]

Bei der Abfahrt des Jubilee Races vom 21. März 1931 in Sankt Anton am Arlberg, bei der die Schweizer mit Otto Furrer vor Walter Prager einen Doppelsieg errangen, lag Nöbl auf dem 16. und letzten Rang. Er hatte eine Minute und neun Sekunden Rückstand auf den Sieger und 2,5 Sekunden Rückstand auf den Vorletzten, seinen Landsmann Oskar Schranz.[10] Tags darauf gewann sein Landsmann Rudolph Matt den Slalom, wobei Nöbl mit 9,9 Sekunden Rückstand auf dem elften Rang lang. Hinter ihm lagen noch seine Landsmänner Franz Kessler und Robert Mathis.[11] In der Kombination lag Nöbl auf dem letzten, dem elften Rang hinter Oskar Schranz.[12]

Beim Julius-Moro-Rennen auf dem Sticklberg in Kitzbühel belegte Nöbl in der Abfahrt mit 2,86 Minuten Rückstand auf seinen Landsmann Franz Pallauro den 28. und letzten Rang. 3,6 Sekunden vor ihm lag sein Landsmann Konrad Weisberghofer.[13]

Bei den ersten German Open Championships, die am 27. und 28. 1932 in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen wurden, kamen in der Abfahrt 60 Läufer in die Wertung, wobei Nöbl mit 26,2 Sekunden Rückstand auf den Deutschen Franz Pfnür den fünften Rang belegte. Im Slalom lag er hinter Robert Höfflin und Hans von Weech auf dem Podest und hatte 5,3 Sekunden Rückstand auf Höfflin und 1,9 Sekunden auf von Weech. 3,6 Sekunden hinter ihm lag Max Pahl. Diese Ergebnisse führten zum Sieg Nöbls in der Alpinen Kombination vor Karl Graf aus der Schweiz und Hans von Weech.[14]

Bei den dritten Alpinen Skiweltmeisterschaften 1933 in Innsbruck startete Nöbl lediglich in der am Glungezer gestarteten Langen Abfahrt, wobei er den neunten Rang belegte und eine Minute und 25,2 Sekunden Rückstand auf seinen Landsmann Hans Hauser hatte. 8,2 Sekunden vor ihm lag Friedl Pfeifer und 2,4 Sekunden hinter ihm Karl Graf.[15]

Bei der Abfahrt Coppa Cervino in Cervinia, einem Teil von Breuil-Cervinia, die am 21. April 1934 ausgetragen wurden, gewann Nöbl das Rennen mit 51,8 Sekunden Vorsprung auf den Schweizer Adolf Schaller. Der Dripptlatzierte, der Italiener Federico Pariani, hatte eine Minute und zehn Sekunden Rückstand auf Nöbl.[16]

Bei der ersten Ausgabe des 6 days Cups in Sestriere 1934[17] gewann Nöbl die erste der sechs Abfahrten mit 14 Sekunden Vorsprung auf Friedl Wolfgang und 24 auf Leo Gasperl; was einen österreichischen Dreifachsieg darstellte.[18] In der zweiten Abfahrt schied Nöbl aus und verletzte sich, ebenso erging es dem Italiener Giacinto Sertorelli und dem Deutschen Roman Wörndle.[19] Der Gesamtsieger war Leo Gasperl, er lag vor Friedl Wolfgang und dem Italiener Rolando Zanni.[20]

Bei den fünften Weltmeisterschaften, die 1935 wie die ersten vier Jahre zuvor in Mürren ausgetragen wurden, erreichte Nöbl im Slalom vom 24. Februar den 17. von 44 Rängen und lag ex aequo mit dem Deutschen Alfred Müller auf diesem Rang. Die beiden hatten 13,8 Sekunden Rückstand auf den Sieger, den Österreicher Anton Seelos. Eineinhalb Sekunden vor den beiden lagen ex aequo der Schweizer Karl Graf und der Deutsche Xavier Kreisy auf Rang 15. Hinter Nöbl und Müller, 4,6 Sekunden langsamer, befand sich der Norweger Per Fossum.[21] In der Abfahrt tags darauf schied Nöbl wie auch sein Landsmann Leo Gasperl sowie der Brite Jimmy Gardner aus.[22]

Nordische Karriere

Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1933 belegte Nöbl im Skispringen Rang 85. Sieger war der Schweizer Marcel Reymond. Vor Nöbl lagen mit Max Hauser und Erwin Stöffler zwei Österreicher, direkt hinter ihm lag mit Theo Schluge ebenfalls ein Landsmann.[23] Im 18-Kilometer-Langlauf, der vom Schweden Nils-Joel Englund gewonnen wurde, lag Nöbl auf Rang 93. Vor ihm lag der Pole Jan Legierski und hinter ihm der Ungar László Szapary.[24] In der Nordischen Kombination, die von Sven Selånger (damals Sven Ivan Eriksson) gewonnen wurde, belegte Nöbl Rang 57. Er lag hinter Karl Lang aus dem Deutschen Reich und vor Erwin Priebsch aus der Ersten Tschechoslowakischen Republik.[25]

Tätigkeit als Skilehrer und -organisator

Nöbl widmete sich ab den 1930er-Jahren dem Skisport und gilt Toni Seelos und Hellmut Lantschner zu den Pionieren des Tiroler Skisports. Er war in Italien als Skilehrer tätig, zu seinen Schülern zählten unter anderem das damalige italienische Kronprinzenpaar Umberto II. und Marie José von Belgien, Fiat-Chef Edoardo Agnelli sowie die Söhne Benito Mussolinis, Vittorio Mussolini, Benito Albino Mussolini und Bruno Mussolini.[1] In Italien leitete er ab November 1933 zusammen mit Leo Gasperl die staatliche Skischule in Sestriere, bevor Nöbl nach Argentinien ging. In Italien betreute er auch die Heeres-Skischule. So bildete er in Sommerskikursen italienische Offiziere am Monte Cevedale in den Ortler-Alpen aus.[26]

Die argentinische Nationalparkbehörde nahm Nöbl 1936 unter einen fünf Jahre laufenden[2] Vertrag, um ein Skizentrum in der argentinischen Stadt Bariloche aufzubauen. Der deutschstämmige Otto Meiling, der in Bariloche wohnte und Mitbegründer des Club Andino (1931 gegründet[26]) war, „zog sich daraufhin verägert zurück“, da er den Posten für sich beansprucht hatte. Meiling hatte mit Hans Hildebrandt 1930/31 einen Touristenführer für die dortige Region veröffentlicht und arbeitete als Bergführer und Skilehrer.[27] Dadurch entstand das Skizentrum Antonio Lynch, das als das „am besten entwickelte Skizentrum in ganz Südamerika“ bezeichnet wird. Es liegt in der Nähe des Cerro Catedral. Aktuell umfasst die Infrastruktur die Gondelbahn Amancay, mehrere Sessellifte sowie eine Skipiste mit einer Fläche von 600 Hektar und neun Kilometern Länge.[28]

Zusätzlich zur Gründung des neuen Skigebiets war die Aufgabe Nöbls, den argentinischen Wintersport zu organisieren. Dadurch sollte die Gegend um den Nahuel Huapi, seit 1922 Teil des Nationalparks Nahuel Huapi, eine touristische Aufwertung erfahren. Ebenfalls trug dazu die Anbindung an die Bahn nach Buenos Aires als auch der Ausbau der Hotelinfrastruktur bei.[26]

Bariloche, wo Nöbl tätig war, geht auf eine deutsche Kolonie zurück. Wie Nöbls Vertrag mit der staatlichen Skischule in Sestriere zustande kam und auf wessen Initiative er nach Südamerika ging, konnte nicht geklärt werden.[26]

Zusammen mit Gustav Lantschner, der 1932 der erste österreichische Weltmeister war, leistete Nöbl nach dem Zweiten Weltkrieg skisportliche Pionierarbeit in Südamerika, indem die beiden mehrere Skischulen aufbauten. Lantschner lebte damals sieben Jahre lang in Südamerika.[29]

Erfolge

Alpine Weltmeisterschaften

Nordische Weltmeisterschaften

Weitere Erfolge (Ski Alpin)

  • Ein Sieg in einer Abfahrt
  • Ein Podestplatz in einem Slalom
  • Ein Sieg in einer Alpinen Kombination

Einzelnachweise

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