Hauszeichen am Gebäude Alter Markt 12, 13

denkmalgeschützte Hauszeichen in Magdeburg in Sachsen-Anhalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Hauszeichen am Gebäude Alter Markt 12, 13 sind denkmalgeschützte Hauszeichen in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.

Hauszeichen, 2015

Lage

Die historischen Hauszeichen befinden sich in einem Durchgang des Hauses Alter Markt 12, 13 vom Alten Markt zur westlich gelegenen Schwertfegergasse, unmittelbar am Abgang zum Kellergewölbe Buttergasse.

Anlage und Geschichte

Bei den 14 Hauszeichen und einem Stadtwappen handelt es sich um die erhalten gebliebenen Hauszeichen ehemals in der Magdeburger Altstadt stehender Gebäude, die im 19. Jahrhundert abgerissen und auf dem Hof des Kulturhistorischen Museum gelagert oder im Zweiten Weltkrieg zerstört und aus den Trümmern geborgen worden waren. Bei einigen der Hauszeichen handelt es sich jedoch um Kopien. Die Hauszeichen stammen aus der Zeit nach der Zerstörung der Stadt im Jahr 1631 und gelten als letzte Zeugnisse der ursprünglichen prachtvollen barocken Bebauung der Magdeburger Altstadt. Im örtlichen Denkmalverzeichnis sind die Hauszeichen und das Stadtwappen unter der Erfassungsnummer 094 06418 als Baudenkmal verzeichnet.[1]

Hauszeichenwand 1976

Durch die starke Zerstörung der Magdeburger Altstadt und des dann erfolgenden, sich jedoch nicht an die gewachsene Struktur haltenden Wiederaufbaus der Stadt, waren die ursprünglichen Standorte der Hauszeichen nicht mehr vorhanden. Architekten, Denkmalpfleger und der Bildhauer Eberhard Roßdeutscher fassten daher den Plan die geretteten Stücke in einer Hauszeichenwand zu integrieren. Die Wand wurde dann im Freien am nördlichen Rand des Alten Markts, nördlich des Eulenspiegelbrunnens errichtet. Sie umfasste bereits die 14 Hauszeichen und diente als verbindendes Element zwischen dem Eingang von Magdeburg Information und dem Weinkeller Buttergasse. Die Wand wurde am 8. Mai 1969 fertiggestellt.

Nach der politischen Wende des Jahres 1989 erfolgte dann jedoch eine Neugestaltung des Areals. Es entstand eine Sparkassenfiliale sowie eine Markthalle. Die Hauszeichenwand wurde entfernt und die Hauszeichen dann an ihren jetzigen Standort, in eine neue Wand in das Treppenhaus, versetzt. Hinzu kam ein weiteres Hauszeichen, welches bis dahin bei der Paul Schuster GmbH eingelagert war. Die Arbeiten zur Erstellung der neuen Wand waren im Mai 2001 beendet.[2]

Die Stücke sind unregelmäßig an der Südwand des Durchgangs angeordnet. Auf der linken Seite befindet sich eine Steinplatte, auf der die Bedeutung des Ensembles erläutert wird. Die Tafel ist mit dem Text beschriftet:

DIESE ALTEN HAUSZEICHEN
SCHMÜCKTEN EINST DIE HÄUSER
DER RENAISSANCE
UND DES BAROCK
SIE WURDEN AUS DEN TRÜMMERN
DER AM 16. JANUAR 1945
ZERSTÖRTEN STADT GEBORGEN

Hauszeichen

Im Einzelnen befinden sich dort folgende Hauszeichen:

Weitere Informationen Nummer, Gebäudename ...
NummerGebäudenameUrsprüngliche AdresseInschriftBemerkungenBild
1Zu den drei ÄpfelnBreiter Weg 116Diß Hauß stehet in Gottes Handt/Zum dreij äpfeln wirts genandt 1627, 1883, 1933Hauszeichen Zu den drei Äpfeln
2Zu den zwei TaubenKnochenhauerufer 36Zum zweien Tauben F.G.W.d1778von Eberhard Roßdeutscher restauriert[3]
3Zum goldenen SteinSchrotdorfer Straße 20Diß Hauß Beschützet Gottes Handt und wird Zum Güldenen Stein genandt 1593, 1826, P.G.Friederich LindemannHauszeichen Zum goldenen Stein
4Zum Blauen LöwenJakobstraße 33Zum Blauen Löwen 1691Hauszeichen Zum blauen Löwen
5Zu den drei SternenBreiter Weg 109Zum blauen SternenKopie, durch Verwechslung mit dem Haus Zum blauen Stern (Breiter Weg 170) falsche Inschrift auf der Kopie: Zum blauen Sternen, richtige Inschrift wäre: Zu den drei SternenHauszeichen Zu den drei Sternen
6Zum goldenen ZeltSchmiedehofstraße 8Zum guldenen Gezelt 1765Hauszeichen Zum goldenen Zelt
7Zur grünen TanneKnochenhauerufer 78Zur grünen DanneHauszeichen Zur grünen Tanne
8Zum grünen KranzGroße Junkerstraße 19Zum grünen Kranß 1704 Heinrich NitzeHauszeichen Zum grünen Krantz
9Zur goldenen SonneStephansbrücke 25Diß Hauß stehet in Gottes Handt. Zur güldenen Sonn wird es genant. 1697 Johann Schmidtvon Eberhard Roßdeutscher geschaffene Kopie,[4]Hauszeichen Zur goldenen Sonne
10Zum goldenen EinhornSchrotdorfer Straße 14Zum güldenen Einhorn 1677
11Zum MarientempelBreiter Weg 58Zum Marien Tempel 1751Bis 1944/1945 befand sich der Stein am benachbarten Gebäude Zur güldenen Rose (Breiter Weg 57).[5] Andere Angaben geben eine bereits vorherige Einlagerung im Kaiser-Friedrich-Museum an. Der Stein zeigt eine Abbildung der Französisch-Reformierten Kirche in Schwedt/Oder.[6]
12Zum schwarzen RabenKnochenhauerufer 34-Hauszeichen Zum schwarzen Raben
13NeidkopfBreiter Weg 138-
14Zum goldenen KopfKatharinenstraße 5-Hauszeichen Zum goldenen Kopf
15WappensteinHeiligegeiststraße 121710Auf das Jahr 1710 datierter Wappenstein. Er befand sich bis ins 19. Jahrhundert an einer Hofmauer des Hauses Heiligegeiststraße 12 und markierte die Grenze zwischen der Altstadt und der Domfreiheit.[7]Wappenstein
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Literatur

  • Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, S. 61 f.

Einzelnachweise

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