Haut du Mollendruz
Berg in der Schweiz
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Der Haut du Mollendruz ist ein Berg im Waadtländer Jura in der Westschweiz. Er liegt im Kanton Waadt, etwa 25 Kilometer (Luftlinie) nordwestlich von Lausanne, und bildet eine markante Anhöhe der Mont Tendre-Antiklinale.
| Haut du Mollendruz | ||
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| Luftaufnahme des Haut du Mollendruz von 1957 ETH-Bibliothek, Bildarchiv | ||
| Höhe | 1440 m ü. M. | |
| Lage | Kanton Waadt, Schweiz | |
| Gebirge | Jura | |
| Dominanz | 2,8 km → Mont Tendre | |
| Schartenhöhe | 128 m ↓ Les Croisettes | |
| Koordinaten | 516380 / 166246 | |
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| Besonderheiten | Berg über dem Pass Col du Mollendruz | |
Der Berg liegt im Parc naturel régional Jura vaudois und im Landschaftsschutzgebiet Vallée de Joux et Haut-Jura vaudois, das im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung beschrieben ist.[1]
Name
Der Bergname «Haut du Mollendruz» bedeutet auf Deutsch «Anhöhe des Mollendruz», was darauf hindeutet, dass der Flurname «Mollendruz» ursprünglich nicht die Bergkuppe selbst, sondern das bewirtschaftete Kulturland östlich davon bezeichnet, wo sich 200 Meter unterhalb des Gipfels in einer Rodungslichtung mitten in einem Weidegebiet die Hütte «Chalet du Mollendruz» befindet.[2] Von dieser Örtlichkeit wurde auch der Strassenname Col du Mollendruz für den nahe gelegenen Passübergang der Hauptstrasse 129 (Kantonsstrasse 151) abgeleitet.
Der Lokalname «Mollendruz», der in einem Dokument von 1614 in der Schreibweise «Mont-Lendruz» bezeugt ist, wird etymologisch von der Verbindung von frankoprovenzalisch (bzw. frz.) mont für «Berggebiet, Bergweide» mit einem Personennamen Lendruz hergeleitet, der von einem germanischen Namen wie Landrut abstammt.[3] Der geografische Name «Haut du Mollendruz» bedeutet somit eigentlich «Anhöhe beim Berggebiet von Landrut».
Geographie
Die 1440 m ü. M. hohe Bergkuppe hat eine langgezogene Gestalt. Sie ist einen Kilometer breit und erstreckt sich von Süden nach Norden drei Kilometer weit vom Tal Combe de la Neige (1305 m ü. M.) bis zum Bergsattel Pétra Félix (1146 m ü. M.). Über die Scharte beim Sattel Les Croisettes besteht die Verbindung gegen Südwesten zum nächsthöheren Berg, dem Mont Tendre. Südlich des Tals Combe de la Neige schliesst der Berg Châtel (1432 m ü. M.) an.
Auf der Passhöhe Pétra Félix treffen sich die Mollendruzstrasse (von Lausanne) und die Hauptstrasse 130 (Kantonsstrasse 153), die von Yverdon-les-Bains kommt, und führen auf einer kurzen gemeinsamen Strecke gegen Nordwesten in das Tal Vallée de Joux nördlich des Haut du Mollendruz hinunter. Die Weidegebiete und die Wälder in der Umgebung sind mit Lokalstrassen erschlossen, auf den Haut du Mollendruz führen aber nur einfache Wirtschaftswege.
Der Haut du Mollendruz besteht geologisch aus steil gestellten Kalkschichten des Oberjuras, die nach einem Bruch in der Antiklinale des Mont Tendre vor Jahrmillionen nach Norden verschoben wurden.[4] Das Gipfelgebiet des Haut du Mollendruz bildet eine rund 400 Meter lange Kuppe mit einer überall annähernd gleichen Höhe. Die höchste Zone ist ein gerodeter Streifen im Bergwald, der sonst den ganzen östlichen Berghang und auch weite Bereiche auf der Westseite bedeckt. Die Rodungsgebiete auf der Fläche von L’Abbaye im Westen gehören zum Territorium Communal du Pont, was als «Allmend von Le Pont» übersetzt werden kann. Das Land dient als Sommerweide und wird von den Ställen Vieux Chalet du Pont, Chalet Neuf du Pont und dem schon im 17. Jahrhundert erwähnten Les Croisettes[5] aus bewirtschaftet. Auf dem Gipfel des Haut du Mollendruz steht kein Wirtschaftsgebäude, sondern nur ein einzelnes Ferienhaus.
Eine Weidefläche an der Westflanke des Haut du Mollendruz ist als «Naturschutzgebiet Les Croisettes», eine andere im Sattel südlich davon als «Naturschutzgebiet Pré de l’Haut Dessous» im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung aufgeführt.[6][7]
Auf der Mont-Tendre-Antiklinale, die sich nördlich von Pétra Félix noch zwölf Kilometer weit über den Berg Dent de Vaulion (1483 m ü. M.) bis zum Bergrücken oberhalb von Premier fortsetzt, markiert der Haut du Mollendruz die gewässerkundlich bedeutende Stelle, wo die kontinentale Wasserscheide zwischen den Flussgebieten des Rheins und der Rhone von Süden, aus dem Gebiet am Genfersee, den Jurahauptkamm erreicht. Der Bergbach Chergeaule, der im Tal Combe à Berger unterhalb von Mollendruz entspringt, liegt als Nebenbach der Venoge im Einzugsgebiet der Rhone, während die Orbe im Joux-Tal und der Nozon im Tal nordöstlich von Pétra Félix indirekte Zuflüsse der Aare im Rheingebiet sind. Auf dem Bergmassiv selbst gibt es allerdings keine Fliessgewässer, weil das Wasser im verkarsteten Kalkstein versickert und erst an entfernten Stellen aus Karstquellen austritt.
Über den Berg und den Sattel Pétra Félix verläuft die administrative Grenze zwischen dem Bezirk Morges im Südosten, mit der Gemeinde Mont-la-Ville, und dem Bezirk Jura-Nord vaudois mit der Gemeinde L’Abbaye im Nordwesten.
Tourismus
Der isolierte, mehrheitlich bewaldete Berg stellt für sich selbst kaum ein lohnendens Ziel für Wanderungen dar, anders als die deutlich höheren Nachbarberge Mont Tendre und Dent de Vaulion, deren Gipfelzonen über die regionale Waldgrenze hinausragen und für ihre Aussicht berühmt sind. Deshalb führen auf den Haut du Mollendruz auch keine Wanderwege. Die Fernwanderroute Jura-Höhenweg erschliesst zwar die Dent de Vaulion und den Mont Tendre, umgeht aber den dazwischen liegenden Haut du Mollendruz.[8]
Das Gebiet Mollendruz ist vor allem für den Wintertourismus bekannt. In der Umgebung des Haut du Mollendruz werden Langlaufloipen und auf der Westseite des Berges ein kleines Skigebiet betrieben. Und die Bergkuppe und die Umgebung des Chalet du Mollendruz eignen sich für Ski- und Schneeschuhtouren.[9]
