Heilig-Kreuz-Kirche (Hildesheim)
Kirchengebäude in Hildesheim
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Die katholische Kirche Zum Heiligen Kreuz gehört zu den historischen Kirchen in der Altstadt von Hildesheim. Unter ihnen nimmt sie durch ihr Alter und ihre komplexe Baugeschichte eine Sonderstellung ein.
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| Basisdaten | |
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| Konfession | römisch-katholisch |
| Ort | Hildesheim, Deutschland |
| Diözese | Bistum Hildesheim |
| Patrozinium | Heiliges Kreuz |
| Baugeschichte | |
| Bauherr | Hezilo |
| Baubeginn | ca. 10/11. Jahrhundert |
| Baubeschreibung | |
| Baustil | Romanik Gotik Barock |
| Bautyp | Basilika |
| Funktion und Titel | |
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| 52° 8′ 58,5″ N, 9° 57′ 3,6″ O | |

Lage
Die Heilig-Kreuz-Kirche liegt nur wenige hundert Meter östlich des Doms in der Kreuzstraße 5. Vom einstigen Petrustor der Domburg führt die Kreuzstraße, ein früherer Teil der alten West-Ost-Fernhandelsstraße (heute Bundesstraße 1), direkt auf das Portal der Kirche zu.
Geschichte und Architektur
Die Lage, der Baubefund sowie die dokumentarische Überlieferung, Bischof Hezilo (1054–1079) habe mit der Kreuzkirche „aus einem Haus des Krieges ein Haus des Friedens“ gemacht, belegen, dass die Keimzelle des Gebäudes eine Toranlage ist, wohl nicht – wie früher angenommen – aus karolingischer Zeit, sondern als Teil der Stadtbefestigung unter Bischof Bernward.[1.1] Der Baukörper des sog. „domus belli“ bestand aus einem dreischiffigen und dreigeschossigen Kubus mit einer Außenseite im Osten, die ein Flügeltor integrierte. Das Innere wird durch Pfeilerarkaden in ein Mittelschiff und zwei schmale Seitenschiffe unterteilt. An den Seiten sind Maueransätze ergraben worden, die sehr wahrscheinlich zu einer Befestigungsmauer gehörten.[2] Bereits unter Bernwards Nachfolger, Bischof Godehard, wurde dieser Torbau in eine Kirche umgewandelt und um ein wahrscheinlich zweitürmiges Westwerk erweitert, da die Toranlage durch eine veränderte Stadt- und Verkehrswegeplanung nicht mehr benötigt wurde. Bischof Hezilo errichtete hier schließlich im Jahre 1079 ein Chorherrenstift. Dafür wurde die Kirche nochmals um einen Ostbau mit Chor, Vierung und Querschiff erweitert.[1.2] Der Neugründung stiftete er ein goldenes Altarkreuz mit Kreuzreliquien.
Von der alten Torhalle stammt ein großer Teil der Bausubstanz des Mittelschiffs. Ihren östlichen Ausgang markiert die ungewöhnliche „Brücke“ im Vierungsbogen, hinter der sich das Querschiff mit dem achteckigen Vierungsturm und der rechteckige Chor Hezilos befinden. An den „weltlichen“ Ursprung des Gebäudes erinnern wohl auch die Pfeiler, die anstelle von Säulen die Bogenöffnungen zu den Seitenschiffen tragen.
Die Gestalt der Seitenschiffe wurde in späteren Zeiten verändert. Die Seitenkapellen des südlichen Seitenschiffesgehören zu einer gotischen Umbauphase des 14. Jahrhunderts. Das nördliche Seitenschiff entstand nach 1700, als diese Seite des Gebäudes durch Bodenabsenkungen baufällig geworden war. Es ist ein barocker Kirchenraum, fast so breit wie das Mittelschiff.
Auch das Äußere der Kirche stellt sich im barocken Gewand dar. Die Westfassade im italienischen Stil von 1712 mit der vorgelagerten Freitreppe, flankiert von den Sandsteinfiguren der Apostel Petrus und Paulus, zeigt barocken Repräsentationswillen. Weitere Skulpturen aus dieser Zeit schmücken das Nordportal. Die Treppe von der Kirche zur Straße Brühl wurde 1727 gebaut. Johann Theodor von Franken-Siersdorf, 1760–1779 Apostolischer Vikar von Ober- und Niedersachsen, war am angeschlossenen Stift bepfründet.[3] 1781 wurde der Turm erhöht und im Barockstil umgestaltet.
Ende des 19. Jahrhunderts erhielt die Kirche anstelle der barocken eine neuromanische Ausstattung.[1.3] Bei der Bombardierung Hildesheims am 22. März 1945 wurde auch die Kreuzkirche durch Spreng- und Brandbomben schwer beschädigt. Erhalten blieb u. a. die Sakristei. Die Kunstschätze waren jedoch ausgelagert worden und blieben unversehrt. Der Wiederaufbau begann 1948, ab 1952 konnte die Kirche wieder für Gottesdienste genutzt werden. Der neuromanische Vorkriegszustand wurde nicht wiederhergestellt, stattdessen strebte man im Innenraum eine Rekonstruktion der ursprünglichen romanischen Gestalt mit moderner Ausstattung an. Nur das nördliche Seitenschiff wurde in seiner barocken Form erhalten und erhielt einen passenden Marienaltar, der ursprünglich seinen Standort in einer der Seitenkapellen hatte. 1958 war die Restaurierung weitgehend abgeschlossen.
Vom 1. August 2004 an gehörten zur Pfarrei „Zum Heiligen Kreuz“ auch der Hildesheimer Dom, die Basilika St. Godehard, sowie die Kirchen St. Bernward und St. Magdalenen.[4] Seit dem 1. November 2014 gehört die Heilig-Kreuz-Kirche zur Pfarrei St. Godehard.
Ausstattung
Von der Ausstattung sind erwähnenswert
- Christus im Elend, um 1520, Lindenholz, erste Seitenkapelle
- Marien-Flügelaltar (Muttergottes mit Heiligen), Holzschnitzerei, 15. Jahrhundert, zweite Seitenkapelle
- Taufbecken, 1592, Bronzeguss von Mante Pelkinck,[5] gestiftet von dem „Senior-Kanoniker des Kollegiatstifts Heilig Kreuz und Propst des Hildesheimer Nonnenklosters der heiligen Maria Magdalena“, Moritz vom Sode,[6] südliche Querhausapsis
| Die einzelnen biblischen Szenen auf dem Taufbecken: |
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Orgel
Ab 1661 baute Hans Henrich Bader eine neue Orgel, die von Heinrich Bartrumb 1667 fertiggestellt wurde. Sie besaß 28 Register auf zwei Manualen und Pedal.[8] Nach Umbauten durch A. G. Almes 1785 und Georg Stahlhuth 1858 besaß sie 26 Register.[9] 1945 wurde diese Orgel zerstört, einzelne Register blieben erhalten.
Heute steht in der Kirche eine Orgel, die Hermann Hillebrand 1964 erbaute und die 35 Register auf drei Manualen und Pedal besitzt.[10]
Weitere katholische Einrichtungen im Einzugsgebiet der Kirche
Siehe auch
Literatur
- Jochen Zink: Die Kirche zum Heiligen Kreuz in Hildesheim - ihre Baugeschichte, ihre ortsfeste Ausstattung. In: Die Kirche zum Heiligen Kreuz in Hildesheim. Bernward Verlag, Hildesheim 1980. S. 61ff, ISBN 387065 1830
- Verena Friedrich: Hildesheim, Pfarrkirche Zum Heiligen Kreuz (= Peda-Kunstführer. Nr. 397). Kunstverlag Peda, Passau 1997, ISBN 3-89643-053-X.
- Annemarie Böhm, Andreas Böhm: Kirchen, Klöster und Kapellen. Ein kleiner Hildesheimer Kunstführer. Bernward Verlag, Hildesheim 1991, ISBN 3-87065-590-9.
- Michael Brandt: Das Inventar der Kirche zum Hl. Kreuz in Hildesheim. In: Die Diözese Hildesheim in Vergangenheit und Gegenwart. Jg. 46/47, 1978/1979, ISSN 0341-9975, S. 137–174 Verlag
