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Harding Meyer (Künstler)

deutsch-brasilianischer Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Harding Meyer (* 1964 in Porto Alegre) ist ein Maler des 21. Jahrhunderts, der für seine großformatigen, medial geprägten Porträts bekannt ist. Er lebt und arbeitet in Karlsruhe und Berlin und gilt als ein bedeutender Vertreter des Realismus im Bereich der konzeptuellen Malerei.[1][2]

Leben und Werdegang

Harding Meyer wurde 1964 als Sohn des evangelisch-lutherischen Theologen Harding Meyer in Porto Alegre geboren. Seine künstlerische Ausbildung fand in Deutschland statt: Von 1987 bis 1993 studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei den Professoren Max Kaminski und Helmut Dorner. Ab 1993 war Harding Meyer Meisterschüler bei Helmut Dorner.[2]

Auszeichnungen und Karriere

Für seine Arbeit wurde Meyer 1999 mit dem Werner-Stober-Preis ausgezeichnet.[3] Die damit verbundene Ausstellung fand im Jahr 2000 im Badischen Kunstverein in Karlsruhe statt.

Werk

Er malt fast ausschließlich menschliche Gesichter, die er in großformatigen Nahdarstellungen präsentiert. Die Porträts sind meist beschnitten, weisen oft keinen gestalteten Hintergrund auf und bleiben in der Regel unbetitelt.[4]

Meyer selbst distanziert sich von der Bezeichnung seiner Werke als klassische Porträts, da es ihm nicht um die Abbildung einer bestimmten Person gehe. Er spricht von Gesichtern, deren Anonymität es ihm erlaube, frei zu arbeiten und den Betrachter emotional anzusprechen.[5]

Künstlerische Methode

Meyer nutzt als Ausgangsmaterial für seine Gemälde Fotografien aus Massenmedien (Zeitschriften, Fernsehen, Internet), die er aus ihrem ursprünglichen, kontextuellen Zusammenhang löst.[2]

Neben der Malerei arbeitet Meyer auch multimedial und konzeptuell, etwa mit collagierten Fotografien, um seine Auseinandersetzung mit der medialen Konstruktion des Gesichts zu vertiefen.[6]

Im Jahr 2000 besprach die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) seine Ausstellung im Badischen Kunstverein Karlsruhe mit dem Titel „Ohne Worte: Schweigend machen Talkshow-Gäste eine gute Figur“.[7] Die FAZ berichtete über seine Teilnahme an Kunstmessen, beispielsweise in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung anlässlich der Art Frankfurt (2001)[8] und in der Frankfurter Allgemeine Zeitung zur Art Cologne desselben Jahres.[9] Der Kunstkritiker Gerhard Charles Rump besprach seine Werke im Jahr 2006 in der Tageszeitung Die Welt unter dem Titel „Der Mensch im Überformat“.[10] Im Jahr 2008 wurde er in der Zeitung Der Tagesspiegel mit einem Porträt vorgestellt.[11]

Ausstellungen (Auswahl)

Harding Meyer hat an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen.[12]

Einzelausstellungen
  • 2019 Galerie Jahn, Landshut
  • 2013 Eye to Eye: Portraits, Katara Art Center, Doha[13]
  • 2011 to be a real vision, Galerie Voss, Düsseldorf
  • 2010 Galerie Jarmuschek + Partner, Berlin
  • 2009 blind date, Galerie Voss, Düsseldorf
  • 2008 New Portraits, Lausberg Contemporary, Toronto, Kanada
  • 2007 In sight, Galerie Voss, Düsseldorf
  • 2007 Straight-faced, Galerie Robert Frey, Wien, Österreich
  • 2000 Badischer Kunstverein, Karlsruhe
Gruppenausstellungen

Literatur

  • David Galloway Hrsg: Harding Meyer. Kerber Verlag, Bielefeld/Berlin 2016, ISBN 978-3-7356-0272-5.
  • Katalog zur Ausstellung blind date, Galerie Voss, Düsseldorf, 2009.
  • Katalog zur Ausstellung to be a real vision, Galerie Voss, Düsseldorf, 2011.

Einzelnachweise

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