Hartwig von Graevenitz
preußischer Verwaltungsjurist und Landrat
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Hartwig von Graevenitz (* 28. Mai 1877 in Schilde; † 3. November 1945 in Hamburg) war ein preußischer Verwaltungsjurist und Landrat.
Herkunft
Hartwig von Graevenitz war Angehöriger des Adelsgeschlechts Graevenitz. Er war ein Sohn von Heinrich von Graevenitz (1842–1927), Gutsherr auf Schilde, und dessen Ehefrau Bertha (1844–1929), geb. von Ammon aus Düsseldorf. Sein älterer Bruder war der preußische Verwaltungsjurist und Landrat des Landkreises Westprignitz Hans Joachim von Graevenitz (1874–1938).
Leben
Hartwig von Graevenitz besuchte von Ostern 1891 bis Ostern 1896 die Klosterschule Roßleben, wo er mit dem Abitur abschloss. Im Anschluss studierte er von 1896 bis 1898 Rechtswissenschaften an den Universitäten Freiburg, Leipzig, Göttingen und bis zu seinem Examen in Halle. Nachdem er die Erste Juristische Staatsprüfung im zweiten Anlauf am 27. April 1901 mit der Note ausreichend bestanden hatte, wurde er als Gerichtsreferendar vereidigt. Ab Mai 1901 bis Mai 1902 war er zunächst beim Amtsgericht Perleberg, dann 1902/03 beim Landgericht Berlin I, sowie von April bis Juni 1903 bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht Berlin I tätig. Ab Juni 1903 bis August 1905 folgte dann eine Tätigkeit bei der Regierung Potsdam. In dieser Zeit wurde er zwei Mal zur Unterstützung an andere Dienstorte abgeordnet. Zum einen wurde er von November 1903 bis Februar 1904 nach Wiesbaden zur Unterstützung des amtierenden Oberbürgermeisters Carl Bernhard von Ibell entsendet, und zum anderen vertrat er von Februar bis August 1904 die Landräte in den Kreisen Zauch-Belzig und Westprignitz.
Nach seiner bereits im Jahr 1903 erfolgten Ernennung zum Regierungsreferendar und der bestandenen großen Staatsprüfung im Jahr 1906 wurde er zum Regierungsassessor ernannt. Ab August 1906 assistierte er dem amtierenden Landrat des Kreises Ruhrort Emil von Wülfing. Im Oktober 1908 wurde er Hilfsarbeiter im preußischen Kultusministerium in Berlin. Am 20. Januar 1909 wurde von Graevenitz an der Universität Leipzig mit dem Thema Das Verordnungsrecht des Bundesrates zum Dr. jur. promoviert.[1] Am 24. April 1910 fand er nachfolgend Anstellung bei der Regierung Frankfurt (Oder). Dort war er zunächst in der Schulabteilung und dann als Leiter der Verwaltung für Fischereisachen tätig. Ab dem 15. Januar 1915 vertrat er zwei Jahre lang den Landrat des Kreises Lübben Edgar Loehrs. Am 19. Januar 1915 wurde er zum Regierungsrat ernannt. Am 16. August 1917 wurde er dann in der Nachfolge seines älteren Bruders Hans Joachim von Graevenitz zum kommissarischen Landrat des Landkreises Westprignitz ernannt. Die endgültige Bestallung zum Landrat dieses Kreises erfolgte am 1. Februar 1918. Nach einem offiziellen Pensionierungsgesuch vom 9. August 1919 wurde von Graevenitz mit Wirkung zum 30. September 1919 und einer jährlichen Pension in Höhe von 4.257 Mark in den Ruhestand verabschiedet. Der Posten als Landrat ging an Paul Spiritus.
Persönliches
Hartwig von Graevenitz war seit 1929 Besitzer des 567 ha großen Ritterguts Schilde. Seit dem 15. August 1923 war er mit Margarete Freiin von Feilitzsch verheiratet.
Literatur
- Uwe Czubatynski: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Prignitz. Band 12, 2012, S. 33–38 (geschichtsverein-prignitz.de [PDF; abgerufen am 21. Juni 2026]).
Weblinks
- Rolf Jehke: Landkreis Westprignitz. In: territorial.de. 11. Oktober 2020, abgerufen am 21. Juni 2026.
- Dr. jur. Hartwig von Graevenitz bei hier-im-netz.de
- Ahnentafel Hartwig von Graevenitz bei hier-im-netz.de