Heinrich Nöth
deutscher Chemiker
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Heinrich Nöth (* 20. Juni 1928 in München; † 26. Juni 2015[1] ebenda) war ein deutscher Chemiker. Er war ab 1965 ordentlicher Professor für Anorganische Chemie, von 1998 bis 2005 Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften[2] und mehrfach Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker.
Leben
Heinrich Nöth studierte ab 1949 Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Er arbeitete bei Egon Wiberg, machte 1952 das Diplom[3] und wurde 1954 in München mit einer Arbeit über Wasserstoffverbindungen der 3. Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente zum Dr. rer. nat. promoviert.[4]
Nach einer kurzen Tätigkeit in Großbritannien in Billington als Postdoc bzw. Research Officer bei ICI von 1955 bis 1956 kehrte er 1957 wieder nach München zurück.[5] 1962 habilitierte er sich an der LMU. 1965 wurde er zum Nachfolger von Max Schmidt an die Philipps-Universität Marburg berufen, wo er zudem Direktor des neu geschaffenen Instituts für Anorganische Chemie wurde.[4] 1969 wechselte er als Nachfolger von Egon Wiberg auf seine Professur für Anorganische Chemie an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wohnte von da an in Grünwald, und Kurt Dehnicke wurde sein Nachfolger in Marburg.[5]
Auch nach seiner Emeritierung 1996 engagierte er sich weiterhin an der Universität und übernahm darüber hinaus eine Gastprofessur in Mexiko.
Nöth war von 1970 bis 1976 Mitglied des Engeren Kuratoriums des Fonds der Chemischen Industrie und 1972 bis 1974 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Lehrstuhlinhaber von Unterrichtsinstitute für Chemie (ADUC). Ab 1972 war er Mitherausgeber der Reihe B der Zeitschrift für Naturforschung. Er gehörte zudem zu den Herausgebern des Journal of Organometallic Chemistry und der Chemischen Berichte.
Er war Mitglied mehrerer wissenschaftlichen Akademien des In- und Auslandes. Seit 1974 gehört er als ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an und von 1998 bis 2005 fungierte er als deren Präsident. Er war korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen[6] und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie ordentliche Mitglied der Mexikanischen Akademie der Wissenschaften, ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, außerordentliches Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und o. Mitglied der Academia Europaea (1993).[7] Weiterhin war er Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech). Die Gesellschaft Deutscher Chemiker, deren Vorstand er von 1975 bis 1983 angehörte, wählte ihn zwei Mal zu ihrem Präsidenten (1988/89 und 1992/93) und 1995 zum Ehrenmitglied. Seit 1988 war er Mitglied des Kuratoriums des Deutschen Museums.
Nöths Arbeitsschwerpunkt war das Element Bor sowie Bor-Stickstoff-Verbindungen. Er wurde als „Meister der Borchemie“ bezeichnet. Neben diversen Veröffentlichungen, (seine Publikationsliste umfasst etwa 850 Arbeiten) war er Inhaber von 16 Patenten und bei ihm promovierten über 150 Doktoranden.[4]
Auszeichnungen und Ehrungen
- 1976: Alfred-Stock-Gedächtnispreises der Gesellschaft Deutscher Chemiker
- Ehrendoktorwürde Dr. rer. nat. h. c. der Philipps-Universität Marburg
- Ehrendoktorwürde D. Sc. h. c. der Universität Leeds
- Bayerische Verfassungsmedaille in Gold
- 1979: Centenary Lectureship der Chemical Society of London
- 1980: Korrespondieres Mitglied der Akademie der Wissenschaften Göttingen
- 1981: Ehrenmitglied der Royal Society of Chemistry
- Ehrenmitglied der Gesellschaft Österreichischer Chemiker
- Ehrenmitglied der Gesellschaft Deutscher Chemiker
- 1991: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
- 2006: Boron of Americas Medaille der Society of Boron Chemists
- 2009: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
Literatur
- Nöth, Heinrich. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 902.
Weblinks
- Literatur von und über Heinrich Nöth im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Nöth, Heinrich. Hessische Biografie. (Stand: 31. März 2021). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Biografisches
- Artikel von Horst Fuhrmann über Nöth als Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Seite 22) (PDF; 3,7 MB)