Haus Berchum

ehemaliger Adelssitz im Stadtteil Berchum der Stadt Hagen From Wikipedia, the free encyclopedia

Haus Berchum war ein ehemaliger Adelssitz im Stadtteil Berchum der Stadt Hagen und wurde erstmals 1243 erwähnt. Er gehörte dem Geschlecht derer von Berchem zu Berchum und anderen Adelsfamilien. Die Herren von Berchem waren Lehnsträger und Vasallen der Grafen von Isenberg-Limburg.

Überrest von Haus Berchum

Geschichte

Erstmals wurde am 1. Mai 1243 in einem Vergleich zwischen den Grafen Dietrich von Limburg und Adolf von der Mark urkundlich das Geschlecht mit Theodericus de Berchem erwähnt.[1] Am 24. August 1244 erscheint Theodericus (Dietrich) in der Burgmannen-Liste des Grafen Dietrich von Limburg.[2] Burgmann war er auch noch auf der Hohenlimburg von 1255 bis 1274. Als Zeuge siegelte Dietrich in Urkunden von 1259, 1266 und 1268. Gemeinsam dann mit Heinrich von Berchem von 1271 bis 1274. Dietrich von Berchem der Jüngere war um 1300 Burgmann der Grafen von Kleve. Gottschalk und sein Sohn Everhard von Berchem wurden 1291 und 1334 mit drei Höfen in Haßley belehnt. Hermann von Berghem war 1316 der siebte Propst des Klosters Elsey. Hermann ist Zeuge in einem Kaufvertrag, als das Kloster 1323 den Hof Gyldehus in Tospele für 29 Mark von Adolf gen. Vynke kauft.[3]

Die Besitzungen der Herren von Berchum lagen überwiegend in Berchum, Boele, Haßley und Reh. In Berchum gehörte Hof Brenne vermutlich ursprünglich zum Haus Berchum, bis es vor 1450 mit einigen anderen Anwesen an die Linie von Berchem gen. Rocholz kam. Der Küchenhof Schulte-Rasche war Eigentum von Haus Berchum sowie ein Kotten des Hofes Dieckmann. Das zum Hause Berchum gehörende Gut Einhaus zwischen Berchum und Tiefendorf war ein limburgisches Lehen.

Eine Erbteilung im Laufe des 14. Jahrhunderts verzweigte das Geschlecht in die Linien Berchem gen. Trimpop (Berchum); Berchem gen. Rocholz (Gevelsberg), ab 1636 Berchem zu Werdringen und Rocholz, ab 1693 auch Berchem zu Stockum; Berchem gen. Berghoge (bei Hörde); Berchem zu Werl und Berchem zu Aprath.[4]

Die Berchumer Linie mit Berthold von Berchem gen. Trympop war 1364 mit drei Höfen in Haßley und dem limburgischen Gut Einhaus belehnt.[5] Am 6. Juni 1372 verschreibt Simon von Berchem dem Stift Elsey eine jährliche Rente; 3 Malter Roggen und Gerste aus dem Gut zu Haßley. Am 24. Mai 1381 empfängt Dietrich von Berchem von Graf Dietrich von Limburg das Gut zu dem Dieke im Kirchspiel Schwerte zu Mannlehn. Dietrich I. von der Mark belehnte 1386 Dietrich mit einem Burglehn zu Dinslaken.[6] Im Jahr 1397 zeugte Dietrich in einer Schwursache als Amtmann zu Lennep.[7] Dietrich war auch mit Gut Einhaus in Berchum, einem Hof in Halden und in Reh belehnt (de nederste hove, Niederköppern). Dietrichs Sohn Heinrich wurde von 1401 bis 1449 genannt. Als Heinrich um 1450 starb, erlosch der Familienzweig im Mannesstamm. Haus Berchum erbte Heinrichs Tochter Aleke (Adelheit), verheiratet mit Johann von dem Rodenberg (Romberg).[8] Am 2. August 1451 wurde Johann von dem Rodenberg mit Gut Einhaus und dem Zehnten zu Berchum belehnt.[9]

Nach der Familie von Romberg kam Haus Berchum durch Heirat an die von Wrede und ab 1703 durch Heirat an die von Kettler zu Gerkendahl. Im Jahre 1792 erwarb der Viehhändler Schmidt den Adelssitz von der Witwe Kettler, verkaufte ihn aber schon ein Jahr später an das Elseyer Stift, die dadurch vor allem eine Stimme im Landtag der Grafschaft Limburg erhielten.[10]

Der Historiker Johann Dietrich von Steinen schrieb in seiner 1760 geschriebenen Westphälische Geschichte über Haus Berchum: „Das Schlos Berchem, neben dem Kirchdorf gelegen, ist meines Erachtens das Stamhaus der noch vorhandenen Ritterfamilie v. Berchem. Nachhero ist es an die v. Romberg gekommen. Anna Sophia, Johan v. Romberg Tochter, brachte es durch Heyrath an Johan v. Wrede zu Fronspert, und eine Fräulein v. Wrede brachte es eben also an Moritz v. Kettler zum Gerckendael, dessen Nachkommen es noch besitzen“.[11]

Die verfallenen Gebäude wurden im 19. Jahrhundert abgetragen. Ein spärlicher Gebäuderest diente zuletzt noch als Speicher. Dessen Ruine wurde 1971 auf Veranlassung des Heimatpflegers Ernst Dossmann mit finanzieller Hilfe des Landeskonservators restauriert.[12]

Die Ruine des Adelssitzes liegt unweit der Straße „Kockenhof“ im Landschaftsschutzgebiet „Berchumer Heide, Reher Heide“.[13]

Einzelnachweise

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