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Harald Volkmann

Deutscher Physiker und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Harald Volkmann (* 25. September 1905 in Baldenburg, Kreis Schlochau; † 1997) war ein deutscher Physiker und kurzzeitig Hochschullehrer.

Leben

Harald Volkmann wurde im westpreußischen Baldenburg zur Zeit des Deutschen Reiches geboren. Er studierte Physik, Mathematik, Chemie und Mineralogie an der Georg-August-Universität Göttingen, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und schließlich der Albertus-Universität Königsberg[1], wo er 1930 bei Richard Gans mit der Dissertation Experimentelle Untersuchungen über die natürliche optische Aktivität von Flüssigkeiten promoviert wurde.[2] Seit seinem Studium gehörte er der Burschenschaft Brunsviga Göttingen an.[3][4] Er war Stipendiat der „Deutschen Gemeinschaft zur Erhaltung und Förderung der Forschung“, heute Deutsche Forschungsgemeinschaft.[2] Politisch engagierte Volkmann sich für den Nationalsozialismus und war Mitglied der SA.[5]

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wechselte Volkmann im November 1933 von der SA zur SS.[6] An der Albertus-Universität Königsberg wurde Volkmann 1936 Dozent[7] für experimentelle Physik und Wehrphysik[8] und habilitierte 1937. Am 1. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde höchstwahrscheinlich rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.924.052).[9][10] Im darauffolgenden Jahr wurde Volkmann Dozent an der Technischen Hochschule Karlsruhe und Assistent von Alfons Bühl. Freddy Litten zufolge war Volkmann wie Bühl ein Anhänger der sogenannten „Deutschen Physik“.[11] Er begleitete Bühl im November 1940 zu der Zusammenkunft an der Ludwig-Maximilians-Universität München,[12][13] wo der Physiker-Streit zwischen Anhängern der „Deutschen Physik“ und Vertretern der modernen Physik ausgetragen wurde und letztere sich durchsetzten, wobei jedoch Wilhelm Müller und Bruno Thüring sich dem Konsens verweigerten.[14]

Im Jahre 1943 wurde er an der Technischen Hochschule Karlsruhe außerplanmäßiger Professor[15] und vertrat insbesondere die Technische Physik und die Technische Optik.[16] Gegen Kriegsende beschäftigte Volkmann sich u. a. mit der Hochfrequenzforschung.[17]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Volkmann aus dem Hochschuldienst entlassen. Er arbeitete dann erst bei Zeiss in Heidenheim an der Brenz[18] und ab 1948 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den Zeiss-Werken in Oberkochen, wo er am Aufbau der Zentralen Prüfabteilung und der Abteilung für Mikroskopie beteiligt war und ab 1954 zusammen mit Hans Mahl die Elektronenoptische Abteilung leitete.[19] Schon 1952 hatte Volkmann zusammen mit Karl-Heinz Steigerwald und Hans Mahl die Firma Zeiss beim Tübinger Treffen der Deutschen Gesellschaft für Elektronenmikroskopie vertreten.[20]

Bereits 1961 wurde Volkmann bei Zeiss mit dem Bau eines Rubinlasers beauftragt, wofür er Unterstützung von Horst Rothe in Anspruch nahm.[21]

Im Jahre 1965 war Volkmann Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Angewandte Optik.[22]

Publikationen

  • Über einen der Molrefraktion entsprechenden Ausdruck für die natürliche Drehung, zus. m. Karl Lothar Wolf, Zeitschrift für Physikalische Chemie, B3, 1929.
  • Experimentelle Untersuchungen über die natürliche optische Aktivität von Flüssigkeiten, Dissertation, 1930.
  • Kerr-Effekt, optische Anisotropie und Molekülstruktur, Struktur der Moleküle SnCl4, C2H7Cl und N2Ο, zus. m. Herbert Arthur Stuart, Zeitschrift für Physikalische Chemie 17, 1932.
  • Über den Zusammenhang zwischen der Anisotropie der optischen Polarisierbarkeit und der geometrischen Struktur eines Moleküls, zus. m. Herbert Arthur Stuart, Zeitschrift für Physik 80, 1933.
  • Elektrischer Kerr-Effekt und Assoziation in Flüssigkeiten, zus. m. Herbert Arthur Stuart, Zeitschrift für Physik 83, 1933.
  • Experimentelle Untersuchungen des elektrischen Kerr-Effektes organischer Substanzen im gasförmigen Zustande bei hohen Temperaturen, zus. m. Herbert Arthur Stuart, Annalen der Physik 18, 1933.
  • Optische Anisotropie, Form und innere Beweglichkeit von organischen Molekülen, zus. m. H. A. Stuart, Zeitschrift für technische Physik 15 und Physikalische Zeitschrift 35, 1934.
  • Über Messungen des Depolarisationsgrades bei der molekularen Lichtzerstreuung, Habilitationsschrift, Annalen der Physik 24, 1936.
  • Flüssigkeitsstrukturen, Naturforschung und Medizin in Deutschland 1939–1946, Bd. 30. Physikalische Chemie, hrsg. v. Klaus Clusius, 1948.
  • Oberflächen- und Grenzflächenspannung, ebenda, 1948.
  • Über die freie Drehbarkeit der CH3-Gruppen bei Di-iso-Propylketon und Di-n-Propylether, Angewandte Chemie A 61; Festschrift für Hans Meerwein, 1949.
  • Elektronenmikroskopische Untersuchungen über den Aufbau glasig-kristalliner Massen, zus. m. Werner Klemm, Glastechnische Berichte, Bd. 34, 1961.
  • Photographie des Augeninneren, Bild der Wissenschaft, Heft 10, 1966.
  • Carl Zeiss und Ernst Abbe. Ihr Leben und ihr Werk, Deutsches Museum – Abhandlungen und Berichte, 34. Jg., 2. Heft, Verlag Oldenbourg, 1966.
  • Über die wirtschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung der Weltraumphotographie, in: Das große Projekt. Raumfahrt und Apollo-Programm: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und der praktische Nutzen für die Menschheit. Michael Artus, Wolfgang Porzig, 1971.
  • Neue Dimensionen der photographischen Technologie, Humboldt, Ausgaben 47–54, 1973.

Literatur

  • Kürschners Gelehrtenkalender 1943 und 1950.

Einzelnachweise

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