Hans Vilz
deutscher Tier- und Landschaftsmaler
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Hans Vilz (* 2. Mai 1902 in Karnap; † 1971 in Düsseldorf) war ein deutscher Tier- und Landschaftsmaler.

Öl/Leinwand 40,5 × 51 cm, signiert unten rechts „H. Vilz“, auf dem Keilrahmen oben links bezeichnet „ANGERMUND“.
Leben
Vilz studierte zunächst an der Kunstgewerbeschule Essen, dann von 1925 bis 1932 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Ludwig Heupel-Siegen. Er war Meisterschüler bei Julius Paul Junghanns.
Seit dem 1. April 1940 gehörte Vilz der NSDAP (Mitgliedsnummer 7.603.216) an.[1]
Künstlerische Entwicklung
Um 1930 lebte Vilz in Gelsenkirchen-Horst. Bis dahin hatte er bereits sein erhebliches manuelles Können zu beträchtlicher Reife entwickelt. ... Aus dessen Bildern [spricht] die versonnene Tiefe des echten Gestalters. Seinen 'Knaben mit Kälbern', diese kraftvoll verhaltene Komposition brauner Farbtöne, kaufte auf den ersten Blick schon am Eröffnungstage Max Geisberg, der Direktor des Westfälischen Landesmuseums, ein anderes Bild, das 'Stilleben', ebenfalls eine gediegene, starke Arbeit von aparter Farbbehandlung wurde vom Landeshauptmann erworben. Kann man mehr wünschen?[2]
In der Zeit des Nationalsozialismus war Vilz Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an 21 Ausstellungen belegt, die zum großen Teil der nationalsozialistischen Ideologie nahestanden. Er nahm u. a. 1936 in Essen an der Schau Westfront 1936. Freie Kunst im neuen Staate teil.[3] Für die Reichsausstellung Schaffendes Volk 1937 fertigte Vilz Wandmalereien an. Während der NS-Zeit widmete Vilz sich vereinzelt auch der Industriemalerei. So stellte er 1939 in der Duisburger Kunstausstellung das Bild Bau des Hochofens aus.[4] Im gleichen Jahr präsentierte er bei einer Ausstellung in Recklinghausen seinen Wandbildentwurf für das Planetarium in Düsseldorf.[5]
Vilz gehörte zu den ersten Künstlern, die Ateliers im 1937 gebauten Atelierhaus für „junge noch unverheiratete Maler und Bildhauer“ an der Franz-Jürgens-Straße 12 in Düsseldorf-Golzheim bezogen.[6] Dort lebte er noch in den 1960er Jahren.[7] Die in der Literatur über Düsseldorfer Maler immer wieder anzutreffende Formulierung Vilz, der besessen arbeitende Einsiedler von Stockum[8] ist insofern korrekturbedürftig, als dass die Franz-Jürgens-Straße (2025 umbenannt in Else-Gores-Straße) nicht in Stockum, sondern in Golzheim liegt. Die Grenze zwischen Stockum und dem südlich angrenzenden Golzheim wird durch die Grünewald-Straße und die Erich-Klausener-Straße markiert. Die Franz-Jürgens- bzw. Else-Gores-Straße befindet südlich von dieser Stadtteilgrenze in Golzheim.
Nach dem Krieg hatte Vilz 1949 die Düsseldorfer Künstlergruppe 1949 mitbegründet. Er beteiligte sich im Laufe seines langen Künstlerlebens an über 100 Ausstellungen im In- und Ausland. Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen.
Vilz, der sich wie Clarenbach, Fritzel, Köhler u. a. Düsseldorfer Maler immer wieder mit der typischen Lichtatmosphäre des Niederrheins beschäftigte, bevorzugte einen Farbklang, der als bindendes Element einen Schleier zarter kobaltvioletter Töne ausweist.[9]
Werke (Auswahl)
- Pflügender Bauer mit Pferdegespann
- Knabe mit Kälbern
- Niederrheinisches Dorf im Winter
- Am Niederrhein
- Bau des Hochofens
- An der Erft bei Eppinghoven
- Verschneites Dorf in Niederrheinischer Landschaft
- Dorflandschaft mit Fluß
- Fischerboote bei Mönchenwerth, 1959
- Straße im Abendlicht, Vorfrühlingsstimmung
- Bewaldete Landschaft mit Strohhaufen
- Heugarben auf einer Baumwiese
- Ansicht eines Landgutes
- Ziegenhirtin[10]
- Froschenteich bei Wittlaer
- Ansicht von Schloss Kalkum
- Kalkumer Schlossallee im Herbst
- Kalkumer Schlossallee im Schnee
- Die Kalkumer Mühle im Schnee
- Blick auf Kalkum
- Pappeln am Schwarzbach
- Vorfrühling am Schwarzbach
- An der Anger bei Angermund
- Winter in Angermund
- Wolffs Mühle in Angermund
- Heltorfer Schlossallee
Ausstellungen (Auswahl)
- Ausritt, Ausstellung im Haus der Kunst, München 1942.[11]
- Dreißig Bilder, Galerie Jörg Liestmann, Duisburg 2016[12]
- Vilz stellte mit den Künstlergruppen Das Junge Rheinland, Rheingruppe und Rheinische Sezession aus, darunter auch in der Galerie Junge Kunst – Frau Ey.[13]
Ehrungen
- In Düsseldorf wurde der Hans-Vilz-Weg nach dem Künstler benannt.[14]
Literatur
- Thorsten Marquardt: Hans Vilz, 1902–1971, der Maler im Spiegel der Kunst. Wittlaer Heimat- und Kulturkreis, 2002. ISBN 3-926069-12-0, 50 Seiten.
- Vilz, Hans. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 5: V–Z. Nachträge: A–G. E. A. Seemann, Leipzig 1961, S. 38 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).