Heinenhof
Landhaus in Potsdam, Brandenburg
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Die Villa Heinenhof (auch Villa Siemens[1], Landhaus Siemens[2]) ist eine herrschaftliche Fabrikantenvilla in Neu Fahrland, einem Ortsteil von Potsdam in Brandenburg.



Geschichte
Die Villa Heinenhof wurde von 1909 bis 1910 nach Plänen des Architekten Otto March für Carl Friedrich von Siemens in Neu Fahrland bei Potsdam errichtet. Die Villa diente dem jüngsten Sohn des Firmengründers Werner von Siemens als Wohn- und Repräsentationshaus.[3] Das Anwesen liegt, erhöht auf dem Stinthorn, auf einer Landzunge am Lehnitzsee und umfasst einen weitläufigen Park mit Sportanlagen, einen Bootshafen sowie mehrere landwirtschaftlich genutzte Nebengebäude.
Ab 1940
Nach dem Tod von Carl Friedrich von Siemens 1941 wurde die Villa an die Siemens & Halske AG verkauft und als Forschungs- und Entwicklungszentrum für Radartechnik genutzt. Im Zweiten Weltkrieg besetzte die Rote Armee das Anwesen und richtete ein Lazarett ein. 1952 wurde es als Heinrich-Heine-Sanatorium in eine Lungenheilanstalt umgewandelt.[3]
Nach der Wiedervereinigung wurde die Liegenschaft an die Familie Siemens 1991 rückübertragen.[4] Ein Teil des Geländes wurde später als Klinik und als Standort der Internationalen Schule Berlin-Potsdam genutzt.[5] Im Jahr 2000 verkaufte Siemens die Villa an den Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld, der die Nutzung als privates Wohnhaus plante, das Grundstück jedoch lange Zeit ungenutzt ließ.[6][4]
Eigentumsverhältnisse und Sanierung seit 2020
Nach jahrzehntelangem Leerstand wurde die Villa Heinenhof im Jahr 2020 von einer Projektgesellschaft des Immobilienunternehmers Josef Schrattbauer erworben.[7][6] In der Folge begannen umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten, die jedoch im Jahr 2022 eingestellt wurden. Die Sanierung des Anwesens war an das Architekturbüro Haas[8], SohoArchitekten[9] und die Neue Design GmbH von Gerda Caner, der Ehefrau des Unternehmers Cevdet Caner, vergeben worden.[10][11] In Medienberichten wurde berichtet, dass Caner im Umfeld der Sanierungsarbeiten in Erscheinung trat; eine Eigentümerstellung bestreitet er.[7] Laut einem im Jahr 2025 bekannt gewordenen Wertgutachten wird das Anwesen auf rund 27,5 Millionen Euro geschätzt.[7] Mehrere am Umbau beteiligte Handwerksbetriebe machten offene Forderungen geltend und ließen Sicherungshypotheken im Grundbuch eintragen. In diesem Zusammenhang wurde eine Zwangsversteigerung des Grundstücks beantragt.[7] 2025 war das Grundstück zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben.[12] 2025 ersteigerte der Unternehmer Stefan Peter das Anwesen für 13,75 Millionen Euro, um dort ein Zentrum für Meditation und Forschung zu schaffen.[13]
Architektur

Die von Otto March entworfene Anlage im englischen Landhausstil[2] besteht aus einem zweigeschossigen Hauptgebäude auf H-förmigem Grundriss unter einem Mansarddach sowie einem angrenzenden Wirtschaftshof. Im Innern hervorzuheben sind die Diele mit Treppenhaus sowie der großr Festsaal mit kostbarer Holztäfelung.[2] Zur Innenausstattung gehörten für die damalige Zeit moderne Einrichtungen wie eine zentrale Staubsaugeranlage, eine eigene Licht- und Kraftzentrale, eine Fernsprechanlage und ein Personenaufzug. Der umliegende Park wurde mit Spazierwegen, einem Bootshaus und Tennisplätzen ausgestattet.[6]
Die Villa Heinenhof ist ein Baudenkmal.[2]
Literatur
- Angelika Rülicke, Anja Brückner: Landhaus Neufahrland-Heinenhof. 2. Auflage, Berlin 1999. In: Schlösser und Gärten der Mark. Hrsg. Sibylle Badstübner-Gröger, Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark, Deutsche Gesellschaft.
Weblinks
- Historische Fotos des Gebäudes und des Anwesens bei ullstein bild via Getty Images
- Eintrag zur Denkmalobjektnummer 09156764 in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg