Wikiwand AI

Hans Rudolph (Maler, 1905)

deutscher Maler und Grafiker (1905-1993) From Wikipedia, the free encyclopedia

Hans Rudolph (* 22. Mai 1905 in Berlin; † 7. März 1993 in Gera) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk

Hans Rudolph (auch Rudolph-Gera) absolvierte von 1920 bis 1924 eine Lehre als Lithograf und war danach von 1925 bis 1931 in Berlin und Pößneck in seinem Beruf tätig. 1931 ging er nach Gera und arbeitete bis 1939 als Entwurfslithograf. In seiner Freizeit betätigte er sich autodidaktisch als Maler und Grafiker. In den 1930er Jahren lernte er den Maler Kurt Günther kennen, der seine künstlerische Entwicklung förderte. Sein Wohnhaus in der Dürrenebersdorfer Straße in Gera wurde von Thilo Schoder entworfen und steht seit 2019 unter Denkmalschutz.[1] Mit seiner Ehefrau Margarete Hildegard Rudolph bekam er 1936 den Sohn Lutz Rudolph, der später als Formgestalter bekannt werden sollte.[2] Hans Rudolph hielt sich während der faschistischen deutschen Besetzung von 1940 bis 1944 unter nicht bekannten Umständen in Brüssel auf. In einer der vorliegenden Quellen heißt es lediglich, dass er dort „seine künstlerischen Kenntnisse und Fähigkeiten weiter ausprägte“.[3] Es ist jedoch anzunehmen, dass Rudolph Angehöriger der deutschen Besatzungstruppen war.

Nach dem Ende des NS-Staats arbeitete Rudolph in Gera als freischaffender Maler und Grafiker und daneben als Kunsterzieher am Lehrerbildungsinstitut in Krossen. Er fügte seinem Familiennamen „Gera“ zu, sichtlich zur Unterscheidung von dem gleichnamigen sächsischen Maler (1911–1975).

Rudolph war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er erhielt mehrere staatliche und gesellschaftliche Ehrungen, u. a. mehrfach den Kunstpreis der Stadt Gera und 1987 die Hans-Grundig-Medaille.

Werke Rudolphs befinden sich u. a. im Stadtmuseum Gera[4], im Lindenau-Museum in Altenburg/Thüringen, in der Kunstsammlung Jena und in der Kunstsammlung der Wismut GmbH, Chemnitz.

Werkbeispiele

Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur[5]

Tafelbilder

  • Am Steinbruch (Öl; 1957 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)
  • Winterlandschaft (Öl; 1957 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)
  • Dorfstraße in H. (Öl; 1957 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)[6]
  • Aufbau eines Stadtteils (Öl, 56 × 118 cm, 1958)[7]

Aquarelle

  • Turm der St. Salvator-Kirche Gera (25 × 20 cm; Kunstsammlung der Wismut GmbH)[8]
  • Gera am Markt (24 × 18 cm; Kunstsammlung der Wismut GmbH)[9]
  • Alte Stadtmauer Gera (40 × 50 cm, 1980; Kunstsammlung der Wismut GmbH)[10]

Druckgrafik

  • Gera – Ferberturm (Linolschnitt, 15,1 × 11,7 cm, 1932; Stadtmuseum Gera)[11]
  • St. Salvatorkirche mit Schreiberschem Haus (Kaltnadelradierung, 1965; Stadtmuseum Gera)[12]
  • Gera – Rathaus (Farblithografie, 22,5 × 56,5 cm, um 1960; Stadtmuseum Gera)[13]

Architekturbezogenes Werk

  • Aquarium; Insekten, Reptilien, Vögel (1967; Wandgestaltung in Hinterglasmalerei; je 1,17 × 4,26 m; Waldsiedlung Hermsdorf, linke und rechte Wand der Eingangshalle der damaligen zweizügigen Oberschule)[14]

Buchillustration

  • Annelies Schneider-Siemt: Hiddensee. Bilder eines Sommers auf der Insel der Fischer, Maler und Dichter. Sachsenverlag, Dresden, 1951

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen

  • 1975 Gera, Orangerie
  • 1985 Gera, Galerie am Markt

Ausstellungsbeteiligungen

  • 1948 Altenburg/Thüringen, Lindenau-Museum („Junge Kunst – Werke Geraer Künstler“)[15]
  • 1957: Karl-Marx-Stadt („Mittelsächsische Kunstausstellung“)
  • 1968: Halle/Saale („Sieger der Geschichte“)
  • 1969, 1974, 1979 und 1984 Gera, Bezirkskunstausstellungen
  • 1974: Frankfurt/Oder, Galerie Junge Kunst („Aquarell, Gouache, Tempera, Pastell“)
  • 1989: Berlin, Akademie-Galerie im Marstall („Bauleute und ihre Werke. Widerspiegelungen in der bildenden Kunst der DDR“)

Literatur

  • Rudolph, Hans. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, S. 796–797.

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks