Haus der Instrumente
Instrumentenmuseum in Kriens (Kanton Luzern, Schweiz)
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Das Haus der Instrumente in Kriens im Schweizer Kanton Luzern ist 2023 aus der Musikinstrumentensammlung Willisau hervorgegangen, einem vormaligen Museum in Willisau.

Die Sammlung umfasst rund 800 unterschiedliche Musikinstrumente. Es finden sich Tasten-, Streich-, Zupf-, und Blasinstrumente im Museum, darunter auch historische Musikinstrumente. Es zeigt einen Überblick über die europäischen Musikinstrumente mit Schwerpunkt Schweiz.[1]
Museumskonzept
Neben alten, originalen Instrumenten beherbergt die Musikinstrumentensammlung viele Nachbauten aus Mittelalter und Renaissance, die von den Museumsbesuchern jederzeit selbst ausprobiert werden können. Neben der Dauerausstellung sind regelmässig Sonderausstellungen zu bestimmten Themen zu sehen. Das Angebot des Museums wird durch Führungen, Klangproben, Konzerte und Kurse abgerundet.[1]
Geschichte

Sammlung Patt
Das Ehepaar Leonie und Christian Patt-Tobler (1912–2005/2006) aus Malix GR begann schon in den 1950er Jahren mit dem Spiel auf Blockflöten und Fideln. Sie waren begeisterte Musiker und liessen sich von der Jugendmusikbewegung inspirieren.[1][2]
Bald baute Christian Patt eigene Fideln und mit der Zeit auch andere Instrumente, vom Trumscheit über das Psalterium bis zum Zink. Es wuchs eine grosse Sammlung nachgebauter Instrumente mit dem Schwerpunkt Mittelalter und Renaissance.[2]
2001 erwarb die Albert Koechlin Stiftung in Luzern die Sammlung Patt.[3] Von 2003 bis 2009 war diese Sammlung im Kulturhaus Stadtmühle Willisau beheimatet.

Sammlung Schumacher
Der Luzerner Heinrich Schumacher (1858–1923) sammelte schon Ende des 19. Jahrhunderts Musikinstrumente.[1] Wie den Patts war es auch Heinrich Schumacher wichtig, dass die Instrumente zum Erklingen kommen. So organisierte er mit seinen historischen Instrumenten immer wieder Konzerte.
Nach seinem Tod veräusserten seine Nachkommen einen grossen Teil der Sammlung. Den Rest erwarb die Stadt Luzern. Von 1943 bis 2009 wurden diese Instrumente im Richard Wagner Museum auf Tribschen in Luzern ausgestellt.[1]
Musikinstrumentensammlung Willisau
Die beiden Sammlungen hatten 2009 in den ehemaligen Druckereiräumen des Willisauer Boten eine neue Heimat gefunden, wo das Museum im März 2010 eingeweiht wurde. Die Dauerausstellung wurde so konzipiert, dass neben den originalen, musealen Instrumenten die spielbaren der Sammlung Patt gezeigt werden. Als Sammlungsschwerpunkt hatte das Museum spielbare Instrumente und solche, die von Schweizer Instrumentenbauern hergestellt wurden. Durch Schenkungen und Zukäufe konnte die Sammlung auf über 800 Instrumente erweitert werden.
Haus der Instrumente Kriens
Anfang 2023 erfolgte der Umzug des Museums ins LUK Center nach Luzern-Kriens (Campus Südpol). Die Handwerke des Instrumentenbaus, deren Vermittlung, Dokumentierung und Erhaltung stehen neu besonders im Fokus. Das Haus der Instrumente soll zu einem Kompetenzzentrum für Musikinstrumentenbau weiterentwickelt werden.[4][3]
Ausstellungen

Ausstellungen in der Stadtmühle Willisau
- Weder Stradivari noch Amati – Geigenbau in Willisau (2003)
- Tasten, Schleifen und Pfeifen – Orgelbau in Willisau (2004/2005)
- Nachtigall & Co. Vogelgesang und Musik (2006)
- Es sungen drei Engel – Himmlische Musik und Instrumente (2007/2008)
Ausstellungen in der Musikinstrumentensammlung Willisau
- Baum-Holz-Klang (2011)
- Glocken – immer & überall (2013)
- Eine Prinzessin in neuem Gewand (2015)
- In aller Munde und in vielen Händen (2016)
- Saiten gezupft gerissen gekratzt und geschrappt (2017)
- Von Tuten und Blasen Blasmusik – grosse Tradition mit Zukunft (2017/2018)
- Davids Harfe – Musikinstrumente der Psalmen (2019–2021)
- FRESH WIND (2021), Wanderausstellung vom Klingenden Museum Bern
Literatur
- Jost Schumacher: Die Musikinstrumentensammlung Willisau. Luzern 2013.
- Martin Kimbauer: Musikinstrumentensammlung Willisau: Die Sammlungen von Heinrich Schumacher und Christian Patt.