Heiko Ploeger

deutscher Metallarbeiter und Opfer des Nationalsozialismus From Wikipedia, the free encyclopedia

Heiko Ploeger (* 12. Juli 1898 in Leer (Ostfriesland); † 15. September 1944 in Dortmund) war ein deutsches Mitglied der kommunistischen Knöchel-Seng-Gruppe im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Er wurde 1944 hingerichtet.

Graffito von Heiko und Henny Ploeger, nach einem Foto auf einem Stromkasten gesprüht von Sponk alias Dan Geffert

Leben

Grabstein von Heiko Ploeger bei der Gedenkveranstaltung 2017

Heiko Ploeger erlernte den Beruf des Maschinenschlossers. Als 17-Jähriger meldete er sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zur Marine. Mit dreißig Jahren kam er nach Herford und heiratete Henny Niederbeckmann. Vermutlich durch den Einfluss seiner Frau, die aus einer sozialdemokratischen Familie stammte, wurde er 1928 Mitglied der SPD und des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes. Heiko Ploeger engagierte sich in der Partei gegen den Nationalsozialismus. Noch vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten verteilte er zusammen mit seiner Frau Henny und anderen in Herford Flugblätter und schrieb Parolen an Wände. Diese Aktionen setzten sie nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten fort. Vermutlich geschah die Verteilung von Flugblättern innerhalb einer konspirativen Gruppe von Sozialdemokraten und Kommunisten, da die Ploegers eng mit ihrem kommunistischen Nachbar Willi Osterhagen befreundet waren.[1] Ploeger arbeitete seit 1928 in den Dürkopp-Adler-Werken in Bielefeld, dort agitierte er in einer Gruppe gegen den Nationalsozialismus und nutzte dabei Informationen, die er durch BBC und andere Feindsendern gewonnen hatte.

Heiko Ploeger wurde am Abend des 18. Januar 1944 gleichzeitig mit anderen in seiner Wohnung in Herford verhaftet und anschließend ins Polizeigefängnis nach Bielefeld gebracht.[2] Am 15. September 1944 wurde er in der Justizvollzugsanstalt Dortmund hingerichtet, nachdem er vom Oberlandesgericht Hamm wegen Hochverrat zum Tod verurteilt worden war. Seine letzten Worte an seine Frau waren: „Ich hoffe, dass ein freieres Deutschland für Euch entsteht. Ich habe dafür gestrebt und gelitten. Deutschland wird es anerkennen.“[3]

Nach seiner Hinrichtung wurde er zusammen mit dem ebenfalls hingerichteten Gustav Höcker und anderen Kollegen in einer Friedhofsecke verscharrt.[4][5][6] Die für sein Todesurteil verantwortlichen Richter waren nach dem Ende des Krieges weiterhin als Richter tätig.[7]

Ehrungen nach seinem Tode

Heiko Ploeger Gedenkveranstaltung 2017

Heiko Ploeegers Leiche wurde nach Kriegsende nach Herford überführt und dort bei einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung von SPD und KPD beerdigt. Eine Straße in Herford ist nach Heiko Ploeger benannt.[8] Die Leichen der ebenfalls hingerichteten Kollegen von Heiko Ploeger wurden in Bielefeld auf dem Sennefriedhof in ein Ehrengrabfeld für politische Gefangene beigesetzt. Von 1988 bis 2008 wurde zunächst jährlich und später alle zwei Jahre der Heiko-Ploeger-Preis für Zivilcourage vergeben.[9] 2010 entbrannte ein Streit um den potentiellen Preisträger, da der aussichtsreichste Kandidat von der CDU abgelehnt worden war.[10] Seit 2012 findet stattdessen jedes Jahr zu seinem Todestag eine Gedenkveranstaltung an seinem Grab auf dem Friedhof Ewiger Frieden in Herford statt.[11][12] Im Mai 2018 wurde ein Stromkasten im Rahmen des Kunstprojektes Graffiti an Stromkästen auf Initiative des Herforder Vereines Rat und Tat mit dem Porträt von Henny und Heiko Ploeger besprüht.[13] Im September 2023 wurde neben Heiko Ploegers Grabstein auch ein Grabstein in Erinnerung an seine Frau Henny angebracht.[14]

Literatur

  • Dieter Begemann: „Ich hoffe, daß ein freieres Deutschland für Euch entsteht“. Das Schicksal des 1944 hingerichteten Arbeiters Heiko Ploeger. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1988, ISBN 3-927085-03-0.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI