Heinrich Hußmann (Grafiker)

deutscher Buchgestalter und Wappenkundler From Wikipedia, the free encyclopedia

Heinrich August Hußmann (auch Hussmann; * 15. Juli 1899 in Staßfurt; † 3. Juli 1982 in Köln) war ein deutscher Grafiker, Buchgestalter, Typograf, Heraldiker, Briefmarkenkünstler und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Hußmann absolvierte ab 1915 eine Lehre in einer Glasmalerwerkstatt und studierte von 1919 bis 1924 an der Staatlichen Akademie für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig.[2][3] Anschließend war er 1924/25 künstlerischer Leiter der Großbuchbinderei E. A. Enders in Leipzig und von 1925 bis 1927 künstlerischer Mitarbeiter in der böhmischen Glasindustrie in Karlsbad. Daneben arbeitete er unter anderem für das Ballett Lasar Galpern in Leipzig und Köln sowie für den Paul List Verlag.[2]

1928 wurde Hußmann von Richard Riemerschmid als Professor für angewandte Grafik an die Kölner Werkschulen berufen; 1929 erfolgte nach Kürschners Graphiker-Handbuch seine Ernennung zum Professor.[3][2] Dort lehrte er angewandte Grafik, Buchkunst, Werbegrafik und Heraldik.[2] Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Anton Wolff und Eduard Prüssen. Wolff studierte von 1928 bis 1931 an den Kölner Werkschulen unter anderem bei Hußmann.[4] Prüssen erwarb seine künstlerische Ausbildung bei Anton Wolff und Professor Heinrich Hußmann an den Kölner Werkschulen.[5]

Neben seiner Lehrtätigkeit arbeitete Hußmann als Gebrauchs- und Buchgrafiker. 1941 schloss er sich der von Anton Wolff mitgegründeten Woensam-Presse an, einer Kölner Werkgemeinschaft Deutscher Grafiker.[4] Als Buchgestalter wurde er 1937 auf der internationalen Weltausstellung in Paris mit einer Goldmedaille für Buchkunst ausgezeichnet.[2] Als Heraldiker veröffentlichte er 1935 Deutsche Wappenkunst, das später in überarbeiteter Form unter dem Titel Über deutsche Wappenkunst erschien. Weitere aus seiner Lehrpraxis hervorgegangene Veröffentlichungen behandelten Buchgestaltung und Schrift.[1]

Briefmarkenentwürfe

Briefmarke zum 700. Jahrestag der Grundsteinlegung des Kölner Doms, 1948, Entwurf: Heinrich Hußmann

Für die Briefmarkenausgabe der amerikanischen und britischen Zone zum 700. Jahrestag der Grundsteinlegung des Kölner Doms entwarf Hußmann zwei 1948 erschienene Zuschlagsmarken. Der Wert zu 12+8 Pfennig zeigt die Heiligen Drei Könige im Chorfenster; der Wert zu 24+16 Pfennig zeigt den Kölner Dom. Beide Werte erschienen am 15. August 1948 im Buchdruck.[6][7]

Die übrigen Werte des Satzes stammten von Anton Wolff und Alfred Will, die ebenfalls an den Kölner Werkschulen tätig waren.[4][8] In der Onlinesammlung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation ist eine Druckplatte für den Wert zu 24+16 Pfennig mit Heinrich August Hussmann als Entwerfer verzeichnet.[9]

Schriften

  • Deutsche Wappenkunst. Insel, Leipzig 1935.
  • mit Walter Ferdinand Kemper: Die vier Grundalphabete Kölner Schreiber, geschrieben und in Holz geschnitten. Kunsthandwerkschule der Hansestadt Köln, Köln 1940.
  • Fünf tage sind doch zu wenig für Paris. Kölner Werkschulen, Köln 1966.
  • Über das Buch. Aufzeichnungen aus meinen Vorlesungen. Pressler, Wiesbaden 1968.
  • Über deutsche Wappenkunst. Überarbeitete und erweiterte Ausgabe. Pressler, Wiesbaden 1973.
  • Über die Schrift. Aufzeichnungen aus meinen Vorlesungen. Pressler, Wiesbaden 1977.

Literatur

Einzelnachweise

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