Haus Vaterland (Hamburg)
Gebäude in Hamburg, ehemals Veranstaltungsgebäude
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Das Haus Vaterland in Hamburg war eine „Kombination aus Varieté und Sprechbühne, Kaffeehaus, Bierschwemme und Restaurant“.[1] Es befand sich in dem erhaltenen und denkmalgeschützten Gebäude an der Ecke Ballindamm und Bergstraße. Im Jahr 1972 stellte das zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründete Traditionshaus seinen Betrieb ein. Die zunehmende abendliche Unterhaltung durch das Fernsehen hielt auch die einstigen Gäste des Vaterland vom Besuch des Hauses ab. Angemeldet wurde Insolvenz. Im Haus Vaterland gastierten Künstler wie Heinz Erhardt, Peter Frankenfeld und Zarah Leander.[2]


Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts befindet sich am Standort die Europa Passage. Im Unterschied zu dem alten „Europa-Haus“ des Architekten George Radel ist das Eckgebäude Ballindamm/Bergstraße, das von Martin Haller entworfen worden war, erhalten geblieben. Jedoch im Innern ist es Teil der „Europa-Passage“ geworden, die von Hadi Teherani entworfen wurde.
Geschichte
Als das Haus Vaterland Anfang der 1970er Jahre schloss, gehörte es dem kurz zuvor verstorbenen Unternehmer Jürgen Parbs. Parbs war der Schwiegersohn von Wilhelm F. A. Burmeister. Dieser gründete das Haus Vaterland nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Burmeister schuf das Vaterland aus einer Kombination mehrerer am Ort vorhandener Gaststätten; zu diesen gehörte u. a. das 1904 eröffnete Café Belvedere. Das Café ging auf einen Entwurf von Martin Haller zurück.[3] Das Haus Vaterland verfügte über rund 1000 Plätze.
Literatur
- Kaffee Vaterland. In: Udo Pini, Zu Gast im alten Hamburg. Erinnerungen an Hotels, Gaststätten, Ausflugslokale, Ballhäuser, Kneipen, Cafés und Varietés, Heinrich Hugendubel Verlag, 2. Auflage, München 1987, ISBN 3-88034-350-0, Seite 58.
- Matthias Schmoock: Haus Vaterland. Kehraus am Ort der Lebensfreude. In: Ders.: Hamburgs verschwundene Orte. Überraschende Geschichten aus der Hansestadt, Hamburger Abendblatt in Kooperation mit Bast Medien GmbH, Überlingen 2021, ISBN 978-3-946581-82-6, S. 178–181.