Heinrich Götz (Offizier)
deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg
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Heinrich Götz (* 1. Januar 1896 in Hannover; † 31. Januar 1960 in Oberaudorf) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg.
Leben
Heinrich Götz trat 1914 als Kriegsfreiwilliger in das 5. Garde-Regiment zu Fuß und diente als Offizier im Ersten Weltkrieg. Im April 1915 wurde er im Reserve-Infanterie-Regiment 203 (Berlin) Leutnant.
Nach Ende des Krieges wurde er in die Reichswehr übernommen und diente im Pionier-Bataillon 5. Allerdings schied er Ende Mai 1925 zunächst aus dem Militärdienst aus. Erst im Zuge der Wiederaufrüstung trat er am 1. Juli 1934 als Kompaniechef in das Infanterie-Regiment 9 ein. Am 1. Oktober 1937 zum Major befördert, war er ab dem 1. Mai 1938 Adjutant im Stab der 3. Infanterie-Division in Frankfurt an der Oder.[1] Im Rahmen der Division machte er den Feldzug in Polen mit. In dieser Position blieb er bis 25. März 1940, wurde dann nach kurzen Zwischenverwendungen am 1. Januar 1941 Oberstleutnant.
Am 17. Juni 1941 wurde er Kommandeur des Infanterie-Regiments 466 im Verband der 257. Infanterie-Division. Die Division wurde von Juni 1941 bis August 1942 an der Ostfront eingesetzt und dann zur Auffrischung bis zum Frühjahr 1943 nach Frankreich verlegt. Ab April 1943 stand sie erneut im südlichen Teil der Ostfront. Götz diente während dieser Zeit weiter als Regimentskommandeur und wurde am 1. Juli 1942 zum Oberst befördert, nachdem ihm für seine Leistungen in den Abwehrkämpfen des Frühjahrs bereits das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen worden war.
Vom 15. Januar 1944 bis 20. April 1944 nahm er schließlich erfolgreich an einem Divisionsführerlehrgang teil und konnte in der Folge erstmals an die Spitze einer Division treten. Zunächst übernahm er am 29. Juni bis zum 22. August 1944 vertretungsweise die Führung der 83. Infanterie-Division, als deren Kommandeur Generalmajor Wilhelm Heun einen längeren Heimaturlaub antrat. Noch während dieser Zeit erhielt Götz die Beförderung zum Generalmajor.[2]
Anschließend erhielt er ab dem 22. August 1944 das Kommando über die 21. Infanterie-Division, das er über acht Monate innehatte. Allerdings wurde er am 25. September 1944 schwer verwundet und musste für die Dauer seiner Genesung die Führung wieder abgeben. Vom 15. Januar 1945 bis 31. März 1945,[3] führte er die Division noch einmal, die vor allem in den Kämpfen um Ostpreußen Ende Januar 1945 bis Ende März 1945 und der Kesselschlacht von Heiligenbeil eingesetzt wurde. Hier wurde Götz mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.
In den ersten Tagen des April 1945 wurde Götz aus Ostpreußen evakuiert, um mit Teilen seines Stabes die Führung neu aufgestellter Verbände in Mitteldeutschland zu übernehmen. Gleichzeitig wurde er zum Generalleutnant befördert. Als Oberst Heinrich Borgmann, Hitlers ehemaliger Heeresadjutant und designierter Kommandeur der Volksgrenadier-Division „Scharnhorst“ am 5. April 1945 einem Tieffliegerangriff erlag, übernahm Götz am 7. April die Führung der Division. Im Rahmen der 12. Armee wehrte der improvisierte Verband ab dem 12. April US-amerikanische Angriffe an der Elbe im Raum Barby ab und trat anschließend im Rahmen des XX. Armeekorps am 26. April 1945 zum Angriff nach Osten an. Im Raum Beelitz gelang die Rückeroberung des Lazaretts Beelitz-Heilstätten sowie die Fühlungnahme mit den Resten der deutschen 9. Armee, die zuvor in der Kesselschlacht von Halbe schwere Verluste erlitten hatte. Die Division ging schließlich am 2. Mai 1945 bei Tangermünde in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.[4]
Im Mai 1948 kehrte Götz aus der Kriegsgefangenschaft zurück.
Auszeichnungen
- Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
- Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz
- Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse
- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub[5]
- Ritterkreuz am 3. Mai 1942
- Eichenlaub am 5. März 1945 (765. Verleihung)
Literatur
- Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres 1939–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1956, S. 104.
- Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940–1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010–2011.