Hans Segers

niederländischer Fußballtorhüter From Wikipedia, the free encyclopedia

Johannes Cornelis Antonius „Hans“ Segers (* 30. Oktober 1961 in Eindhoven) ist ein ehemaliger niederländischer Fußballtorwart. Er war vor allem für seine Zeit zwischen 1988 und 1996 als Keeper des FC Wimbledon und Mitglied der „Crazy Gang“ bekannt.

Schnelle Fakten Personalia, Herren ...
Hans Segers
Hans Segers (2015)
Personalia
Voller Name Johannes Cornelis Antonius Segers
Geburtstag 30. Oktober 1961
Geburtsort Eindhoven, Niederlande
Größe 180 cm
Position Torwart
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1981–1984 PSV Eindhoven 16 (0)
1984–1988 Nottingham Forest 58 (0)
1987  Stoke City (Leihe) 1 (0)
1987–1988  Sheffield United (Leihe) 10 (0)
1988  Dunfermline Athletic (Leihe) 4 (0)
1988–1996 FC Wimbledon 262 (0)
1996–1997 Wolverhampton Wanderers 0 (0)
1997  FC Woking (Leihe)
1997–1998 Wolverhampton Wanderers 11 (0)
1998–2001 Tottenham Hotspur 1 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
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Sportlicher Werdegang

Aktive Torhüterlaufbahn

Segers war bereits in der Schule in verschiedenen Sportarten talentiert, bevor er sich auf den Fußball fokussierte. Zunächst agierte er noch im Feld oft als rechter Außenverteidiger, bevor er als Torwart ausprobiert wurde und dort überzeugte. Im Alter von 16 Jahren wurde er von den Scouts des PSV Eindhoven entdeckt. Schon früh bekam er die Gelegenheit mit der ersten Mannschaft zu trainieren und Segers profitierte von der Erfahrung des langjährigen Stammkeepers Jan van Beveren. Als van Beverens Karriere dem Ende entgegenging, kam Segers zu ersten Einsätzen und absolvierte 16 Erstligapartien. Mit der Verpflichtung des Nationaltorhüters Hans van Breukelen von Nottingham Forest wurde jedoch klar, dass Segers nicht als „neue Nummer 1“ angesehen wurde. Van Breukelen selbst schlug ihm vor, den Kontakt mit Nottinghams Trainer Brian Clough herzustellen, da Forest noch auf der Suche nach einem Torhüter war. Für zwei Wochen sollte Segers im August 1984 in Nottingham vorspielen, aber bereits nach zwei Tagen war Clough überzeugt und investierte die Ablösesumme von 50.000 Pfund für die Verpflichtung des Niederländers.

Mit dem Wechsel nach England erfüllte sich Segers einen Kindheitstraum, da in den Niederlanden der „Fußball von der Insel“ sehr beliebt war. Dazu hatte sich mit Nottingham Forest ein sehr renommierter Klub für ihn interessiert; die großen Erfolge unter Meistertrainer Clough mit zwei europäischen Landesmeistertrophäen (1979 und 1980) waren noch sehr präsent. Auf Anhieb setzte sich Segers auf der Torhüterposition in Nottingham durch und bestritt in seiner ersten Saison 1984/85 insgesamt 28 Ligapartien. In der Folgezeit konnte er seine Rolle als Stammkeeper jedoch nicht bestätigen und war mehrfach nur Ergänzungsspieler, auch bedingt durch Verletzungsprobleme an den Bändern. Um mehr Spielpraxis zu erhalten, wünschte er sich von Clough, gewünschten Leihen zuzustimmen und so schloss sich Segers im Februar 1987 dem Zweitligisten Stoke City an. Dort sollte er den verletzten Torhüter Peter Fox ersetzen. Da dieser aber kurzzeitig sich wieder genesen meldete, kehrte Segers nach nur einem Einsatz nach Nottingham zurück. Eine längere Leihperiode folgte ab November 1987 beim Zweitligakonkurrenten Sheffield United, wo Segers die Zeit sehr genoss und in gut anderthalb Monaten elf Meisterschaftspartien bestritt. Etwas überraschend meldete sich im März 1988 Jim Leishman als Trainer des schottischen Erstligisten Dunfermline Athletic für eine weitere Leihphase. Segers kam für den Klub bis zum Saisonende 1987/88 zwar nur auf vier Einsätze, lernte dort aber die sogar für britische Verhältnisse sehr physisch betonte Spielweise kennen. Kurz nach Beginn der Saison 1988/89 meldete sich mit Bobby Gould der Trainer des Erstligakonkurrenten FC Wimbledon, lobte diesen für seine „große Persönlichkeit“ und Ausstrahlung auf dem Feld und fragte Segers, ob sich dieser der „Crazy Gang“ anschließen würde, die kurz zuvor noch den FA Cup gewonnen hatte.[1]

Als Nachfolger von Dave Beasant wurde Segers auch deswegen als ideal angesehen, weil er gut zur taktischen Ausrichtung des FC Wimbledon passte – beispielsweise über lange Torabschläge bis weit in die gegnerische Spielhälfte hinein. In sieben Jahren war Segers die „neue Nummer 1“ bei den „Dons“ und wenngleich die Zeit ohne Titel endete, war der konstante Verbleib in der höchsten englischen Spielklasse ein Achtungserfolg. Der Verein beendete die Spielzeiten stets oberhalb des 15. Platzes und hatte seinen Höhepunkt mit dem sechsten Rang in der Premier League 1994. Dass er als englischer Erstligatorhüter nie eine Rolle in der niederländischen Nationalmannschaft spielte, führte Segers auf die geringe Strahlkraft des FC Wimbledon zurück und dass er so in einer Oranje-Mannschaft mit großen Namen wie Frank Rijkaard, Ruud Gullit und Marco van Basten etwas „übersehen“ wurde.[1] Überschattet wurde seine Fußballerkarriere durch seine Verwicklung in einen Skandal bezüglich illegaler Spielabsprachen, die auch Liverpools Torhüter Bruce Grobbelaar, seinen Wimbledon-Mannschaftskameraden John Fashanu und einen malayischen Geschäftsmann belasteten. Die Angelegenheit wurde im Jahr 1997 vor dem Winchester Crown Court verhandelt und endete mit einem Freispruch für alle vier Beschuldigten.[2] Im Dezember 1997 wurden jedoch Grobbelaar and Segers vom englischen Fußballverband für schuldig befunden, die Wettregeln verletzt zu haben.[3] Zuvor war Segers im Sommer 1996 in die zweite Liga zu den Wolverhampton Wanderers nach insgesamt 317 Pflichtspielen für Wimbledon gewechselt.

Bei den „Wolves“ sollte er als Ersatztorwart für Mike Stowell fungieren, kam aber in der Saison 1996/97 nicht zum Einsatz; stattdessen war er ab Februar 1997 für zwei Monate beim Fünftligisten FC Woking auf Leihbasis unterwegs. Zurück in Wolverhampton hatte er in der Spielzeit 1997/98 immerhin im Viertelfinale des FA Cups ein Highlight, als er in der Schlussphase auswärts gegen Leeds United einen Elfmeter von Jimmy Floyd Hasselbaink parierte und somit das Weiterkommen mit 1:0 sicherte.[4] Segers letzte Station war bis zum Sommer 2001 Tottenham Hotspur, wo er als „Backup“ nur zwei Pflichtspiele bestritt. Wenige Monate vor seinem 40. Geburtstag beendete er seine aktive Laufbahn und wurde Torhüter-Trainer bei den „Spurs“.[5]

Nach der aktiven Profikarriere

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn war Segers von 2001 bis 2007 Torwart-Trainer bei Tottenham Hotspur und danach in selber Funktion für den PSV Eindhoven, den FC Fulham, den RKC Waalwijk, den FC Eindhoven, die australische Nationalmannschaft, ADO Den Haag und aktuell seit Juli 2021 wieder beim FC Eindhoven tätig.[6][7]

Commons: Hans Segers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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