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Heiligenkraut

Gattung der Familie Korbblütler (Asteraceae) From Wikipedia, the free encyclopedia

Heiligenkraut (Santolina) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 24 Arten der Gattung sind im westlichen[1] Mittelmeerraum verbreitet. Am häufigsten findet sich das Graue Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus L.), welches auch die Typusart darstellt.[2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Heiligenkraut

Graues Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Heiligenkraut
Wissenschaftlicher Name
Santolina
L.
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Beschreibung

Grünes Heiligenkraut (Santolina virens)

Vegetative Merkmale

Santolina-Arten wachsen als verzweigte, meist aufrechte, manchmal überhängende bis liegende Halbsträucher, die Wuchshöhen von selten 5 bis, meist 10 bis 60 Zentimetern erreichen. Es handelt es sich meist um aromatisch riechende Pflanzen. Die oberirdischen Pflanzenteile sind meist behaart. Sie bilden manchmal Rhizome aus.

Die wechselständig und meist am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind gestielt oder ungestielt und meist gefiedert.

Generative Merkmale

Die körbchenförmigen Blütenstände stehen einzeln und endständig auf einem langen Blütenstandsschaft. Die scheibenförmigen Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von meist 6 bis 10 (3 bis mehr als 12) Millimetern auf. Die 18 bis mehr als 45 ungleichen Hüllblätter stehen in meist drei (selten bis über fünf) Reihen. Die Blütenstandsböden sind konvex bis halbkugelig. Es sind Spreublätter vorhanden. Die Blütenkörbe enthalten keine Zungenblüten, sondern nur 60 bis über 250 Röhrenblüten. Die zwittrigen, fertilen Röhrenblüten besitzen meist zusammengedrückte und geflügelte Kronröhren. Die Farben der Kronblätter reichen von weißlich strohfarben über hell bis leuchtend gelb.

Die meist drei- bis fünfrippigen und kahlen Achänen besitzen an ihrem oberen Ende einen einseitigen Anhang der aus der Kronröhre gebildet wird. Es ist kein Pappus vorhanden.

Botanische Geschichte

In England wurde Heiligenkraut erstmals in dem Kräuterbuch von William Turner beschrieben. John Parkinson bezeichnete es aber noch 1629 in seinem Paradisi in sole paradisus terrestris, or, a choise garden of all sorts of rarest flowers, with their nature, place of birth, time of flowring, names, and vertues to each plant, useful in physick, or admired for beauty von 1629 als „rar und neuartig“.[3]

Santolina viscosa

Systematik und Verbreitung

Die Erstveröffentlichung der Gattung Santolina erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 842.[4] Der botanische Gattungsname Santolina ist aus dem lateinischen Wort sanctus für „heilig“ und linum für „Flachs“ abgeleitet, auf Grund eines antiken Namens für eine der Arten dieser Gattung. Als Typusart wurde Santolina chamaecyparissus L. festgelegt.[5]

Die Gattung Santolina ist im westlichen Mittelmeerraum verbreitet. Sie kommt in Marokko, Algerien, Tunesien, Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Kroatien vor.[1]

Es werden 24 Santolina-Arten anerkannt, von denen die meisten in zwei Sammelarten zusammengefasst werden:[1]

  • Santolina adscensionis Maire: Sie kommt in Marokko vor.[1]
  • Santolina africana Jord. & Fourr.: Sie kommt in Marokko, in Algerien und in Tunesien vor.[1]
  • Santolina elegans DC.: Sie kommt in Spanien vor.[1]
  • Santolina oblongifolia Boiss.: Sie kommt in Spanien vor.[1]
  • Santolina viscosa Lag.: Sie kommt in Spanien vor.[1]

Sammelart Santolina chamaecyparissus agg.

  • Santolina benthamiana Jord. & Fourr.: Sie kommt in Spanien und Frankreich vor.
  • Graues Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus L.), auch Silberblättriges Heiligenkraut, Zypressen-Heiligenkraut oder Zypressenkraut genannt.
  • Korsisches Heiligenkraut (Santolina corsica Jord. & Fourr.): Es kommt nur auf Sardinien und Korsika vor.
  • Santolina decumbens Mill.: Sie kommt in Spanien und Frankreich vor.
  • Santolina ericoides Poir.: Sie kommt in Spanien und Frankreich vor.
  • Etruskisches Heiligenkraut (Santolina etrusca (Lacaita) Marchi & D'Amato): Es kommt in Italien vor.
  • Santolina ligustica Arrigoni: Sie kommt in Italien vor.
  • Santolina neapolitana Jord. & Fourr.: Sie kommt in Italien vor.
  • Gefiedertes Heiligenkraut (Santolina pinnata Viv.): Es kommt in Italien vor.
  • Santolina vedranensis L.Sáez, M.Serrano, S.Ortiz & R.Carbajal: Dieser Endemit kommt nur auf der Insel Es Vedrà südwestlich von Ibiza vor.
  • Santolina villosa Mill.: Sie kommt in Spanien vor.[6][7]
  • Olivenkraut (Santolina virens Mill., Syn.: Santolina viridis Willd. [8], auch Grünes Heiligenkraut genannt[9]): Es kommt in Spanien und Frankreich vor.[10]

Sammelart Santolina rosmarinifolia agg.

  • Santolina ageratifolia Asso: Sie kommt in Spanien vor.[1]
  • Santolina canescens Lag.: Sie kommt in Spanien vor.[1]
  • Santolina impressa Hoffmanns. & Link: Sie kommt in Portugal vor.[1]
  • Santolina melitensis (Rodr.Oubiña & S.Ortiz) Rodr.Oubiña & S.Ortiz: Sie kommt in Spanien vor.[1]
  • Santolina pectinata Lag.: Sie kommt in Marokko, in Algerien und in Spanien vor.[1]
  • Rosmarinblättriges Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia L.): Es kommt in Portugal und in Spanien vor.[1]
  • Santolina semidentata Hoffmanns. & Link: Sie kommt in Portugal und in Spanien vor.[1]

Nicht mehr zur Gattung gehören (Auswahl):[11]

  • Santolina annua L.: ⇒ Lonas inodora (L.) Gaertn.
  • Santolina suaveolens Pursh: ⇒ Strahlenlose Kamille (Matricaria discoidea DC.)
  • Santolina trifurcata L.: ⇒ Athanasia trifurcata (L.) L.

Verwendung

Zwei bis drei Arten werden weltweit als Zierpflanzen kultiviert. Im England der frühen Neuzeit war es als Beeteinfassung beliebt.[3]

Für Santolina chamaecyparissus, Santolina etrusca, Santolina insularis, Santolina neapolitana und Santolina oblongifolia sind traditionelle medizinische Anwendungen bekannt, unter anderem aufgrund antimikrobieller, entzündungshemmender, krampflösender, verdauungsfördernder und schmerzlindernder Eigenschaften. Entsprechende enthaltene bioaktive Substanzen sind hauptsächlich Terpenoide, es wurden aber auch Cumarine und Flavonoide nachgewiesen.[12]

Weitere Bilder

Rosmarinblättriges Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia):

Quellen

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