Heinrich Matz
deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
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Heinrich Emil Matz (* 14. Oktober 1907 in Hanau; † zwischen dem 22. und dem 24. April 1945 im KZ Neuengamme) war ein deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und NS-Opfer.
Die Biografien von Heinrich Emil Matz und Heinrich Matz (* 9. Februar oder Oktober 1908 in Neuscheidt/Saarbrücken; † 24. August 1944 in der Justizvollzugsanstalt Bruchsal), einem weiteren Opfer der NS-Diktatur, werden oft miteinander vermengt.
Leben
Matz war das zehnte von elf Kindern eines Dekorationsmalers. Gerade volljährig, ging er mit 21 Jahren nach Hamburg und trat dort in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein. Am 9. Januar 1929 wurde Matz vom Amtsgericht Hamburg wegen „Landfriedensbruchs“ zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, kam allerdings nach vier Monaten im Strafgefängnis Fuhlsbüttel wieder vorzeitig frei. Nach der Machtübertragung an die NSDAP 1933 bildete er mit Bruno Endrejat, Kurt Schill, dessen Frau Hilde Schill, William Dabelstein und anderen eine so genannte „Fünfergruppe“, in der sie Aufklärungsaktionen in den Wohngebieten rund um den Hamburger Großneumarkt starteten. Dafür benutzten sie ein kleines Vervielfältigungsgerät, mit dem sie für bestimmte Anlässe Flugblätter herstellten – so auch zur bevorstehenden Hinrichtung des Arbeiterführers der KPD Etkar André. Außerdem sammelten sie Geld zur Unterstützung für verfolgte Freunde und Genossen.[1]
Matz gehörte nach Beginn des Zweiten Weltkrieges zur Widerstandsgruppe „Bästlein-Jacob-Abshagen“, die sich besonders für die ausländischen Zwangsarbeiter in Rüstungsbetrieben eingesetzt hat. Als diese und andere NS-feindliche Aktivitäten aufgedeckt wurden, wurde Matz von der Gestapo verhaftet und von einem Gericht als „Volksschädling“ angeklagt.[2] Er wurde in das KZ Neuengamme deportiert und dort mit anderen ohne gerichtliches Todesurteil gehenkt.

In Hamburg erinnert seit 2023 ein Stolperstein vor seiner Wohnadresse Bartelsstraße 53 in Hamburg-Sternschanze an Matz.
Siehe auch
Literatur
- Ulrich Bauche: Arbeit und Vernichtung. Das Konzentrationslager Neuengamme, 1938–1945, Katalog zur Ausstellung im Dokumentenhaus der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Außenstelle des Museums für Hamburgische Geschichte
- David Scheck: Familiengeschichte lag in einem Schuhkarton, Hanauer Anzeiger vom 27. Januar 2024
Weblinks
- Matz Hein (Heinrich) in der Datenbank Saarland Biografien (mit Vermischen der zwei Biografien: nur ab dem Umzug nach Hamburg die Biografie von Heinrich Emil Matz)
- Heinrich Emil Matz auf stolpersteine-hamburg.de, abgerufen am 13. September 2025