Heinrich Hempel
deutscher germanistischer Mediävist, Skandinavist und Hochschullehrer
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Max Rudolf Heinrich Hempel (* 27. August 1885 in Kupferdreh; † 28. Oktober 1973 in Köln) war ein deutscher germanistischer Mediävist, Skandinavist und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung 1904 in Aschersleben studierte Heinrich Hempel Philosophie, Sprachwissenschaft und Geschichte, später Germanistik und Romanistik und zwar an der Universität Lausanne (1904), der Universität Freiburg (1904 bis 1906 und 1910 bis 1912), der Universität Berlin (1906/7) sowie der Universität Halle (1907 bis 1910 und 1912 bis 1914). In Halle promovierte er 1914 bei Philipp Strauch und legte 1916 das Staatsexamen für den höheren Schuldienst ab. Für kurze Zeit war er Mitarbeiter an der Universitätsbibliothek Bonn. Von 1917 bis 1918 betrieb er Studien zur Sprachwissenschaft und Skandinavistik an der Universität Heidelberg. 1920 habilitierte er sich an der Universität Bonn und lehrte dort bis 1928 als Privatdozent, anschließend bis 1938 als außerordentlicher Professor für Germanische Altertumskunde. Zwischen 1938 und 1939 vertrat er Lehrstühle an der Universität Kiel und der Universität Köln. In Köln hatte er dann bis zum Eintritt in den Ruhestand 1953 eine ordentliche Professur inne.
Im Jahre 1937 trat Hempel der NSDAP bei und war von 1933 bis 1942 Mitglied im NS-Lehrerbund. 1947 wurde er entnazifiert.
Hempel veröffentlichte vor allem zur altnordischen Literatur und Isländersagas. Außerdem verfasste er ein Elementarbuch des Gotischen, das mehrfach neu aufgelegt wurde.
Auszeichnungen erhielt Heinrich Hempel 1965 durch die Verleihung des Ritterkreuzes des isländischen Falkenordens, im gleichen Jahr erhielt er das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Untersuchungen zum Wunderer. Halle 1914 (= Dissertation Universität Halle).
- Die Formen der Iómsvíkinga saga. In: Arkiv för nordisk filologi, Bd. 39 (1923), S. 1–58 (= Habilitationsschrift Universität Bonn).
- Nibelungenstudien. Bd. 1: Nibelungenlied Thidrikssaga und Balladen (= Germanistische Bibliothek, Abt. 2, Bd. 22). Winter, Heidelberg 1926.
- Atlamál und germanischer Stil (= Germanistische Abhandlungen, Bd. 64). Marcus, Breslau 1931 (Nachdruck: Olms, Hildesheim 1977, ISBN 3-487-06218-6).
- Heinrich von Veldeke im niederrheinischen Raum. In: Zwischen Rhein und Maas. Ein Beitrag zur Landes-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte des Maasraumes im Mittelalter. Pick, Köln 1942, S. 69–84.
- Gotisches Elementarbuch. Grammatik, Texte mit Übersetzung und Erläuterungen. 2. Aufl. de Gruyter, Berlin 1953 (5. neubearb. Aufl. 1999 von Wolfgang Binnig), ISBN 3-11-014932-X.
- Wortklassen und Bedeutungsweisen. Annales Academiae scientiarum Fennicae, Reihe B, Bd. 84 (1954), H. 25, S. 531–568.
- Kleine Schriften. Zur Vollendung seines 80. Lebensjahres am 27. August 1965. Hrsg. von Heinrich Matthias Heinrichs. Winter, Heidelberg 1966.
- Bedeutungslehre und allgemeine Sprachwissenschaft. Sprachtheoretisch-linguistische Arbeiten 1952–1973 (= Tübinger Beiträge zur Linguistik, Bd. 131). Narr, Tübingen 1980, ISBN 3-87808-131-6.