Haueneberstein

Stadtteil von Baden-Baden, Baden-Württemberg, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Haueneberstein (alemannisch Ewerschde) ist ein Stadtteil nordwestlich von Baden-Baden am Rande des Schwarzwaldes.

Schnelle Fakten Stadt Baden-Baden ...
Haueneberstein
Wappen von Haueneberstein
Koordinaten: 48° 48′ N,  13′ O
Höhe: 130 m ü. NN
Fläche: 9 km²
Einwohner: 4167 (30. Juni 2022)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 76532
Vorwahl: 07221
Karte
Lage von Haueneberstein im Stadtkreis Baden-Baden
Schließen

Geographie

Haueneberstein liegt am Übergang von den Ortenau-Bühler Vorbergen zur Oberrheinischen Tiefebene und am Talausgang des aus dem Nordschwarzwald von Ebersteinburg kommenden Eberbachs.[1] Am Fuß der Vorbergzone verläuft durch Haueneberstein die Landstraße von Kuppenheim nach Oos. Westlich des Orts lag der Landsee, der in der frühen Neuzeit trockengelegt wurde. Heute liegen zwischen dem Ortskern und dem im Westen verlaufenden überörtlichen Verkehrsstrang aus Rheintalbahn und Bundesstraße 3 Gewerbeflächen.

Geschichte

Im Süden der Gemarkung wurde das Fundament eines römischen Gutshofs gefunden.

Ob Haueneberstein älter ist als Ebersteinburg oder umgekehrt, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Jedenfalls standen die beiden Orte von Überlieferungsbeginn an in enger Verbindung und gehörten im 11. Jahrhundert den Grafen von Eberstein.

Erstmals erwähnt wurde Haueneberstein Ende des 11. Jahrhunderts, als 1/4 der Kirche durch Berthold, einen Bruder des Burkhard von Staufenberg, an das Kloster Hirsau geschenkt wurde. Das Dorf hieß damals Eberstein.

In der Gründungsurkunde des Klosters Lichtenthal wurde der Ort im März 1245 als Eberstein erwähnt. Damals stifteten die Markgrafen von Baden einen Hof an das Kloster.

Um 1283 kamen die Markgrafen von Baden vollständig in den Besitz der Siedlung.

1431 erschien der Ort als Hafeneberstein (in späteren Urkunden auch mit der Schreibweise Haveneberstein), um ihn besser vom nahegelegenen Ebersteinburg unterscheiden zu können. Das bedeutet auch, dass das Dorf zu dieser Zeit für die Herstellung von Hafnerware bekannt war. Die heutige Schreibweise Hauen- geht auf eine Sonorisierung von /f/ zu /v/ zurück (damals graphisch noch mit /u/ identisch), die zu einer Neuinterpretation des Erstgliedes als hauen (roden) führte.

Schon 1433 wurde eine markgräfliche Erblehnmühle verliehen, die später ein Wasserrad von 9,10 m Durchmesser besaß. König Ludwig XIV. begann 1688 den Pfälzischen Erbfolgekrieg; französische Truppen zerstörten Haueneberstein 1689. Aus dem Wiederaufbau sind im alten Ortsbereich Ensemble alter Fachwerkhäuser mit Schlusssteinen in Bogenfeldern von Kellereingängen zu sehen.

Kleindenkmale, darunter viele Hochkreuze und Bildstöcke aus dem 18. und 19. Jahrhundert, zeugen von der Ortsgeschichte und der kulturellen Vergangenheit. Die katholische Barock-Kirche St. Bartholomäus wurde 1799 erbaut; im Inneren befinden sich ein Hochaltar von 1742, zwei Seitenaltäre von 1744 und ein Taufstein aus der Zeit um 1500.

Das aus gelblichem Sandstein 1889 im Neorenaissancestil errichtete Rathaus steht im Zentrum des alten Ortskerns. Vor der Eingemeindung am 1. Januar 1974[2] wurde das Dorf von verschiedenen Städten verwaltet.

Das heutige Schulhaus stammt aus dem Jahr 1907.

Bis in die 1930er Jahre lebten die Bewohner der 900 ha großen Gemarkung vorwiegend von Landwirtschaft, Viehzucht und vom Handwerk. Ochsenkarren prägten damals das Straßenbild. Nach dem Kriegsende 1945 und der Währungsreform 1948 begann in ganz Westdeutschland ein langer Wirtschaftsaufschwung ('Wirtschaftswunder'). In den neu geschaffenen Industriegebieten siedelten sich zahlreiche Betriebe an. Einwohner von Haueneberstein und aus der Region arbeiten in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in den Bereichen Metallbe- und -verarbeitung, Arzneimittelherstellung, Druck- und Verlagswesen, Handel, Dienstleistung und Handwerk.

Bürgermeister

Rathaus
  • 1832–1838: Markus Walter
  • 1838–1844: Egidius Zaum
  • 1844–1852: Valentin Hirth
  • 1853: Valentin Dietrich
  • 1861: Reiß
  • 1870–1873: Lazarus Jung
  • 1873, März–Mai: Markus Reiß
  • 1873–1875: Valentin Dietrich
  • 1875–1878: David Böhler
  • 1878–1890: Mathias Hertweck
  • 1890–1908: Reinhard Schottmüller
  • 1909–1911: Fridolin Göhrig
  • 1911–1921: Berthold Melcher
  • 1921–1933: Jakob Schottmüller
  • 1933–1936: Adolf Riekenberg
  • 1936–1937: Franz Kühn
  • 1937–1943: Georg Walter
  • 1943: Franz Kühn
  • 1944–1945, März: Ludwig Kalkbrenner
  • 1945, März–April: Franz Kühn
  • 1945, April–Oktober: Wilhelm Reiß
  • 1945–1946, November–März: Sebastian Vogel
  • 1946, August–September: Hermann Hertweck
  • 1946–1971, ab Oktober: Martin Schottmüller
  • 1971–1974: Gerhard Lehmann[3]

Kultur und Brauchtum

SCC-Fanfarenzug beim Eberbachfest 2010

Haueneberstein ist für seine Fastnachtstradition bekannt. Mit der Gründung des Schunkenbacher Carneval-Club im Jahr 1954 – Eintragung in das Vereinsregister erfolgte 1963 – wurde Haueneberstein in den 1950er und -60er Jahren ein Aushängeschild für die Durchführung großer Karnevalsumzüge. Diese Tradition findet heute ihre Fortsetzung in der Straßenfastnacht und den Prinzenbällen.

1998 gründete sich ein Hästrägerverein, Wildsäu vom Hungerberg e. V., dessen Maske ein aus Lindenholz geschnitzter Eberkopf mit angenähtem Wildsaufell ist. Er veranstaltet seither am Schmutzigen Donnerstag den alemannischen Nachtumzug, an dem Gruppen mit Hexen und Hästrägern aus ganz Baden teilnehmen.

Das Eberbachfest findet seit 1998 alle zwei Jahre statt. 12 örtliche Vereine sorgen links und rechts des Eberbaches für das zweitägige Festprogramm. Hofeinfahrten verwandeln sich zu Spielplätzen und Biergärten, Musikgruppen und der SCC-Fanfarenzug sorgen für die musikalische Unterhaltung.

Sehenswürdigkeiten

Untere Hafnerstraße mit Blick auf das Heimatmuseum
  • Heimatmuseum
  • Kath. Kirche St. Bartholomäus

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI